• Duisburg

    August 8 in Germany ⋅ ☁️ 22 °C

    Ich hatte schon niedrige Erwartungen, schliesslich zählt Duisburg wohl zu den hässlichsten Städten in Deutschland. Aber auch diese Erwartungen wurden deutlich unterboten. Die Stadt ist voll von Industrieanlagen und wirkt total zersiedelt. An manchen Hausfassaden ist noch original der Kohlestaub aus dem letzten Jahrtausend angehaftet. Die Radwege sind ... naja... ich fahre lieber in Rumänien auf den Bundesstrasse rechts als in Duisburg auf den Radwegen. Letzteres ist deutlich gefährlicher und auch materialzehrend. Mitten in Duisburg musste ich 4 zerbrochene Speichen verkraften. drei rechts und eine links. Zusätzlich ist meine Steckachse rechts zerbrochen und musste ausgetauscht werden, d.h. im totalen Stadtdreck in brennender Hitze wieder das Teil aufbocken, Rad raus, neue Steckachse rein, Rad wieder rein. Ich hatte so schlechte Laune, dass ich nicht mal Lust hatte zu filmen. Die Radwege sind so holprig, mit Schlaglöchern versehen, teilweise auch keine abgeschrägten Bordsteine. Ich musste einmal einen 15cm hohen Randstein runterholpern. Man sieht, dass der Gemeinde total das Geld fehlt, Radwege haben da wohl keine Priorität. Hoffentlich stellt die Stadt so etwas wie Freibäder und Sportanlagen bereit... man bekommt in Duisburg schon einen Vorgeschmack, wie es vermutlich in 10 Jahren im mittleren Neckarraum aussehen wird, wenn die Automobil- und Zulieferindustrie abgewandert oder pleite gegangen ist, ... vielleicht sehe ich es auch zu schwarz. Was aber auffällig war: die Leute in Duisburg waren voll nett, haben sich für mein Gefährt interessiert, waren aber nicht übergriffig. Wobei, einer, Igor, hat einfach mit seiner Karre den Radweg blockiert, so dass ich anhalten musste. Das hat er aber gemacht, weil er unbedingt wissen wollte, was für ein Teil ich da habe. ... zum Glück schlägt sich die Neugier nicht bei allen Interessenten derart Bahn. Ah, und gestern der Deichselbruch. Das war an einer richtig blöden Stelle, auf einem engen Radweg in beide Richtungen. Vor allem die Rennvelofahrer nehmen überhaupt keine Rücksicht und heizen ungebremst vorbei. Hilfe angeboten hat mir schliesslich ein Holländer. Wir haben den Hänger zusammen aus der Gefahrenzone geschoben, so dass ich dort dann ungestört werkeln konnte. Zum Glück hatte ich noch Flachstahlteile dabei und meine Bohrmaschine. So könnte ich die gebrochene Stelle von drei Seiten her schienen. Bisher hat es gehalten, aber beim nächsten Baumarkt hole ich mir ein neues 4kant Profil. Symbolisch passend zu meiner Bastel-Erfahrung schwebte dann plötzlich ein Riesenschraubenzieher am Himmel (s. Video).
    Die Nacht verbracht habe ich in einem Naturschutzgebiet in den Rheinauen mit schönem Sonnenuntergang und am nächsten Morgen konnte ich in einer Bäckerei die Akkus laden. Ich muss sagen, nach Köln, Düsseldorf und dann auch noch Duisburg bin ich ziemlich durch. Städte sind mit dem Gespann einfach mega anstrengend und nervig. Vielleicht mache ich Morgen mal einen Pausentag.
    Read more