• 9/11

    June 22, 2025 in the United States ⋅ ☀️ 32 °C

    Das erste Mal wache ich vom Wecker auf. Ich hätte tatsächlich noch weiterschlafen können, aber unser 9/11 Museumsbesuch startet um 9 Uhr. Wir checken im Hotel aus, gehen über die Straße und stehen direkt am Ground Zero. Es tröpfelt leicht, was dem Ganzen eine bedrückende Stimmung gibt. Wir stehen an den 2 Pool's, die an die Twin Towers erinnern sollen. Am Geländer sind die vielen Namen der Opfer aufgelistet. Unvorstellbar, dass genau hier einst die Tower standen.

    Wir beginnen unseren Rundgang im Museum. 
    Ich weiß garnicht, wie ich anfangen soll zu schreiben. 
    Wir kommen an riesigen Ausstellungsräumen und Galerien vorbei, ehe das eigentliche Museum beginnt. Große verbeulte Stahlträger, die von der Decke hängen, zeugen vom Ausmaß.
    Den ganzen Besuch über habe ich ein beklemmendes Gefühl in mir - fast schon Bauchweh. Immer wieder weinen Besucher neben mir. 
    Die Geschichte des Anschlags, Evakuierungen, die Aufräumarbeiten, die Geschichten der Opfer und der Ersthelfer, die Nachwirkungen und vieles mehr wird erklärt und anhand von ausgestellten Fundstücken verbildlicht: Computer Tastaturen, Schlüsselbunde, blutverschmierte Schuhe, Feuerwehrautos, Flugzeugfenster, Notizzettel, Handtaschen, Funkprotokolle und vieles mehr.

    Wir haben 3 Stunden im Museum verbracht, das ganze Gesehene aufzuschreiben ist unmöglich. 
    Folgende Geschichten/Infos sind mir aber besonders im Gedächtnis geblieben:

    - 50.000 Menschen arbeiteten täglich in den Twin Tower

    - der Arbeitgeber Cantor Fitzgerald sticht mir an vielen Gedenktafeln ins Auge. Meine Google Recherche zeigt, dass diese Investment-Firma ihren Sitz genau in den 5 Stockwerken hatte, in welches das erste Flugzeug eingeschlagen ist. Alle Mitarbeiter, die im Gebäude waren, sterben. Dies sind 70% der gesamten Firma

    - ein Mitarbeiter von Fitzgerald hat am Vorabend seine Hochzeitseinladung verschickt

    - Präsident Bush war zur Zeit des Anschlags in einer Grundschule zu Besuch. Wir sehen ein Bild, wie ihm die Info ins Ohr geflüstert wird. Er geht von einem tragischen Unfall aus

    - nachdem das erste Flugzeug in den Tower 1 gekracht ist, werden die Menschen in Tower 2  informiert, dass alles gut sei und sie an die Arbeit zurück kehren sollen 

    - Überlebende, die über die Treppenhäuser evakuiert wurden, erzählen von einer sehr geordneten Evakuierung. Alle Menschen warteten geduldig in einer Reihe

    - Menschen auf den Straßen waren so gelähmt von dem Anblick, dass es ihnen unmöglich war weg zu laufen 

    - die Stockwerke überhalb des Flugzeugeinschlages hatten keine Möglichkeit zur Evakuierung

    - die Überreste der Tower brannten 10 Wochen lang 

    - 400.000 Menschen haben eine chronische Erkrankung durch den Staub entwickelt 

    Wir sind uns einig, das Museum ist wirklich gut gemacht und definitiv einen Besuch wert. Nachdem ich schon Gänsehaut habe von der viel zu kalten Klimaanlage, gehen wir wieder nach draußen. Wir entscheiden uns noch einmal für die Pizza, die uns vor 2 Tagen schon so gut geschmeckt hat. Danach fahren wir nochmal kurz zum Times Square, damit ich auch noch an mein Hard Rock Cafe T-Shirt komme. 
    2 Minuten später stellen wir uns die Frage, was nun? Unser Flieger geht erst am späten Abend. Wir entscheiden uns für den angrenzenden Bryant Park. Sofort kommt uns die Idee, dass wir gemütlich ein Bier im Park trinken könnten. Dann fällt uns wieder ein, das ist hier ja verboten. Kaum zu glauben für uns Bayer. 

    Nach 1 1/2 Stunden Zeit überbrücken treten wir nun die Rückreise an. Tobi und ich machen auf dem Rückflug eine nette Bekanntschaft mit unserem Sitznachbarn. Er reist nach Rom und wenn es die Zeit zu lässt noch nach Deutschland. Er lebt in einem Vorort von New York City und lobt uns tatsächlich für unser Englisch. Wir unterhalten uns noch ein bisschen über das Ski fahren in den Alpen. So kennen wir die Amerikaner von unserer Reise letztes Jahr - immer für Smalltalk gut. 
    Papa und Andi sitzen 5 Reihen weiter vorne. Nachdem Mama nicht mitfliegt, haben die 2 wieder das Glück mit dem freien Platz neben ihnen.
    Uns kommt es vor, als wären wir 2 Wochen im Urlaub gewesen und nicht nur ein paar Tage.

    Folgende (neue) Erkenntnisse konnten wir aus unserer Reise nach NY gewinnen:

    -NY ist viel sauberer als gedacht 

    -öffentliche Toiletten sind ein Traum und kostenlos

    - man bekommt immer Sitzplätze in der U-Bahn 

    - die New Yorker sind garnicht sooo gestresst und unfreundlich

    - zig Sitzgelegenheiten in der Stadt 

    -trotz der Millionen Metropole läuft alles geordnet und wenig chaotisch ab 

    - kostenloses Wasser und Kaffee im Hotel zum Auffüllen rund um die Uhr 

    - kulinarisch ist in NY nicht viel geboten 

    - teuer teuer teuer 

    - die Einreise ist eine Frechheit 

    - NY in 3 Tagen ist machbar
    Read more