• Der mutige Elchbulle

    September 15 in Norway ⋅ ☁️ 10 °C

    Man könnte sagen, wir haben letzte Nacht unter der Brücke geschlafen. Naja fast. Auf jeden Fall führte direkt über uns eine Straße über eine Brücke. Auf 2 Seiten waren wir umgeben von Wasser.

    Ganz idyllisch verbrachten wir im Auto den Abend und hörten die ganze Zeit leise das Plättchern der Wellen. Auf einmal gab es aber einen großen Platsch! Wir wüssten zu gern, was da ganz in der Nähe unseres Autos ins Wasser gesprungen ist.

    Wir schliefen gut und wachten am nächsten Morgen mit einem fantastischen Sonnenaufgang auf.

    Heute war Roadtrip Programm. Wir waren viel auf der Straße, aber das war das Ziel.

    Ganz überraschend und zu unserer vollsten Freude, erblickten wir endlich zwei Elchbullen am Straßenrand! Sie waren ganz nah, fanden es aber leider etwas suspekt, dass unser candyfarbenes Auto direkt neben ihnen hielt. So brachten sie sich erst einmal etwas abseits in Sicherheit. Aber dort waren sie neugierig und mutig genug, um noch für ein paar Fotos stehen zu bleiben und uns zu beobachten. Ein herrlicher Moment!

    Einige Zeit später machten wir noch eine kurze Rast. Tim wollte das Wischwasser nachfüllen. Während Tim sich um das Auto kümmerte, fand ich auf der Wiese direkt daneben richtig viele, verschiedene Pilze. Also flitzte ich mit meiner Kamera von Pilz zu Pilz und letztendlich musste Tim auf mich warten! 😂

    Auf der weiteren Fahrt fuhren wir auch wieder über eine karge Hochebene. Diese Herbstfarben strahlten und alles wirkte unwirklich.

    Wir fuhren zum Aussichtspunkt Snøhetta. Hier sollte man einen schönen Blick auf den Berg haben. Allerdings war alles voller Wolken und wir waren uns unschlüssig, ob wir bei dem Wind den restlichen Weg vom Parkplatz zum Aussichtspunkt laufen sollten. Also ließ Tim erstmal seine Drohne steigen und die bestätigte nur, dass alles in Wolken gehüllt ist. Also fuhren wir weiter.

    Am Himmel formten sich gigantische Wolkenberge. Das sah richtig mystisch aus.

    Kvitskriuprestan. Das war unser nächstes Ziel. Ca. 6 Meter hohe weiße, von der Natur geformte Steinsäulen. Locationscout erzählte uns etwas von 199m vom Parkplatz bis zum Spot. Nun.... die ersten paar Meter ging es noch auf der Straße entlang. Danach Bogen wir in den Wald ab und sahen vor uns einen sehr schmalen Weg aus Wurzeln, Kies und grossen Steinen. Und zwar richtig steil nach oben. Also gut, was solls, sind ja nur 200 Meter und es wird nicht die ganze Zeit so steil sein....

    Nach etwa 20 Minuten steil bergauf, über nasse Wurzeln und glatte Steine, überlegten wir, doch umzukehren. Aber nein! Jetzt waren wir schon so weit gegangen! Und nach der nächsten Kurve begannen dann Treppen. Viele Treppen. Steile Treppen. Puh. Es war wirklich ein steiler, langer Anstieg. Und dann waren wir da. Nur die hübschen weißen Steinsäulen waren nicht mehr da. An der Hinweistafel lasen wir, dass sie über die Jahre immer wieder abgebrochen sind und sich weiter oben neue gebildet haben. Weiter oben.... echt jetzt?

    Hier kam jetzt wieder die Drohne zum Einsatz. Als Späher schickten wir sie los, nach Steinsäulen zu suchen. Aber auch weiter oben konnte sie keine finden. Also beschlossen wir, wieder zum Auto hinab zu steigen. Und dabei fing es richtig an zu regnen. Wir waren pitschnass, als wir zurück am Auto waren.

    Auf dem Weg nach unten ist auch noch mein Handy ausgegangen und der Ladeanschluss wurde nass. Also mussten wir im Auto nicht nur uns, sondern auch mein Handy Trocknen. Nachdem alles wieder funktionierte, fuhren wir weiter.

    Noch 1 1/2 Stunden Fahrt lag vor uns. Wir hatten uns einen Schlafplatz am sogenannten "Elch-Highway" ausgesucht. Hier wandern im September hunderte Elche aus den südlicheren und östlicheren Lagen nach Nordwesten, wo sie den Winter zubringen. Die Stelle, an der wir die Nacht verbringen, ist ein Nadelöhr. Eine schmale Landzunge, wo die Elche durch müssen. Mal schauen, ob wir irgend etwas mitbekommen!
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