• Serengeti wird nicht sterben

    12 marzo ⋅ ☁️ 26 °C

    Es war der zweite Tag in der Serengeti und ich würde sagen, der Tag der Elefanten. Aber dazu später mehr.

    Heute mal etwas Infos:

    Die Serengeti umfasst eine Fläche von knapp 15.000 qkm. Keine Ahnung, womit das zu vergleichen wäre, aber es ist riesig. Außer ein paar Forschern unfeiner Außenstelle der Frankfurter Zoologischen Abteilung wohnt kein Mensch hier, auch keine Massai. Das Grenze Gebiet gehört den Tieren.

    Manchen das ganze Jahr, anderen nur die Zeit wenn sie während der großen Wanderung hier grasen.

    Während wir gestern alle 4 Großkatzen gesehen haben (Löwe, Leopard, Gepard und Hyäne) waren sie heute alle verschwunden im hohen Gras.

    Für uns nicht weiter schlimm, das gehört nun mal zum Spiel.

    Die Landschaft ist unfassbar weit, ab und an gibt es ein paar Hügel, ansonsten Steppe und Akazienbäume. Und Leben, wohin mal schaut. Kleines Leben, wenn ein Mistkäfer mit all seiner Leidenschaft und Kraft eine Mistkugel rollt (darin hat er übrigens seine Eier, damit die frisch geschlüpften Larven gleich was zu Futtern haben, wenn sie rauskommen), ein kleines DigDig, so eine Art Miniminimini Antilope mit einem Gewicht von 1kg, Schmetterlinge ohne Ende unsinnige Vögel in den buntesten Farben. (Sogar die Weibchen!), und großes Leben bis hin zum Elefanten.

    Alles bewegt sich und alles passt zueinander. Und fügt sich in einen Kreislauf von dem unser Wald nur träumen kann.

    Durch dieses Paradies fahren unzählige Jeeps mit Touristen. Jetzt im Moment höchstens 1/3 von denen, die im Sommer unterwegs sind. Ab und an sieht man einen, aber nicht oft. (Im Moment nicht oft. Ich möchte nicht erleben, wie das zur Hauptsaison ist)

    Alle, wirklich alle, die wir gesehen haben, begegnen der Natur mit Respekt. Selbst auf dem Klo im Infocenter in der Mitte der Serengeti, wo viele sich zum Kaffee und zur Mittagspause treffen. (Zum einzigen Kaffee im Park)

    Aber… eigentlich sind die ja die langweiligen Touris. Und so war mein Favorit des Tages ein Jeep mit 6 Amerikanern, die wir am Hippo-Pool getroffen haben.

    6 dicke Menschen mit Pringels Rollen in der Hand und Badelatschen an den Füßen (2 hatten Sneeker an). An der Absperrung zu besagtem Wasserloch sagt im Angesicht einer Horde Nilpferde ein Amerikaner doch tatsächlich zu seinem Nachbarn: do you think they are real? Ne, die sind mechanisch und werden vom Fremdenverkehrsamt ferngesteuert!!! Ich denke, es waren Trumpwähler.

    Immer wieder sehen wir eine spanische Gruppe mit ihrem Guide, die leider nicht aussteigen wollen, weil sie Angst vor den Tsetsefliwgen haben. Zu Recht, ihre Kleidung ist all black. Blöd!!

    Und trotzdem… wer hier war, der schützt dieses Paradies, denn kalt lässt es keinen. Am Picknicktisch hinter uns erzählte heute Mittag eine Frau einer anderen mit Tränen in den Augen, sie hätte noch nie so etwas schönes gesehen wie die Elefantenherde heute Morgen. (Wir haben sie leider nicht gesehen, bzw. schon, aber wir waren zu weit weg)

    Es berührt wirklich. Nicht nur die Dame, auch uns. Und so haben all die Touris auch etwas Gutes. Sie werden garantiert anders auf die Natur schauen, wenn sie wo auch immer wieder sind. (Außer den dämlichen Amerikanern in den bunten T-Shirts vielleicht)
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