• Zarte Annäherung an den Strand

    September 24 in Spain ⋅ ☀️ 17 °C

    Ich gestehe, ich habe wunderbar geschlafen. Tief und fest und nur geweckt von ein paar zwar sehr musikalischen, aber dennoch recht vorwitzigen Spatzen. Die Sonne schien, der Himmel war blau und nach einem Kaffee das Leben rosenrot. Tag, ich komme, was soll mir passieren…
    Und es passierte. Es Trenc, der Strand aller Strände, ultimativer Genuss für Sonnenanbeter und Wassernixen, Türkises Meer und weißer Sand.
    Theoretisch stimmt das alles. Vergessen hat der romantisch verklärte Autor dieser Zeilen lediglich die Menschenmassen, die sich Leib an Leib dort drängen.
    Es sei denn, er war am Morgen des 1.Januars dort. Im Wollpulli und mit Restalkohol.
    Aber zurück. Es fing alles damit an, dass in einem irrsinnigen Gewirr von scheinbar wahl- und planlos angelegten Einbahnstraßen der Fahrtweg in dieses scheinbare Paradies mehr als abenteuerlich war. Endlich angekommen auf dem Parkplatz (10€ Parkticket) dann ein kurzer Fußmarsch durch die Dünen und da war er. Von weitem hörbar dank des ohrenbetäubenden Gebrülls einer Stereoanlage lag er vor uns Es Trenc. Der wunderbare.
    Die besagte Stereoanlage gehörte zur einzigen Strandbude mit Bier- und Cocktailverkauf, an der ein gewitzter Kaufmann Sonnenschirme feilbot. Und das mit größtem Erfolg, denn … keine Liegen weit und breit, kein Sonnenschirm (also fest installierter) weit und breit. Ergo… kein Schatten weit und breit. Außer eben, man erwarb einen bunt geringelten Schirm von hübscher Optik und grenzwertiger Qualität. 40€ später waren wir stolze Besitzer zweier dieser Schirme. Was soll’s, is ja Urlaub!
    Also Handtücher in den Sand, Schirm auf und genießen.
    Doch trotz größter Mühe, leicht war es nicht, das Genießen. Zugegeben, das Wasser ist mega. Türkis, blau, klar, warm, perfekt. Aber auch voller Klassenkampf. Denn während sich das Volk am Strand immer näher kam, lagen im Wasser ein paar sehr hübsche Boote. Und ich gestehe freimütig, ich dachte einen Moment lang über eine Zweckehe mit einem Scheich nach. Oder Oligarchen. Oder meinetwegen auch Fußballprofi. Aber von so einer Yacht ins Meer zu springen und mitleidig mit Gin Tonic in der Hand ans Ufer zu schauen, fühlte sich -als der Wind den Schirm zum zweiten Mal aufs Nachbargrundstück wehte-extrem verlockend an.
    So stieg die Temperatur, stieg die Geselligkeit auf dem Nachbarlager (6 Frauen aus dem Schwabeländle, weischt?) und meine Laune fiel.
    Es half nix, zum Schutz aller, Aufbruch. (und ein wirklich sehr leckerer Lunch im Hafen, der die Wogen doch erheblich glätten konnte)
    Fazit: ich bin nicht gemacht für den Massentourismus. Und liege jetzt sehr dankbar und immer noch leicht paniert vom Strand auf der Liege im Haus. Alleine. In Ruhe. Perfekt.
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