Ankunft
September 23 in Spain
☀️ 28 °C
Bevor es los geht, möchte ich mit einem zähen Gerücht aufräumen. Nämlich dass man soooo schnell auf Mallorca ist. Blödsinn! Erst der Heckmeck am Flughafen, dann 2 Stunden Flug (in diesem Fall im beeindruckend schlichten Jet von Ryanair, begleitet von einer Damen- und einer Herrentruppe mit bester Laune (hicks). Willkommen in der Realität der modernen Touristik) Kaum gelandet dann der stramme Fußmarsch auf dem Flughafen Palma, um endlich am Kofferband (es war das gaaaanz hinten) Also ehrlich, das waren Kilometer. Ab jetzt noch noch ein kleiner Weg zum Leihwagen und schwupp waren wir 7 Stunden nach unserem Aufbruch im
Auto auf dem Weg zum Haus. So viel zu „soooo nah“.
Aber alles egal, das Wetter ist traumhaft, das Haus ist hübsch und lecker essen waren wir auch. Also alles bestens.
In anderen Worten, wir sind da und morgen kann das Abenteuer Mallorca beginnen. Ausnahmsweise mal mit einer hoffentlich gesunden Mischung aus Ansehen und dem geliebten Nixtun, (wofür ich ja nun mal bekannt bin.)
Bis dahin… buenas noches für die, die heute lesen und buenos dias für die, bei denen jetzt schon morgen ist.Read more
Zarte Annäherung an den Strand
September 24 in Spain
☀️ 17 °C
Ich gestehe, ich habe wunderbar geschlafen. Tief und fest und nur geweckt von ein paar zwar sehr musikalischen, aber dennoch recht vorwitzigen Spatzen. Die Sonne schien, der Himmel war blau und nach einem Kaffee das Leben rosenrot. Tag, ich komme, was soll mir passieren…
Und es passierte. Es Trenc, der Strand aller Strände, ultimativer Genuss für Sonnenanbeter und Wassernixen, Türkises Meer und weißer Sand.
Theoretisch stimmt das alles. Vergessen hat der romantisch verklärte Autor dieser Zeilen lediglich die Menschenmassen, die sich Leib an Leib dort drängen.
Es sei denn, er war am Morgen des 1.Januars dort. Im Wollpulli und mit Restalkohol.
Aber zurück. Es fing alles damit an, dass in einem irrsinnigen Gewirr von scheinbar wahl- und planlos angelegten Einbahnstraßen der Fahrtweg in dieses scheinbare Paradies mehr als abenteuerlich war. Endlich angekommen auf dem Parkplatz (10€ Parkticket) dann ein kurzer Fußmarsch durch die Dünen und da war er. Von weitem hörbar dank des ohrenbetäubenden Gebrülls einer Stereoanlage lag er vor uns Es Trenc. Der wunderbare.
Die besagte Stereoanlage gehörte zur einzigen Strandbude mit Bier- und Cocktailverkauf, an der ein gewitzter Kaufmann Sonnenschirme feilbot. Und das mit größtem Erfolg, denn … keine Liegen weit und breit, kein Sonnenschirm (also fest installierter) weit und breit. Ergo… kein Schatten weit und breit. Außer eben, man erwarb einen bunt geringelten Schirm von hübscher Optik und grenzwertiger Qualität. 40€ später waren wir stolze Besitzer zweier dieser Schirme. Was soll’s, is ja Urlaub!
Also Handtücher in den Sand, Schirm auf und genießen.
Doch trotz größter Mühe, leicht war es nicht, das Genießen. Zugegeben, das Wasser ist mega. Türkis, blau, klar, warm, perfekt. Aber auch voller Klassenkampf. Denn während sich das Volk am Strand immer näher kam, lagen im Wasser ein paar sehr hübsche Boote. Und ich gestehe freimütig, ich dachte einen Moment lang über eine Zweckehe mit einem Scheich nach. Oder Oligarchen. Oder meinetwegen auch Fußballprofi. Aber von so einer Yacht ins Meer zu springen und mitleidig mit Gin Tonic in der Hand ans Ufer zu schauen, fühlte sich -als der Wind den Schirm zum zweiten Mal aufs Nachbargrundstück wehte-extrem verlockend an.
So stieg die Temperatur, stieg die Geselligkeit auf dem Nachbarlager (6 Frauen aus dem Schwabeländle, weischt?) und meine Laune fiel.
Es half nix, zum Schutz aller, Aufbruch. (und ein wirklich sehr leckerer Lunch im Hafen, der die Wogen doch erheblich glätten konnte)
Fazit: ich bin nicht gemacht für den Massentourismus. Und liege jetzt sehr dankbar und immer noch leicht paniert vom Strand auf der Liege im Haus. Alleine. In Ruhe. Perfekt.Read more

TravelerDas kann ich dir sagen!!! Aber heute… heute wäre es was für euch gewesen. Siehe nächster Eintrag
Der berühmte Markt von Santanyi
September 25 in Spain
☀️ 22 °C
Eigentlich versuchen wir, uns von touristischen Superspots fernzuhalten. Aber manchmal, da hilft es Nix, da muss man hin, weil es einfach schön ist.
Der Haken dabei ist natürlich, das wissen auch die anderen. Alle anderen!! Und das weiß man spätestens, wenn man einen Samstag in Santanyi erlebt hat.
Sanstanyi ist ein bezauberndes Örtchen etwa 1/2 Stunde entfernt, dessen Gassen bilderbuchartig sind und wo am Samstag ein bekannter Markt stattfindet. Ein sehr bekannter Markt. Und so tummeln sich auch in der aktuellen Nebensaison Menschen jeglicher Herkunft in den hübschen Gassen, es herrscht Gedränge und babylonisches Stimmengewirr. Sehr gerne hätte ich ein paar von den Häusern fotografiert, aber ich hatte nicht genug Platz, um die Arme hochzunehmen. Die umklammerten meine Handtasche und dienten der Abwehr schwitzender Leiber.
Also kämpften wir uns tapfer durch die Gassen, vorbei an Ständen mit Schmuck und Salz, Schinken und Basttaschen, Kleidern, Öl und Töpferwaren.
Und trotz der Menschenmengen, schön war’s dann doch! Wirklich schön. Zumal wir mal wieder köstlich gegessen haben und das in Begleitung von Freunden, die zufällig auch auf der Insel sind. (Es ist wie immer, Solinger sind überall)
Fazit: Augen zu und durch, es lohnt sich. Und vielleicht schaffen wir es noch einmal dorthin diese Woche. Dann ohne Markt und in Ruhe.
P. S. Die Bilder sind von einem Café aus gemacht, das vor dem Stadttor liegt. Also VOR dem Markt. Da ahnten wir noch nicht, was 50m weiter los sein würde.
P. P. S. Da ist es, das obligatorische Handstandbild. Im Pool der Anlage. Meer folgt…Read more
Aha! Geht doch!!!
September 26 in Spain
☀️ 19 °C
Manchmal im Leben, da muss man ebendiesem eine zweite Chance geben. Und manchmal eben auch einer Insel, die gemeinhin als wunderschön gilt.
Und so startete ich heute mit der festen Absicht, den gestrigen Strandhorror zu vergessen, voller Zuversicht in den Tag.
Immer noch gilt das Motto, lasst uns uns bestmöglich erholen, bevor am Montag der 4. Mann zu unserer kleinen Gruppe stößt und der aktive Teil des Urlaubs beginnt.
Also wagten wir einen zweiten Anlauf auf einen geruh- und erholsamen Strandtag und landeten am Strand von Sa Rapita, direkt neben dem Yachthafen, der uns gestern kulinarisch mit dem Tag ausgesöhnt hatte.
Und es war perfekt. Liegen, Sonnenschirme, Strandbar (ohne Musik) und wieder dieses wunderbare Wasser.
(Anja, da würden wir uns wohlfühlen 😉♥️)
Also vergammelten wir bestens gelaunt den heutigen Tag. Und das übrigens mit Aussicht auf einen weiteren der hübsch gestreiften Sonnenschirme. Es drängt sich der Verdacht auf, dass es sich um eine mallorcinischen Zweig der berüchtigten Sonnenschirmmafia handelt. Deren Existenz allerdings wurde noch nicht offiziell bestätigt.
Nachtrag zu gestern: kaum zurück im Haus fanden wir zwei unseren frappierend ähnlich sehende Sonnenschirme im Schrank. Ich gehe davon aus, die Vorbesitzer waren auch am Platja des Strenc. Und fühle mich in meinem Sonnenschirm-Mafia-Verdacht spontan bestätigt.Read more
Einbahnstraßen
September 26 in Spain
☀️ 29 °C
Frankfurt, zieh dich warm an, dein berühmtes Einbahnstraßensystem ist nix gegen das hier in Cala Pi.
Selbst die sich ändernden Treppe. In Hogwarts können von den findigen Verkehrsheinis auf Mallorca noch was lernen.
Sowohl in Cala Pi als auch in Sa Rapita (irgendwo dazwischen liegt unser Domizil) wimmelt es von Einbahnstraßen. In bisher jedem anderen Ort, den wir besuchten, übrigens auch.
Der ahnungslose Tourist vermutet also, eine nach rechts, eine nach links, usw. So entstünde ein prima Schachbrett, auf das man sich verlassen könnte, was die engen Straßen entlasten würde und alle wären glücklich. Aber… Weit gefehlt. Die Anordnung ist rein nach Gefühl und selbst nach 2 Tagen drängt sich der Verdacht auf, die Richtungen ändern sich zwischendurch.
Ich will ja den hiesigen Behörden nichts Böses unterstellen, aber….
Der Supergau ist dann, wenn man auf einer Kreuzung steht und (selber natürlich in einer Einbahnstraße) weder nach rechts noch nach links kann. Das Navi aber besteht auf ein sofortiges Abbiegen. Also.. fährt man beherzt in eine Straße und betet, dass keiner kommt.
Klappt meistens, wobei mich schon interessieren täte, wieviele Leihwagen mit kläglich verendeten Touristen so im Jahr aus dem Gewirr gezerrt werden.
Kleine Anmerkung dazu, ebenfalls schwer entzückt hat mich die Parkregelung in ebendiesen Straßen. Die ändert sich nämlich monatsweise. In ungeraden Monaten rechts, in Geraden auf der linken Seite. WARUM??????Read more
Strandvergleich
September 27 in Spain
☀️ 31 °C
Ich gestehe, so viele europäische Strände kenne ich nicht. Und wenn wir jetzt mal die norddeutschen oder holländischen (und erst recht die englischen, die ein eigenes Kapitel wert sind) außer Acht lassen, bleiben in meinem Repertoire die italienischen, griechischen und spanischen Strände. (Also zumindest die, die ich persönlich schon probegelegen habe)
Reduzieren wir das noch einmal auf die, die ich wirklich gerne bereise, bleiben die griechischen und -aus aktuellem Anlass- die spanischen. Präziser gesagt, die mallorcinischen.
Auf der wundervollen Mani in Griechenland liegt es sich bequem auf Liegen unterm Schirm, die für ein paar Euro gemietet werden und bestenfalls verrechnet werden mit dem Verzehr in der nahegelegenen Strandbar. (Die in der Regel ebendiese Liegen betreibt). Man kommt also an, belegt die Liege, wartet auf den freundlichen Kellner und bestellt den ersten Kaffee des Tages und fühlt sich rundum glücklich.
Um einen herum füllen sich die Liegen, Deutsche, Engländer und ja, auch Griechen ziehen ein, alle bleiben rudimentär bekleidet und es herrscht eine ruhige, heitere Stimmung. Meistens ohne Musik und nur unterbrochen, wenn einer in sein Handy schreit. Gerne auf griechisch. So erlebt man alles in allem einen gepflegten Strandtag mit Verpflegung.
Hier auf Mallorca ist das völlig anders. Auf manchen Stränden gibt es zwar Liegen und Schirme, aber…
Die meisten nutzen sie nicht. Das mag bei schlappen 30€ pro Set bei dem einen oder anderen ökonomische Gründe haben, ich vermute allerdings, es ist eher eine Frage der Prinzipien.
Man kommt zum Strand, schwer bepackt mit Schirmen (ja, die Profis haben sie gleich dabei), Stühlen, Decken, diversen Geräten, um auf dem Wasser zu dümpeln, Kühltaschen und natürlich Handtüchern. Dann wird ein Spieß mit Gewinde in den Sand gebohrt, in den der Sonnenschirm kommt, die Decken ausgebreitet, die Accessoires verteilt und sich neben den Schirm in die Sonne geknallt. Für Verpflegung sorgt die Kühlbox oder eine kleine Strandbude mit Kaffee, Eis und Bier.
Dabei liegen die Fraktionen Handtuch und Liege vormittags noch räumlich getrennt. Nachmittags aber umzingeln die Handtücher den Liegenblock und es ergeben sich herrliche Wimmelbilder, schaut man vom Meer aus auf den Strand. Dazu umweht den Liegenden ab ca 11h eine Kakophonie ähnlich der eines deutschen Freibades am Sonntag in den Ferien.
Andre Länder, andre Sitten. Es wird viel leichter, wenn man sie kennt. Und schätzt und den Leitspruch bewahrt, if in Rome, do it like the Romans.
P. S. Falls es zu negativ klingt, das soll es nicht. Wir genießen es trotzdem. Aber ganz spießig auf der Liege😉Read more
Treffen mit Freunden
September 27 in Spain
⛅ 29 °C
Es ergab sich, daß wir nicht die einzigen Solinger auf Mallorca waren. Ich gestehe, ganz zufällig war es nicht, denn dank freundschaftlicher Verstrickung buchten wir bewusst diese Zeit.
Und so kam es dann auch zu 2 Treffen. Das erste in Santanyi, das zweite in Port de Soller.
Schön, lustig und lecker waren sie beide und gerade Porte de Soller, wohin wir ansonsten nicht gekommen wären, zeigte sich als ein mögliches Ziel einer anderen Reise.
Malerisch sich an die Berge schmiegend um eine Bucht herum, mit -jetzt, Ende September- gerade richtig viel Trubel um weder langweilig noch überfüllt und laut zu sein. Wer weiß also, ob uns unsere Wege nicht noch einmal hierher führen.
Jetzt aber erst mal ein Gruß an alle, die dabei waren und mitlesen, sowie an abwesende lesende Freunde desselben Clubs.
P. S. Und wieder einmal zeigt sich der Charme, Rotarier zu sein, man wird schon am Flughafen begrüßt 😉Read more
Delphine
Sep 28–29 in Spain
☁️ 28 °C
Nachdem wir heute unsere kleine Gruppe komplettiert und abends Klaus Geburtstag gebührend gefeiert haben, starten wir morgen in Richtung Santa Ponsa westlich von Palma. Eine Bettenburg, die wir normalerweise großräumig meiden würden, wären da nicht die Boote, die uns aufs Meer bringen. Auf‘s Meer um a) vom Boot in dieses zu springen und b) in diesem Delphine zu beobachten. Nun hoffe ich natürlich, dass die braven Tierchen auch auftauchen, was noch zu klären wäre. Erst einmal hinfahren, und dann sehen wir weiter.
Wir sind in der Urlaubshölle. Ein riesiger Strand umzingelt von legehennenkäfigartigen Häusern, ein Gemisch aus Wohnungen, Appartements und Hotels. Davor die Uferprommenade mit einer beeindruckenden Anzahl an Läden mit Handtüchern, Badelatschen, Sonnenbrillen und Luftmatratzen. Unterbrochen von Imbissbuden und Cafés, an denen sich rote, meistens tätowierte und grundsätzliche übergewichtige Leiber in knapper bis keiner Bekleidung ein Full englisch Breakfast samt Bier reinzimmern.
Aber egal. Erika und Volker können ihre Bankgeschäfte erledigen und wir suchen uns einen schönen Baum am Strand.
Unter einer Pinie schlagen wir unser Lager auf, ein Windhauch umweht unsere Nasen, es duftet sanft nach Erkältungsbad und schon nach 10 Minuten klebt alles. Es ist wunderbar. Ehrlich! Und wenn man stramm aufs Meer schaut, dann kann man fast die Betonhölle im Rücken vergessen.
Also Buch raus und Augen zu.
2 Stunden später. Wir besteigen einen Katamaran und sausen auf ruckelnder See in Richtung offenes Meer. Das Boot ist recht voll, die üblichen tätowierten Menschen sind auch da, aber das stört uns nicht. Denn der bestens gelaunte Kapitän unterhält uns vorzüglich, bis der Ruf ertönt: „da sind sie“. Und ja, da waren sie. Und zwar so schön, daß ich fast das Fotografieren vergessen hätte. Ganze Familienverbände von Delphinen schwammen vorbei. Wunderschön und viel blauer, als die auf Sansibar. Die waren irgendwie grauer bilde ich mir ein. Aber egal, sie waren toll.
Und als wäre der Tag nicht schon perfekt gewesen, hielt das Boot in einer zauberhaften Bucht an zwecks Schwimmpause. Und was gibt es Schöneres, als vom Boot ins Wasser zu springen? Richtig! Nix!!
Und schon war sie Tourihölle am Strand vergessen.Read more
Die Insel an sich
September 30 in Spain
🌙 23 °C
Mallorca, die Insel, die jeder kennt oder zu kennen glaubt, die Extreme auf wenigen Quadratkilometern vereint, die geliebt wird und verachtet.
Mallorca, wo gesoffen und gefeiert wird, wo unterirdisches Publikum sich tummelt und Häuser stehen, die einem den Atem rauben.
Wo manche einmal und nie wieder hinfahren und viele immer wieder kommen.
Ich bin nicht so vermessen zu sagen, ich würde die Insel kennen, aber das, was ich gesehen habe, kann man nur als wunderschön bezeichnen. Strände (wenn sie nicht touristisch zugeballert sind (kleiner Kalauer am Rande), Weite, nur unterbrochen von den schönsten Bruchsteinmauern, Berge, Olivenhaine, Orangen- und Mandelbäume und dazwischen Häuser, die sich (außer siehe oben) in ihrem Ockerton in die Landschaft fügen.
Das Wasser ist glasklar, der Sand fein und das Meer -zumindest jetzt im September- angenehm warm.
Manche Dörfer haben es geschafft, dem Ansturm der Fremden standzuhalten. Vielleicht haben sich Gastronomie und Handel angepasst (je nachdem, wo man ist), aber die Häuser, die engen Straßen und die wilden Pflanzen sind noch da. Und nicht verdrängt worden von modernen Zweckbauten mit Rasenroboter oder (noch schlimmer) scheußlichen Appartementblöcken.
Ich kann verstehen, daß manch einer hier viel Zeit verbringt, sich ein Haus kauft oder eine Wohnung. Es ist wirklich ein schönes Fleckchen Erde.
Auf der anderen Seite kommen jedes Jahr Millionen Menschen hierher, um sich in einer der Bettenhochburgen einzuquartieren und Tag für Tag mit vollem Equipment an den Strand zu pilgern, um in der Sonne zu rösten. Zwischendurch eine feine Sangria oder ein gepflegtes Pils und abends möglichst deutsches Essen. Verrückt!
Hier steht der Porsche neben dem tätowierten, rot glühenden Arbeiter aus Liverpool oder Gelsenkirchen, laufen elegante Damen neben halbnackten (ebenfalls tätowierten) Frauen mit gleichen T-Shirts und dem Aufdruck „einmal Malle und dann Ehe“, sitzen Golfspieler neben der Kneipen-Kegelmannschaft „die geilen Pinne“ aus Wanne-Eikel und kostet der Kaschmirpulli in der Boutique 500€ und die LV- Tasche am Strand 20€. (2 Taschen für 30)
Und wieder, es ist nur ein kleiner Ausschnitt, aber eine Insel der Extreme. Horrororte und wunderschöne. Landschaft, völlig zugepflastert und manchmal weit und leer und einfach zauberhaft.Read more
Santanyi, 2. Versuch
September 30 in Spain
⛅ 28 °C
Wir haben es noch einmal versucht. Es gab ein paar Dinge zu besorgen, und da die Stadt ja nun einmal wirklich hübsch ist, dachten wir uns, fahren wir noch einmal hin. Nach Santanyi.
Im Ankommen wurden wir das erste Mal leicht stutzig, als ein etwas außerhalb gelegener Parkplatz gerammelt voll war. Aber egal, wir fuhren tapfer in die Altstadt weiter.
Kaum ausgestiegen (wir Füchse kannten ja nun einen geheimen Parkplatz vom letzten Mal) schlenderten wir siegesgewiss in die Altstadt. Siegesgewiss, weil ja kein Samstag war und damit kein Markt.
Von wegen. Der informierte Tourist hätte es natürlich gewusst. Wir Trottel allerdings nicht. Der Markt findet samstags und mittwochs statt. Ahhhrrrgggg!!!!!!
Also, Augen zu und durch. Jetzt waren wir ja nun einmal da. Und ehrlicherweise, es war zwar voll aber lang nicht so schlimm wie am Samstag.
Und das Beste: Frauen in hübschen Sommerkleidern, Männer in Shorts und Leinenhemd und keiner entblößt seinen Oberkörper. Nicht einmal eine Badehose hab ich gesehen. Das alleine war es schon wert. Der perfekte Kontrast zur gestrigen Tourihölle.
Also kauften wir schwitzend aber bestens gelaunt ein paar Mitbringsel für unsere Lieben und uns, komplettierten unsere Küchenhandtuchsammlung mit einem wunderbaren Exemplar, das ein blauer Oktopus ziert (quasi als Entschuldigung dafür, dass wir so viele seiner Kameraden in den letzten Tagen verspeist haben), saßen in einem bezaubernden Innenhof mit wunderbarer Livemusik und genossen den herrlichen, wenn auch sehr schwülen Tag.
Jetzt liegen wir erschöpft in der Klimaanlage, Klaus schläft, ich schreibe und wir freuen uns aufs Abendessen.
Wieder ein perfekter Tag! Und wer das hier liest, um eine Reiseempfehlung zu kriegen, kommt nicht am Mittwoch oder am Samstag hierher. Außer, ihr seid roswnmontagserprobt und habt keine Phobie vor Menschenansammlungen auf engstem Raum.
P. S. Ein Geschäft mit dem Namen „Julia - luxury shoes“. Wenn sie jetzt noch Ballerinas gehabt hätten… oder irgendwas in 41…Read more
Palma
October 1 in Spain
☁️ 28 °C
Mallorca ohne Palma… geht nicht. Einmal Kathedrale, einmal Born, einmal Trubel.
Der Tag ist trüb und warmfeucht, die Wolken hängen tief, und auf geht’s.
Angekommen in Palma finden wir einen bomben Parkplatz in der Tiefgarage und stehen, zurück im Tageslicht, zwischen Kathedrale und Hafen. Na geht doch! Und wir auch, nämlich in Richtung Altstadt. Allerdings nur ein paar Meter, denn erst einmal heißt es Frühstücken. Der Passeig des Born ist erstaunlich leer, die geschätzten 10.000 Passagiere der vor Ort liegenden 3 Riesenkreuzfahrtschiffe scheinen noch bei der morgendlichen Fütterung zu sein.
Schön ist es. Wundervolle Häuser, viel Jugendstil, schattige Bäume auf den Plätzen, Stimmengewirr wie einst in Babel und nicht zu vergessen, schöne Geschäfte.
Und… Pretty Ballerina. ♥️♥️
Also shoppen wir uns bestens gelaunt durch Palma, essen zwischendurch prima Tapas und genießen den Tag.
Mittags wird es eng, die Kreuzfahrer sind angekommen und fluten in Horden die Gassen. Immer dem Schirm mit dem Bären hinterher, aber streng getrennt nach Reederei. Wichtig! Wer will schon mit „den anderen“ in einen Topf geworfen werden? (Laut unserer Tischnachbarn beim Mittagessen ein wohl gewichtiges Thema. Wer kommt von welchem Schiff)
Zum Abschluss noch - dank eines Rundgangs durch die wundervolle und beeindruckende Kathedrale - ein kleiner Ausflug in die örtliche Kultur- und Architekturszene und dann fallen wir, mittlerweile völlig erschöpft, ins Auto.
Morgen ist unser letzter Tag und den werden wir gepflegt am Strand vergammeln.Read more
Schönes und Kurioses
October 2 in Spain
☁️ 22 °C
Of the Track sozusagen gibt es ein paar zauberhafte Beobachtungen.
Da wären natürlich die schon beschriebenen Einbahnstraßen, aber es gibt noch anderes, Unerwartetes.
Kreisverkehre. Mega! In meiner Heimatstadt Solingen wird seit Jahren über einen (!!!) Kreisel diskutiert. Und hier, einer nach dem anderen. So ist der sicherlich am häufigsten gesagte Satz im Auto: „am Kreisverkehr geradeaus“. Mit dem Ergebnis, es läuft. Und es läuft gut! Ich schreibe diese Sätze an Tag 6 und habe noch keine einzige Ampel gesehen. (Also außerhalb Palmas)
Und noch ein kleiner Nachtrag zum Verkehr, der Hersteller von mallorcinischen Stopschildern muss ein Millionär sein! Denn zu jedem Einbahnstraßenschild gibt es passende Stoppschilder, die in heiterer Gelassenheit auf den Straßen verteilt sind.
Klos. Ich bin immer schon der Meinung, einer sollte mal ein Buch schreiben über die Klos dieser Welt. (Vielleicht hat es auch schon einer getan, wer weiß…) Bzw. über die Klokultur im öffentlichen Raum.
Ein Beispiel: Deutschland: Männer, Frauen, Diverse und -wenn man Glück hat- Behinderte. Mallorca (zumindest da, wo ich bisher auf dem Klo war): eine Tür, jeder ist willkommen und behindertengerecht ist es auch noch. Wie wunderbar pragmatisch!
Und apropos behindertengerecht… die Tage beobachtete ich folgende Szene am Strand: ein altes Ehepaar kam, sie alt, er uralt und im Rollstuhl. Beide warteten geduldig an einer Bude am Strand, bis diese öffnete und diverse Geräte zutage kamen. Rollatoren mit strandgerechten Rädern, Rollstühle und etwas, das aussah wie eine dichte Hängematten auf Rädern, tiefer gelegt und mit Armstützen. Darauf bugsierten zwei fesche Lifeguards besagten Senior und schoben ihn ins Meer. Ganz selbstverständlich und sehr liebevoll. Im Meer hörte man die beiden Männer (also den alten und den bei ihm gebliebenen Lifeguard) miteinander lachen und erzählen. Was eine rührende Szene.
Diese Einrichtungen gibt es wohl gemerkt an jedem Strand. Selbst in der Urlaubshölle von Santa Ponca.
Salz. Salz ist hier eine große Nummer. Flor de Sal natürlich. Das liegt bergeweise auf dem Weg nach Es Trenc rum und wird anschließend zu mittelalterlich hohen Preisen hübsch verpackt verkauft. Lustig nur, daß wir bisher in keinem noch so guten Restaurant welches gesehen haben. Aber das Touriherz schlägt natürlich höher und zu, wenn es so nett auf dem Markt angeboten wird.
Essen. gegessen wird im Restaurant streng getrennt nach Nationalität. Am frühen Abend die Engländer (später mangelt es den meisten an der Hand-Mund Koordination, ist also besser so). Punkt 18h die Deutschen, und frühestens um 21h kommen die Spanier. Die hatten natürlich einen wunderschönen Mittagsschlaf bis 16h und erst dann fing im Grunde der Tag so richtig an. Was für ein Leben!!! Und ehrlicherweise, das könnte mir gefallen.
Strand. Hatte ich die Nummer mit den Handtüchern schon erwähnt? Ich glaube ja. Super. Immer wieder.
Haustiere. Die mallorcinischen Gastronomen scheine keine Tierfreunde zu sein. Nicht einmal auf den Außenterrassen sind Hunde erlaubt. Am Strand übrigens auch nicht. Das führt dazu, daß man kaum größere Hunde sieht und kleine in Handtaschen gestopft unter Liegen und Tischen stehen.
Es gibt auch keine streunenden Katzen, wie sonst so oft in südlichen Ländern, was für mich (und mein Katzenherz) eine große Erleichterung ist.
Dafür verfügt unser Haus über eine sehr aktive Grille im Garten, die uns Nacht für Nacht in den Schlaf zirpt, einen sehr musikalischen Schwung Spatzen und einen kleinen Gecko, der allerdings recht schüchtern ist und nur ab und an aus seiner Behausung -der Lampe über der Terrassentür- herauslugt um kurz „Guten Abend“ zu sagen. (Und hoffentlich ein paar der unzähligen hungrigen
Mücken erledigt, die uns recht erfolgreich zerstochen haben.
Kaugummi. Man darf hier als Tourist so ziemlich alles (solange man keinen Hund mit ins Restaurant bringt s.o.) Halbnackt durch die Straßen rennen, sich am Strand aufführen wie eine Herde Brüllaffen, jahrzehntelang kommen ohne jemals ein Wort Spanisch zu lernen, Autofahren wie ein verrückter und was weiß ich noch alles. Nur eines nicht: Kaugummi auf die Straße spucken. 400€ kostet das Erwischtwerden, wie die ebenso informativen wie bedrohlichen Schilder ankündigen.
Höhlen. Unter der Oberfläche gleicht Mallorca einem Schweizer Käse. Über 5.000 Tropftsteinhöhlen gibt es, manche über 300m tief und von erstaunlicher Größe von teilweise weit über 10.000qm. Aber ich gestehe, keine einzige haben wir gesehen. Scheint, als müssten wir noch einmal kommen.
Wasser. Das Meer ist großartig, in karibischen Farben, klar und warm. Und ja irgendwie auch überall. Zumindest überall drumrum. Aber… Es gibt auf Mallorca keine Flüsse und keine Seen. Was manchmal wie ein Fluss aussieht, ist in Wirklichkeit ein Sturzbach nach extremen Niederschlägen (und auch die gibt es dann nur ein paar Tage) Und das Wasser aus dem Hahn in unserer Anlage ist so kalkhaltig, daß ich nach dem Auswickeln der Haare nach der Dusche aussehe wie ein lang verschollenes Mitglied der Leningrad Cowboys. Ganz ohne Gel!!! Mega!!
So. Wenn mir noch was auffällt, melde ich mich. Aber jetzt geht es erst mal auf, den letzten Tag zu genießen. Mit dem geliebten Nixtun natürlichRead more
Endlich mal Nixtun
October 2 in Spain
☁️ 25 °C
Unser letzter Tag ist da. Morgen Nachmittag geht es ab nach Hause. Also genießen wir plan- und traditionsmäßig diesen am Strand. Und dabei kann uns auch ein bedeckter Himmel und die Androhung eines Gewitters nicht abbringen. Schöießlich haben wir Tropenstürme und Englisches Wetter überlebt, was kann uns ein kleines Gewitter…
Also beziehen wir unsere Liegen, trotzen dem Wetter und genießen es, den Strand für uns zu haben.
Eine knappe Stunde später ist die Sonne da. Hah!!! Nehmt das, ihr elenden Pessimisten!!!
2 weiter Stunden später hält die Sonne ein kleines Nickerchen hinter ein paar Wolken. Der Stand hat sich gefüllt und das Mittelmeer zeigt, dass es auch Wellen kann. Herrlich!!!! Auf meinem Bauch hat es sich eine Ameise bequem gemacht und zumindest auf unseren 4qm unter dem Schirm herrscht Frieden.
Und Zeit, über die letzten 10 Tage nachzudenken. Schön war’s. Und nein, ich möchte kein Ferienhaus. Weder hier noch sonstwo. (Außer vielleicht in England 😉) Viel zu schön ist die Welt.
Und damit gehe ich jetzt essen. Bis morgen zu einem letzten Footprint.Read more
Letzter Tag
October 3 in Spain
☁️ 25 °C
Und schwupp, sind die 10 Tage rum. Die Koffer sind gepackt und heute Nachmittag geht der Flieger. Und ich schwanke (wie immer) zwischen schade und Vorfreude auf Zuhause.
Aber wir gehen natürlich nicht, ohne daß wir noch einmal den Vormittag nutzen. Und zwar um ausgedehnt zu frühstücken.
Es ergab sich während der letzten Tage, daß sich eines der Restaurants an der Uferstraße zu unserem Liebling gemausert hat. Nicht auf Anhieb, denn die Plastikstühle samt Resopaltischen wären spontan nicht meine erste Wahl gewesen. Wäre da nicht die a) Eistheke und b) Gebäckauswahl. Ehrlich, die überzeugt. Und da wussten wir noch nichts von den superleckeren Babycalamares, die in üppigen Mengen serviert werden.
Also: don‘t judge a book by it‘s cover!
Und heute nun Frühstück. Quasi als Abschluss. Lecker!
Wie um uns Lebe wohl zu sagen, klart der Himmel auf, der Blick auf Meer glitzert wieder und Sa Rapita zeigt sich von seiner hübschesten Seite.
Noch ein paar Bilder von der Anlage, vom Hinweisschild auf das „schwarze Schaf“, dem Restaurant neben unserem Haus und sicherem Wegweiser durch alle Einbahnstraßen und mein Lieblingsblick auf Klaus, Kaffee an der Liege servierend. Er wird mir fehlen. Der Blick, nicht Klaus, der kommt mit nach Hause😉.
Der Wahnsinn des Flughafens liegt sicher hinter uns, Auto und Gepäck sind (hoffentlich) da, wo sie hingehören. Und wir auch. Ist schon ein krasser Gegensatz zu unserem letzten Flug. Ach ja, delayed sind wir auch…. das gab es bei der Swiss Air natürlich nicht😉.
Mit einer Stunde Verspätung landen wir in Köln. Schön war’s und schön ist es wieder zu Hause.
Danke an alle Leser, besonders an die, die sich zu erkennen geben😉. Danke an meine allerbesten Nachbarn und Freunde, die sich um Haus und Katzen gekümmert haben.
Danke an Volker und Erika für ihre Gastfreundschaft.
Wie lesen uns im April, da geht es nach Kairo, auf den Nil und anschließend zum berühmten Nixtun ans Meer.
P. S. Am Schluss und auf besonderen Wunsch einer einzelnen Dame, das Selfie des Tages. Beknackt wie immer😂😂Read more
























































































































































TravelerImmerhin zwei Tage parallel auf der Insel 🌴🥳willkommen!!
TravelerNa dann, los geht´s, Ihr wilden Malle-Nomaden!
TravelerMui bien würde Tim jetzt sagen 🫶Viel Spaß Ihr Lieben 🥰