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March 15 in Vietnam ⋅ ☁️ 18 °C
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Nur Europäer können so bekloppt sein und Geld dafür bezahlen um solche Straßen fahren zu dürfen! Doch zunächst geht es mit einer Überraschung los: weil heute wenig Regen angesagt ist werden wir einen pass fahren, den wir gestern als Karte beim Abendessen ( übrigens vietnamesisch aber lecker: Kasselerrippchen, Fried chicken, Fried Garnelen, Reis, Suppe) gesehen haben. 82 Spitzkehren auf einer wenig befahrenen Strecke. Auf dem Gipfel der übliche Rummel mit den motorradgruppen und den Kleinbustouristen. Dann biegt der Guide ab. Zwar wird die Straße einspurig und die Betonpiste wird immer schlechter, aber ich komme einigermaßen zurecht. Teilweise geht sie in Geröll und Schlamm über. Erster Höhepunkt hier ist ein ca. 10-15 km Abschnitt, bei dem es zunächst bergauf und dann bergab auf Geröll und Schlamm geht. Ich habe Probleme einem entgegenkommenden Fahrzeug auszuweichen, aber es gelingt irgendwie. Am Nachmittag überqueren wir eine Hängebrücke mit nachfolgendem sehr steilen Anstieg. Prompt bleiben einige in der Mitte vor mir stehen. Ich muss nicht nur im 2. Gang anfahren sondern auch die Steigung bewältigen, weil ich im Moment nicht den ersten Gang reinbekomme. Geht doch!
Die Kurven stehen denen in den Alpen nicht nach. Inzwischen bin ich fahrtechnisch so fit wie nach einer ganzen Saison. Das will aber nicht heißen, dass ich gut fahre, noch immer erkenne ich Defizite bei mir.
Die Landschaft ist wie im Bilderbuch. Terrassen mit Reisfeldern oder Gemüse oder Mais wechseln sich ab mit Urwald, der an steilen Hängen wächst. Bambusplantagen, Palmen, idyllische Hütten in verlassenen Tälern, urige Dörfer fernab der Zivilisation, in denen täglich mehr Motorräder durchkommen als es Einwohner gibt, machen diese Reise einmalig. Menschen die um ihren Lebensunterhalt auf den Reis- und Gemüsefeldern kämpfen oder Federvieh, Schweine, Ziegen oder anderes Getier zum Markt fahren vermitteln einen Eindruck von Vietnam, wie es wirklich ist. Nein, wir trödeln nicht, als wir die Fahrt nach 150 km und 4,5 Stunden reine Fahrzeit beenden. Wir haben an diesem Tag, an dem es nur wenige Regentropfen gab, mehr gesehen, als die tausend Touristen auf dem Ha Giang Loop in den 3-4 Tagen je träumen werden.
Es ist schon erfrischend in Ba Be am See in einem der Höhepunkte Vietnams und gleichzeitig abseits von den Touristen zu sein. Der Veranstalter überrascht mit der Wahl seiner Unterkünfte. Heute sind wir weit ab von der „Zivilisation“ in einem idyllischen Hotel total am Hang untergebracht. Die Stimmung ist bei allen sehr gut, an diesem vorletzten Fahrtag. Und so geht der Tag versöhnlich beim Zirpen der Grillen und angenehmen 22 grad zu Ende, auch wenn es um 18 Uhr schon stockdunkel ist. Immerhin sind wir in den Tropen!Read more












