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    Yesterday in Vietnam ⋅ ☁️ 18 °C

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    Tam Roc entlässt uns freundlich. Eine Gruppe schwedischer Backpacker (4 Damen und 2 Herren) checken bei unserer Abreise ein. Weil es in der Nacht geregnet hat empfiehlt Jürgen Regensachen. Na gut, wir haben 5 Stunden Fahrzeit vor uns und gehen hoch in die Berge. Zunächst jedoch ist die Landschaft weiter pittoresk mit den komisch geformten Bergen. Wir müssen bei einer Pontonbrücke Maut bezahlen. Ein kleiner Stopp und wir können beobachten wie die Brücke geöffnet wird und die wartenden Schiffe durchfahren können. Wir sind ca. 50-70 km von der Küste entfernt und die Schiffe sind nicht gerade klein. Die kleineren Flussschifffahrt sind total überladen und Transportieren Schüttgut. Es verwundert sehr zu realisieren, dass es sachte bergauf geht. Obwohl der Straßenzustand verbesserungsbedürftig ist kann man die Landschaft wahrnehmen. Der Verkehr und der Straßenzustand lassen oft nicht mehr zu. Reis und Gemüse werden im Hügelland angebaut bis es weiter in die Zuckerrohrfelder geht. Wir machen einen Stopp am Chau Son Holy Mother Kloster in Ninh Binh. Gegründet wurde es 1939 und ist, obwohl verlassen, gut erhalten. Es scheint eine Touristenattraktion zu sein, an diesem Sonntag. Sogar einige Frauen tragen das Lila der vorösterlichen Passionszeit. Gegen Mittag fahren wir kilometerlang durch kleine Dörfer und ganze Wälder aus Bambus. Irgendwo in einem Dorf bestaunen wir die kleinen Reisfelder, die terrassenförmig an den Hängen „kleben“. Wo dies nicht möglich ist sind an sehr steilen Abhängen auch die kleinsten Flächen mit Gemüse bebaut.
    Wir fahren den Thung Khe Pass (1200 m) entlang. Dies soll einen kleine Vorbereitung auf das mehrtägige Abenteuer in den nächsten Tagen sein: den Ha Giong Loop. Nur um eine Vorstellung von der Situation zu haben: Motorradfahrer haben auf die Bankette auszuweichen oder rückwärts zu fahren, wenn ein Pkw im Überholverbot einen LKW überholt. Alle fahren in den Kurven grundsätzlich auf der Gegenfahrbahn und Zweiräder dürfen überwiegend nur rechts überholen. Unter diesen Umständen erreichen wir das heutige Ziel Moc Cau.
    Die Gegend hat mehrere Besonderheiten. Zum einen sind wir im Laotischen Grenzgebiet. Eine der Minderheiten Vietnams lebt hier. Die Frauen tragen Röcke und bunte Kopftücher. Es wächst Tee hier und Pflaumen, Pfirsiche, Raps und vieles andere mehr. Das heißt aber auch, dass die Temperatur nicht mehr 39 grad, sondern 19 Grad beträgt. Das ist für mich der größte Schock, weil man ja dafür andere Bekleidung braucht als ich sie habe. Aber irgendwie geht das alles. Wir nächtigen in einem Homestay und ich muss dem Veranstalter bescheinigen, dass alle Unterkünfte gut sind und angemessen. Wir schwelgen nicht im Luxus aber es sind auch keine billigen Unterkünfte. Zum Abendessen wird ein BBQ in einem Picknick-Park veranstaltet. Na gut, verbranntes Fleisch auf einem Holzkohle-Tisch-Grill zu erzeugen und in kleinen Stücken zu genießen ist zu Hause nicht für jedermann eine Delikatesse. Aber wir sind Gäste und im Ausland und werden satt - und das ist die Hauptsache!
    Morgen soll es weiter in die Berge gehen und regnen. Heute hatten wir nur feuchte Luft, als wir durch die Wolken stießen.
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