Graffiti und Markt in Bogota
17. august 2024, Colombia ⋅ ⛅ 19 °C
Unseren zweiten Tag in Bogota haben wir nach einem weiteren leckeren Frühstück in netter Gesellschaft mit einer Graffiti-Walking Tour begonnen. Jay ist Kolumbianer aber in den USA aufgewachsen und hat uns ca. 2 Stunden durch Bogota geführt, uns die schönsten Graffitis gezeigt und uns deren Geschichten erzählt. Mir ist in Mittel- und Südamerika schon oft aufgefallen wie bunt es überall ist, an sehr vielen Wänden oder Unterführungen sind teilweise riesige Kunstwerke. Diese haben meisten auch ihre Bedeutung. Viele Bilder die Jay uns gezeigt hat hatten einen sehr ernsten Hintergrund, das hängt mit der schweren Geschichte Kolumbiens zusammen (für die hier der Platz und die Zeit nicht reichen würde :-D). Anders als bei uns in Deutschland, dessen Geschichte auch sehr, ich sag mal „schwierig“ war, ist sie in Kolumbien gerade mal knapp 7 Jahre her, erst seit dem läuft der Friedensprozess im Land… man kann sich also nur vorstellen wie viel davon noch in den Köpfchen steckt.
Z.B. das Bild mit der Beschriftung „Sanaremos“ zeigt zwei Frauen die eine weinende Frau umarmen und ihre Tränen auffangen, damit möchte man auf die Gewalt gegen Frauen und deren Unterdrückung aufmerksam machen.
Ich habe mich immer gefragt was die Graffitis bedeuten sollen die man entweder extrem schwer oder gar nicht lesen kann, für mich sehen sie oft eher auf wie gekritzel… :-D. Diese sind quasi da um auf sich aufmerksam zu machen, um so öfter ich also meinen Namen oder meinen Künstlernamen irgendwo hinsprühe um so mehr mache ich auf mich aufmerksam und erlange Respekt in der Szene. Am besten nan unmöglichen Stellen. Zwei Künstler in Bogota haben es geschafft ihre Namen auf das höchste Gebäude gaaaanz oben zu bringen, die letzten Etagen wurden nie zu Ende gebaut, daher hatten sie ein leichteres Spiel. Diese beiden Künstler gehören wegen diese Aktion zu den bekanntesten und erfolgreichsten in der gesamten Graffiti-Szene weltweit…
Er hat uns erzählt, dass immer mehr Touristen nach Kolumbien kommen, was erst mal sehr gut für das Land ist, es wird z.B. sicherer, die Infrastruktur wird besser und es kommt „Geld rein“. Der Tourismus hat aber auch seine Schattenseiten wie man zur Zeit in Spanien sieht, er sorgt für steigende Preise und im schlimmsten Fall dazu, dass sich einheimische ihr Leben vor Ort nicht mehr leisten können. Mal schauen, wie sich das entwickelt.
In Bogota sind uns nicht sehr viele Touristen aufgefallen, in Salento allerdings sehr :-D.
Am Nachmittag sind wir nach Usaquen gefahren, hier im Stadtteil findet man jeden Sonntag ein Handwerksmarkt aus schönen Ständen mit selbstgemachtem Schmuck, Klamotten usw. Wir haben auch endlich ein paar schöne Cafés und Restaurants gefunden, davon gab es in La Candelaria gefühlt nicht so viele.
Unsere Zeit in Bogota war ein guter Start, etwas ungewohnt ist die Temperatur dort, im Schatten und abends ohne Sonne kann es ziemlich kalt werden, in der Sonne verbrennt man dann sofort :-D.
Einmal sind wir versehentlich in eine naheliegende Straße eingebogen in die wir besser nicht hätten gehen dürfen… es war super dreckig und auch nicht mehr sicher… wir wurden auch mehrfach gewarnt nicht in den benachbarten Teil zu gehen, dort wurde sogar unser Uber-Fahrer mit dem Auto nervös. Alles schöne hat nun auch einen Schatten…
Mein Fazit der Graffiti-Tour war übrigens, dass sich Deutschland gerne eine Scheibe davon abschneiden könnte und bunter werden darf!Læs mere
















Durch diese Informationen kommt man zum Nachdenken. [Ellen]