Natur im Herzen
16 september, Norge ⋅ ⛅ 11 °C
Es war eine ruhige Nacht auf dem Elch-Highway. Kein Elch hat bei uns geklopft. Kein Elch ist gegen unser Auto gerannt. Ab 6 Uhr habe ich das Rollo hoch gemacht und zwischen meinem Rest-Schlummern immer wieder die Lage draußen gecheckt. Aber alles blieb ruhig.
Nachdem auch Tim wach war (das ist sehr selten, dass er länger schläft als ich!), habe ich ganz fix um Tim herum alles weggepackt, damit wir eine kleine Elch-Erkundungstour vor dem Frühstück fahren konnten. Aber es schüttete wie verrückt und da hat sich auch kein Elch blicken lassen. Also fuhren wir auf den Parkplatz der kleinen Holzkirche zurück, wo wir ganz in der Nähe geschlafen hatten.
Da der Parkplatz nur für Besucher der Kirche reserviert ist, gingen wir erstmal noch eine Runde spazieren. Zur Kirche, dann weiter zu der Stelle, wo wohl die Elche den See überqueren. Wir haben eine Brücke auf die Landzunge von gegenüber dem See überquert. Auf der Landzunge ist ein grosser Hügel, auf dem ist ein kleiner idyllischer Friedhof. Wir liefen erst einmal am Ufer die Hälfte drum herum und danach über den Friedhof zurück. Hier gab es sehr alte Gräber.
Während unserem Spaziergang fing es wieder an zu regnen und wir wurden wieder pitschnass. Zurück am Auto gab es erstmal warmen Tee und Frühstück.
Gestern sind wir über eine private Mautstraße, den Peer-Gynt-Vegen gefahren. Es war totaler Nebel und wir konnten kaum etwas sehen, aber wir haben am Straßenrand wunderbare Vegetation wahrgenommen. Und da das Wetter langsam besser wurde, entschieden wir uns, diesen Weg nochmal zurück zu fahren. Und das war eine sehr gute Entscheidung. Es war soooo schön! Das haben wir noch nie gesehen, dass soviele Flechten, Moose, Zweige und Pflänzchen auf dem Waldboden wachsen und alles in bunte Farben taucht. Mit den gelben Blättern der Birken sah es so zauberhaft aus!
Weiter sind wir über die Hochebene Valdresflye am Ostrand des Jotunheimen-Gebirges gefahren. Auch da hatten wir wunderschöne Aussichten. Weite. Berge. Natur.
Nach der Hochebene machten wir nochmal einen Schlenker in Richtung Westen. Dort fuhren wir auf der Panoramavegen und genossen nochmal die Aussicht. Auch einen kleinen Spaziergang machten wir dort nochmal.
Nun aber hurtig hurtig wieder Richting Süden und Osten.
Wir haben vor ein paar Tagen entschieden, die Fjorde und Südnorwegen komplett weg zu lassen. Das wäre nichts Halbes und nichts Ganzes geworden, wenn wir nur zackig ein paar Sehenswürdigkeiten angefahren hätten. Für Südnorwegen nehmen wir uns ein andermal nochmal viel Zeit!Läs mer
Bunte Häuser und Schären
17 september, Sverige ⋅ 🌬 16 °C
Unser letzter Schlafplatz war nicht unser Frühstücksplatz. Denn wir packten erstmal alles weg und fuhren 50m weiter, direkt an den See. Hier war es richtig schön. Beim Frühstück konnten wir zuschauen, wie der Regen und der Wind langsam über den See zu uns rüber kam. Die erst so spiegelglatte Wasseroberfläche kräuselte sich immer mehr.
Ja und da war er wieder. Der Regen. Ein treuer Begleiter der letzten Tage. Lustigerweise ist er immer erst dann an den Orten, wenn wir dort ankommen. Er ist abends, wenn wir unseren Schlafplatz aufbauen. Dann haben wir sternenklare Nächte ohne Regen und pünktlich, wenn wir aufwachen, tröpfelt es wieder.
Dennoch war Tim dann noch im See baden. Puh - bei der Kälte. Dank Standheizung im Auto konnte er sich aber schnell wieder aufwärmen. Wir haben dann noch mit schön erwärmten Wasser unsere Haare gewaschen.
Ich habe dann angefangen, das Auto aufzuräumen und auszukehren. Währenddessen schlug ich Tim vor, doch eine Runde mit der Drohne zu fliegen.
In den Bäumen hatte ich ein Rotkehlchen und - ich denke - eine Weidenmeise gesehen. Aber bis ich meine Kamera zur Hand hatte, waren beide wieder weg. Wie traurig! Denn auch die nächste Stunde sahen und hörten wir keinen Vogel mehr.
Ziemlich spät brachen wir unsere Fahrt heute an. Erst einmal ging über 4 Stunden lang auf Schnellstraßen wieder nach Schweden. Genauer gesagt nach Smögen. Diesen Ort fanden wir über Locationscout und fanden die niedlichen bunten Häuschen am Wasser sehr idyllisch.
In Smögen spazierten wir über die Schären und dann auf den Stegen um die Häuschen herum. Immer wieder begleitet von unseren Freunden Wind und Regen.
Danach ging es nach Osten. Auf den Hunneberg, auch Elchberg genannt. Hier werden wir an einer kleinen Lichtung schlafen. Wir finden das nur konsequent, auch auf dem Elchberg zu schlafen, wenn wir auch am Elch-Highway schon übernachtet haben.
Hier auf dem Berg, ein Plateau, gibt es auch ein kleines Museum und Informationszentrum. Das hatte aber schon geschlossen. Wir wussten aber, dass es hier eine Ringstraße über das Plateau gibt und sind hier einmal eine Runde in der Dämmerung langsam auf Elcherkundungstour gefahren. Einmal hat in der Ferne etwas unsere Straße gekreuzt. Tim meint, das war ein WIldschwein, aber ganz sicher sind wir uns nicht.
Hier auf dem Berg leben ca. 50 Elche. Früher waren es teilweise bis zu 400 Tiere.Läs mer
Es ist unvermeidbar...
18 september, Sverige ⋅ ☁️ 16 °C
... aber wir müssen wieder nach Hause fahren. Der Urlaub geht zu Ende und das wird von Tag zu Tag deutlicher.
Letzte Nacht verbrachten wir an einer Lichtung auf dem Plateau Hunneberg. Ein Elch-Domizil. Aber wir haben die ganze Nacht nichts von Elchen mitbekommen. Kurz nach 6 Uhr wachten wir auf, haben uns umgezogen und sind direkt losgefahren. Nochmal über den Ringsvägen rund um den Berg. Vielleicht sehen wir ja doch noch einen Elch in der Morgendämmerung?
Nach etwa einer halben Stunde sah Tim im Rückspiegel einen Hund. Hä? Ein Hund? Ganz allein? Und tatsächlich, es dauerte nicht lang und er rannte neben und vor unserem Auto her. Ein Hund in bunter Warnweste mit Stacheln dran. Und Antennen hatte der Hund auch noch. Er freute sich und begrüßte uns und begleitete uns ein paar Minuten. Blieben wir stehen, blieb er stehen, wedelte mit dem Schwanz und kam zu uns ans Fenster. Sind wir weiter gefahren, rannte er wieder mit. Irgendwann schien er eine Spur gewittert zu haben und verschwand wieder im Wald.
Wir haben noch nie so eine Hundewarnweste mit Stacheln gesehen und haben das dann gleich mal recherchiert. Diese Hunde sind nordische Jagdhunde, auch Jämthunde genannt. Ganz lautlos suchen sie im Wald nach Elchen und verfolgen die Spuren. Wenn sie den Elch gefunden haben, umkreisen sie ihn. Und erst wenn der Elch stehen bleibt, fängt der Hund rhythmisch an zu bellen, so dass der Jäger Bescheid weiss und dazu kommen kann. Dafür ist auch das GPS am Hund sinnvoll.
Naja, bis auf den Wuffel haben wir keine Tiere weiter gesehen. Also fuhren wir zurück zum Schlafplatz und dort packten wir nun erstmal unser Schlaf-Setup zusammen. Danach gab es Frühstück! Ich, Cindy, versuchte noch ein paar Vögel zu fotografieren, die meine App am Zwitschern erkannt hat, aber nichts. Es sollte einfach nicht sein.
Heute stand erst einmal wieder eine lange Strecke Autobahn an. Unser erstes Zwischenziel war ein kleines Fischerdorf mit Meerblick. Hier haben wir ganz viele Komorane gesehen.
Später fuhren wir auf die Halbinsel Falsterbo. Dort spazierten wir etwas, als wir von einem großen Regenguss überrascht wurden. Da wir am letzten Abend in Schweden sowieso in ein Restaurant gehen wollten, flüchteten wir uns gleich in eins. Dort gab es Abendessen und danach haben wir noch einen Schlenker über den Strand und die Dünen gemacht.
Als wir zurück zum Auto kamen, sind wir erstmal erschrocken. Auf dem Schotterparkplatz stand unser Auto in einer riesengroße Pfütze. Ringsherum viel Wasser. Tim kletterte über die Beifahrer-Schiebetür relativ trocken ins Auto und kletterte dann vor auf den Fahrersitz. Ich wartete darauf, dass er mich an einer trockneren Stelle wieder einsammelt.
Dann sind wir direkt zum Schlafplatz gefahren. Ein schöner Platz am See und es stand auch keiner dort. Aber es dauerte nicht lange, da kamen noch 2 Jungs aus Berlin mit ihrem PKW dazu. Mit denen haben wir noch kurz gequatscht.
Morgen Vormittag nehmen wir die Fähre zurück nach Deutschland. Die Heimat ruft.Läs mer
Wieder zuhause
19 september, Tyskland ⋅ 🌙 16 °C
Das war's. Unsere Reise ist beendet. Heute Morgen sind wir zeitig nach Trelleborg zur Fähre gestartet, die uns nach Rostock brachte. Und wir sind auch gleich in einem Rutsch durchgefahren. Gegen 20.45 Uhr waren wir zuhause.
Zurückblickend können wir sagen, dass es wieder eine schöne Reise durch herrliche Natur war. Wir haben viele Wälder, viele Berge, viele Seen und viele Rentiere gesehen. Und endlich einen Elch-Bullen. Wir haben viel Ruhe erlebt und sind netten Menschen begegnet.
Ziemlich am Anfang stand die Reise ehrlich gesagt kurz vorm Abbruch. Drei Reifenpannen innerhalb von 5 Tagen und jedes mal ein anderer Reifen. Und dann waren die Reifen so unnatürlich, hauptsächlich innen abgefahren, dass wir Angst hatten, irgendwas stimmt nicht und selbst mit den neuen Reifen, kann es wieder zu Pannen kommen. Nachdem wir uns trotzdem für die Weiterfahrt entschieden hatten, beeinflusste das dennoch unsere Reise. Wir achteten stets darauf, Telefonempfang zu haben, falls wir wieder liegen bleiben. Sah ein Weg zu holprig aus, mieden wir ihn. Das waren Einschränkungen unseres normalen Roadtrip-Verhaltens.
Letztendlich sind wir froh, nicht abgebrochen zu haben und haben hoffentlich noch lange Freude an den ganzen gesammelten Erinnerungen.
Ein Highlight war natürlich das Nordkap. Auch, wenn es "auch nur ein Ort" ist, war es etwas besonderes, ganz dort oben im Norden von Europa gewesen zu sein.
Und natürlich ist nach der Reise immer vor der Reise!
Danke, dass ihr uns begleitet habt und danke für den lieben Zuspruch, den wir während der Pannenzeit von euch erhalten haben!
Bis bald.
Ganz sicher. 🤍🌿
Tim und CindyLäs mer




































































ResenärEure Fotos machen richtig Lust grade loszufahren!
ResenärDanke schön!
Resenär
Die Beeren kann man essen?
ResenärDenke schon, aber bin mir nicht sicher.