• Einmal Pinocchio bitte 👺

    July 15, 2024 in Italy ⋅ ☀️ 30 °C

    Beim morgendlichen bzw. mittäglichen Frühstück auf der Dachterrasse brutzelte die Sonne schon wieder gnadenlos vom Himmel. Zu heiß für Pisa war die einhellige Meinung, also schnell ein Alternativziel mit "P" gesucht. Puccini war schon weg also blieb als nächste Wahl Pinocchio bzw. der Geburtsort der Mutter dessen Schöpfers Carlo Collodi. Carlo hieß eigentlich Carlo Lorenzini und legte sich sein Pseudonym als Reminiszenz an seine Kindheit, den Wohnort seiner Großeltern, Collodi, später zu.
    Unsere Route führte uns, nach unser täglich steilen Talabfahrt erstmal nicht in Richtung Meer, sondern in die andere Richtung, in die Berge. Gleich zu Beginn erklomm unser kleiner Blauer tapfer die Serpentinen in Richtung Himmel. Vor wenigen Wochen tourte hier noch der Giro de Italia die Straße zu einer Bergwertung der leichtesten Kategorie nach oben. Ich hätte wahrscheinlich schieben müssen ... . Nach gut 75 Minuten Fahrt durch abwechslungsreiche Landschaften erreichten wir dann recht fix Collodi. Ein Parkplatz war schnell gefunden und der Blick fiel unweigerlich auf die Villa Garzoni, die auf dem Berghang über der Unterstadt trohnte und den Eingang zum Oberdorf darstellt. Der Eintritt zum Park der die beiden Ortsteile verbindet war mit 19€ p.P. mehr als üppig und wir waren gespannt was uns dafür alles geboten wird. Etagenförmig steigt der Garten an und ist von einer Vielzahl von Skulpturen gesäumt. Mittig ganz oben befindet sich ein großer Wasserspeier der dafür sorgen soll, dass das Wasser terrassenartig durch einzelne Becken bis nach ganz unten fließt. So war es sicherlich auch einmal, doch der Anblick der sich ins bot war einfach nur enttäuschend. Der Park total ungepflegt, die Skulpturen in einem erbärmlichen Zustand, die einzelnen Wasserbecken ausgetrocknet oder veralgt. Nur mit viel blühender Phantasie konnte man sich die ehemalige Schönheit der ganzen Anlage vorstellen. Für den steilen Aufstieg zur Villa Garzoni wurde man mit einem schönen Blick in die Umgebung belohnt, die Villa doch selber aber auch in einem erbärmlichen baulichen Zustand und nicht zu betreten. Keine Ahnung wie der Park zu seinen guten Google Rezensionen gekommen ist, wir waren jedenfalls absolut enttäuscht und gefrustet für unsere 19€ Eintritt. Und es wurde leider nicht besser, denn einen direkten Ausgang an der Villa ins empfohlene Oberdorf gab es nicht. Also ging es bei 35°C zunächst wieder ganz nach unten um dann den steilen Aufstieg, ein zweites Mal, diesmal außerhalb des Parks, in Angriff zu nehmen. Eine etwas schweißtreibende Angelegenheit, aber diese war zumindest lohnenswert. Alles erinnerte ein wenig an unseren Urlaub in Forza d'Agrò auf Sizilien. Kleines Dorf, steile Straßen, enge Gassen und einfache Häuser und das ganze garniert mit einem tollen Ausblick 😍 Ein kleiner Ausgleich für die vorher erlittene Enttäuschung und man konnte ahnen woher Carlo Collodi seine Inspiration für seinen Pinocchio gefunden hat.
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