• Aller "guten" Dinge sind Drei

    September 1 in Sweden ⋅ 🌙 15 °C

    Nach einer guten Nacht frühstückten wir gemütlich und schon bald danach gab es auch schon schönen Sonnenschein. So nutzte ich, Cindy, den Ort und die Zeit gleich nochmal für eine Dusche.

    Tim holte sich einen Klappstuhl raus und setzte sich zum Lesen auf den Steg in die Sonne.

    Bis 14 Uhr hatten wir Zeit. Da war der Termin in der Werkstatt, bei dem wir unsere neuen Winterräder für vorn bekommen sollten. Frohen Mutes und voller Hoffnung, das Pannenchaos endlich hinter uns zu lassen, fuhren wir los.

    Wir waren bereits in Gävle als das Auto seltsame Geräusche machte. So ein "flattern". Ganz komisch. Im Rückspiegel sah ich, Cindy, dass der hinteren Reifen platt war. Im Cockpit gab es keine Meldung über Druckverlust. Aber der Reifen war eindeutig platt. Wir schalteten den Warnblinker an und fuhren sehr sehr langsam noch bis zu einer Stelle nach einem Kreisverkehr, wo wir nicht zu sehr im Weg standen.

    Wir wollten nicht das Rad kaputt machen. Also lief Tim die letzten ca. 400m zum Reifenservice, wo wir den Termin hatten und berichtete von dem dritten Platten. Sobald ein Mitarbeiter frei war, wollten sie zu unserem Auto zurück lommen.

    In der Zwischenzeit stand ich allein am liegengebliebenen Auto. Autos und Fußgänger hielten an, um mich zu fragen, ob ich Hilfe brauche. Wirklich sehr freundlich!

    Nach ca. 20 Minuten, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, kam Tim mit dem Mechaniker zurück. Die Idee war, wieder Luft aufzupumpen, damit wir wenigstens noch das letzte Stück fahren konnten. Aber das war nicht möglich. Das Loch war so groß, dass die Luft sofort wieder raus war.

    Der Mechaniker sagte, dass es die beste Idee ist, wenn wir ganz langsam zur Werkstatt gefahren kommen. Also taten wir das. Auf der Fahrt kamen mir dann auch die Tränen. Das konnte doch alles nicht wahr sein!

    Als wir bei der Werkstatt ankamen, nahm mich die nette Mitarbeiterin, mit der wir schon am Sonntag und am Montag gesprochen hatten, erstmal in den Arm.

    Der Reifen war also nicht zu reparieren. Was nun? Winterreifen waren nicht auf Lager. Sommerreifen und Winterreifen mixen ist nicht erlaubt. Weitere Winterreifen bestellen würde bis Donnerstag oder Freitag dauern. Vier Sommerreifen wären auf Lager.

    Also riefen wir wieder die Roadsurfer-Hotline an. Die mussten doch jetzt einfach die Sommerreifen genehmigen, damit wir weiter kommen. Mitten im Gespräch nahm die Mitarbeiterin aus dem Reifenservice das Telefon und erklärte der Hotlinemittarbeiterin, dass sie auch Fahrzeuge vermieten und das im Schadensfall dem Kunden schnell und sicher geholfen werden muss. Sie sagte, dass die Sommerreifen genehmigt werden sollen, damit wir endlich weiter können. Das war ein wirklich guter Support und wir waren ihr sehr dankbar. Sie konnte das auf englisch viel flüssiger und eindrücklicher klar machen als wir.

    Das Ergebnis war, dass wir einen Kostenvoranschlag für die Sommerreifen erstellen lassen und an Roadsurfer mailen sollten. Nachdem sich daraufhin wieder keiner zurück gemeldet hat, haben wir wieder angerufen. Sehr nervenaufreibend! Und wieder ein neuer Mitarbeiter dem wir alles von vorn erklären mussten. Aber er kümmerte sich, während wir am Telefon warten sollten, sofort um die Freigabe. Damit konnten die Reifen gewechselt werden.

    Die Mechaniker sagten, dass alle Reifen Schrott sind. Wir haben alle Reifen fotografiert, um zu dokumentieren, dass diese Reifenpannen nicht wegen uns passierten. Alle Reifen waren innen total runter. Hinten noch schlimmer als vorn. Sogar so weit, dass sogar das Gewebe zu sehen war.

    Der einzige Reifen, der noch keinen Platten hatte, hatte einen grossen Schlitz, so weit war das Profil schon runter. Und in den Reifen heute hatte sich nichts eingefahren, sondern war platt gegangen, weil das Profil weg war. Einfach so, auf asphaltierter Strasse innerorts ist der Reifen einfach platt geworden.

    Nun haben wir 4 neue Sommerreifen und sind ein Stück nordwärts gefahren. Hier versuchen wir zeitig zu schlafen und uns zu erholen. Wir haben beide Kopfschmerzen und sind total erledigt.

    Beigefügt sind Reifen-Fotos. Bei einem Foto sieht man, dass die Rille durchgehend war. Beim anderen Foto sieht man deutlich, wie ein Stück der Rille einfach fehlt und komplett runter ist. Uff.

    Im Grunde ist es aber gut, dass das heute vor der Werkstatt passiert ist. Denn so, wie die Hinterreifen aussahen, wäre eine Weiterfahrt sehr gefährlich gewesen. Nächster Platten, Reifenplatzer, ... und und und.
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