• Olea Farm Lodge

    14. marts, Tanzania ⋅ ☁️ 20 °C

    Wir genießen unseren letzten Morgen in Tansania (also auf dem Festland) und gleichzeitig unseren ersten Morgen in aller Ruhe. Zwischen Bananenbäumen und Kaffepflanzen mit Kaffee aus eigene Bohnen. Dem ersten wirklich leckerem Kaffee seit einer Woche.

    Bisher hieß es 6h Wecker, 6:30 Frühstück, 7h losfahren und Abenteuer erleben. Heute heißt es den Morgen verbummeln und mittags zum Flugplatz fahren. Ja richtig! Flugplatz. und so bin ich nicht sicher, ob das größte Abenteuer dieser Reise nicht noch vor uns liegt. Ich auf jeden Fall schlucke schon mal ein paar Tabletten. 🥶

    Aber Tabletten hin oder her, es ist heute auch ein guter Zeitpunkt, um die erste Woche ein bisschen revue passieren zu lassen.

    Es waren atemlose Tage. Jeden Abend bin ich ins Bett gegangen und hab gedacht, mehr kann nicht kommen. Und doch kam es…

    Jeder Elefant, jede Giraffe, erst recht jede Katze und jedes Zebra sind einfach wunderschön. Neben der Straße standen sie teilweise keine 5m entfernt. (wobei Straße nicht ganz korrekt ist. Feldweg oder Schlammpiste trifft es besser.)

    Wir haben 1.000 km auf buckeligen, schlammigen und kaum befestigten Wegen zurückgelegt und wurden dermaßen durchgerüttelt, dass die Zähne sich im Kiefer lockerten. (Hier nennt man das mit afrikanischem Humor übrigens Buschmassage.)

    Es waren im Grunde ganz viele verschiedene Welten, die wir gesehen haben. Die Weite der Serengeti, in der man 20km weit über flaches Land gucken konnte, der grüne Dschungel auf dem Berg in dessen Mitte der immergrüne Ngorongoro Krater liegt, die Steppe der Ndutu Ebene mit ihren (im Moment) rund 2 Millionen Zebras, Gnus und Gazellen auf ihrer Wanderung. Die rote Erde in Ndutu und die Felsen der Serengeti.

    Massai, die leben wir vor 1.000 Jahren, ohne Strom, ohne fließend Wasser (aber mit Handy, kein Scherz). Mit ihren Herden und roten Umhängen, alten Ritualen gemischt mit christlichen. Die immer noch ihr ganzes Leben zu Fuß gehen. (Obwohl…. Bei den Straßen hier, vielleicht nicht die blödeste Idee)

    Und dann die Dörfer und Kleinstädte der Tansaniker, durch die wir fuhren.

    Die reichste Natur und die bitterste Armut. Wellblechhütten zusammengezimmert, Müll in ummauerten Müllkippen, die geleert werden, wenn sie voll sind und bis dahin einfach mitten zwischen den Hütten sind. Kleine Läden ebenfalls in Hütten, in denen der Herd steht und nachts geschlafen wird.

    Als wir ankamen vor einer Woche, hatte es die Tage davor stark geregnet. Also waren die Wege voller Schlamm. Aber egal, flip Flops an (Oder wer hatte, Gummistiefel) und durch. Die Zähne strahlend weiß bei allen, die in den Lodges arbeiten und völlig kaputt bei allen anderen) Das finde ich nicht leicht, zu ertragen. Vor allem nicht, wenn ich gerade mit dem allabendlichen Gin Tonic auf der Terrasse sitze und 3 Mann um mich rum springen, ob sie mir einen Wunsch erfüllen könne.

    Es sind Unmengen an Touristen jedes Jahr hier. Und ja, der Parkeintritt, der übrigens recht kernig ist, wird für den Erhalt der Parks genutzt. (Sagen sie zumindest) Aber das restliche Geld? Wo ist das und wo bleibt das?

    Nur wer Glück hat und in einer Stadt wohnt (und wenigstens etwas Geld hat) kann seine Kinder zur Schule schicken und ob man einen Arzt bekommt ist Glücksache. Noch mehr Glück bedeutet, dass auch Medikamente da sind.

    Und trotzdem winken und strahlen sie am Straßenrand.

    Nun, ich werde das Land nicht verändern, aber es kann doch nicht sein, dass unser Guide Daniel, der jedes Blatt in den Parks kennt, noch nie mit seiner 8jähringen Tochter in einem war, weil das schlicht zu teuer ist.

    Wenigstens gibt es mittlerweile eine Initiative, die Schulklassen in den Ngorongoro Park bringt. Ein guter Anfang meiner Meinung nach

    Nachtrag: nach einem gemütlichen Vormittag auf den Sofas in der Lodge (natürlich draußen, is ja warm) sind wir nun am Flughafen. Also Flugfeld. Mega. Wie bei Tanja Blixen. Leider auch die Maschinen. 🥶🥶
    Læs mere