• Tansania & Sansibar

    18. marts, Tanzania ⋅ ⛅ 29 °C

    Eigentlich ist es ja das selbe Land. Aber auch nur eigentlich.

    Heute ist unser 5. Tag auf Sansibar und Zeit, beides mal zu vergleichen.
    Wobei ich schon während ich das noch schreibe, denke, es ist nicht wirklich zu vergleichen, denn Sansibar fühlt sich für mich an, wie ein anderes Land.

    Auf der anderen Seite, käme jemand aus Tansania und würde erst eine Woche in Bayern wandern, um danach auf Sylt zu entspannen, erginge es ihm sicherlich ähnlich. Also… alles gut.

    Und trotzdem…

    Tansania Mainland (wie sie es hier nennen) ist christlich. Und in meinen allerdings eher unerfahrenen Augen auch sehr afrikanisch. (Oder zumindest so, wie ich mir Afrika vorgestellt habe) Massaidörfer neben Kirchen, sehr freundliche Menschen, Kinder, die winken (wirklich alle lustigerweise), oft habe ich singende Menschen gehört, aus den Küchen, den Häusern und einfach nur so. Manche haben gesungen, wenn wir an der Lodge ankamen, alle waren sehr entspannt. Und freundlich.

    Die Dörfer sahen oft extrem arm aus, manchmal nur Hütten, teilweise ohne vernünftige Straßen, oft ohne Kanalisation sondern lediglich einem Wassertank auf dem Haus. Und doch standen die Menschen zusammen, redeten, lachten und fuhren Auto wie die bekloppten. (Wenn sie denn Auto fuhren, die meisten gingen zu Fuß, es ich bei den Straßenverhältnissen für eine guten Plan halte, oder waren manchmal auf Mopeds.)

    Schulkinder in Uniform und Autos, von denen jedes bei uns ein H-Kennzeichen hätte, aber garantiert keines einen TÜV.

    Frauen in bunten Kleidern und mit der beeindruckenden Fähigkeit, alles mögliche in allen möglichen Formen freihändig auf dem Kopf zu balanciere. (Ich werde das zu Hause üben)

    Auf Sansibar empfinden wir die Dörfer als noch deutlich ärmlicher, obwohl die Insel reich sein soll. Dreck überall und selten mal ein Fenster. Entweder gar nichts oder ein Loch in der Wand.

    Die Menschen gehen grußlos aneinander vorbei, man sieht Märkte, aber keine redenden Gruppen, die beieinander stehen.

    Keiner grüßt, keiner winkt, keiner lächelt oder singt gar. Wir sind quer über die Insel gefahren, 4 mal und immer das gleiche Bild.

    Es ist unglaublich grün hier (kein Wunder bei Regen wie gestern Mittag), aber die Kühe sehen schrecklich aus.

    Deutlich mehr Menschen fahren Auto, teilweise sogar neue, aber die Feldarbeit wird mit der Hacke erledigt und ein Ochse zieht die Wagen, die Kinder sind bei den Eltern und nicht in der Schule.

    Aber der größte und deutlichste Unterschied ist, Sansibar ist muslimisch. Und so sind die Frauen, selbst kleine Mädchen, kaum höher als meine Hüfte, verschleiert. Ganz verschleiert die meisten. Also nur Sehschlitze freilassend. Und das in schwarz.

    Laut unserem Guide ist die Religion in den letzten Jahren deutlich strenger geworden. Oft sehe ich Schilder in arabisch nicht in Suaheli. (Auch wenn Suaheli immer noch die Amtssprache ist) Alles kommt aus den Emiraten, vom Aussenborder bis zum Ketchup und während Kinder in Tansania Englisch lernen in der Schule, wir hier arabisch gelehrt. Ganze Resorts werden von arabischen Investoren gebaut.

    Ich will das nicht be- oder gar verurteilen, aber es macht die Insel für mich völlig anders als das mainland. Und nimmt ihr durch das Unsichtbarmachen der Frauen in meinen Augen viel äußere und augenscheinliche Fröhlichkeit. Und auch das afrikanische, denn die bunten Frauen sind für mich ein Teil des Charmes.

    Was gleich ist, ist das latente Chaos, die Häuser, die zu 90% unfertig bis im Rohbau befindlich aussehen, eine robuste Art des Autofahrens (links übrigens, seit die Engländer da waren) und eine sehr unkomplizierte Müllentsorgung. Einfach aufs Nachbargrundstück werfen. Da wohnt keiner.

    Man lebt langsam (porli, porli) und im Zweifel geht immer ein hakuna matata, was so viel heißt wie passt schon, alles easy, don‘t worry oder was sonst noch gerade passt.

    P. S. Frauen in Hotels (zumindest in westlichen oder afrikanischen sind keine Muslima. Keine Kopftücher, (es sei denn, sie sind beim Houskeeping) und essen dürfen alle, auch die Männer, bei denen man ja nicht erkennen kann, was sie sind😉

    Ich denke, in den meisten Ländern sind die Welten innerhalb der Hotels andere als außerhalb derselben. Aber hier empfinde ich das als extrem. Im Hotel ist Afrika. Außen irgendwie nicht.

    Also… alles in allem ist es eine Trauminsel, wenn auch die Strände nicht so toll sind, wie es aussieht. Mega weißer seidiger Sand aber viele Algen und ständig das Meer weg. Und das bei einem Meer, das unfassbar schön ist, wenn es denn da ist oder man reinspringen kann.

    Es ist irre heiß. Und irre schwül. Aber zumindest in Strandnähe (wo wir ja sind) geht meistens ein angenehmer Wind. Die Sonne brennt vom Himmel und dank der Malariaprophylaxe, die die Haut empfindlich macht, haben wir einen unsagbaren Verbrauch an Sonnencreme und trotzdem die eine oder andere rot verbrannte Stelle,

    Aber trotz allem ist es ein toller Ort, um nach der Safariwoche zu entspannen.

    Fotos übrigens habe ich nur von diesem Schmuckstück am Strand. Irgendwie fand ich es blöd, Menschen vor ihren Hütten zu fotografieren. Diese aber war erstaunlicherweise unbewohnt.
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