Willi, Magret und das Pony
August 9 in Germany ⋅ ☀️ 26 °C
Heute war ein Tag mit Höhen und Tiefen. Ich hatte einen coolen Übernachtungsplatz neben einem der grössten Steinkohlekraftwerke in Deutschland, das aber in 2 Wochen gesprengt wird, obwohl es 2018 noch komplett für Fantastilliarden Euro renoviert wurde. Das Teil steht in Voerde und ist sehr beeindruckend. Ich habe auf einer Ablasshausplattform einen Platz gefunden. Die Nacht verlief ruhig. Am nächsten Morgen wollte ich losfahren, aber die Deichsel hat auffällig laut gekracht. Also: wieder mal eine Deichselreparatur. Eine Mutter hat sich heiss gelaufen und ging nicht von der Schraube, ich habe dann 2h lang versucht mit der Bohrmaschine den Schraubenkopf (aus gehärtetem Superstahl) runterzubohren und die Schraube durchzuklopfen. Zwischendrin musste ich immer wieder den Akkuschrauber laden. Ein Geduldspiel. Dann kam Willi, der früher im Kraftwerk gearbeitet hat, mit einer Super Bohrmaschine und 2 Akkus. Er kam zuvor zufällig vorbei, hat sich erschrocken, dass ich mit meinem Gefährt auf der Plattform stehe, ist fast in die Hecke gefallen. Dann hat er gefragt, ob er helfen kann, und kam dann später mit der Bohrmaschine wieder. Dann konnte ich notdürftig reparieren. Allerdings fehlten mir Schrauben; er hat mir dann angeboten, dass ich die Reparatur in seiner Werkstatt durchführen könnte und dass er sicher auch Schrauben hätte. Ich bin ihm dann langsam hinterher gefahren, konnte bei ihm meine Akkus laden, die Deichsel sauber zuende reparieren, hab noch einen Kaffee gekriegt und seine Frau Magret kennen gelernt. Ich habe viel über Kraftwerke erfahren. Ich wusste gar nicht, dass Steinkohlekraftwerke als Abfallprodukt Gips erzeugen und Düngermittel in Form von Asche. Jetzt soll an der selben Stelle ein Wasserstoffkraftwerk entstehen, wobei niemand weiss, wo der grüne Wasserstoff herkommen soll. Danach bin ich dann los. Mittag war schon durch. Nach Voerde erstreckt sich ein super Veloparadies mit zahlreichen Wegen rund um die Rheinauen. Und die Wege waren fast ohne Wurzeln, also perfekt für mich. Nachdem ich ja am Morgen schon feststellen konnte, dass mein Gefährt Angst und Schrecken auslöst, hat sich das am Nachmittag bestätigt. Ein schmaler Weg, mir kam ein kleines Pferdefuhrwerk (mit einem Pony bespannt, gelenkt von einer Frau) entgegen. Ich dachte, ich halte lieber an und mache Platz, damit sich das Pony nicht ängstigt. Leider ist das Pony stehen geblieben und hat keinen Schritt weiter gemacht. So standen wir dann mehrere Minuten im Abstand von 20m gegenüber. Schliesslich musste die Frau das Pony fast tragen, weil es sich geweigert hat, an mir vorbeizulaufen... Naja, das Leben ist halt kein Ponyhof. Ich habe grade wieder eine kostenlose Steckdose gefunden und lade meine Akkus für die Nacht.Read more








