Ein absurder Tag in Sarajevo
3. august 2025, Bosnien-Hercegovina ⋅ ⛅ 25 °C
Und dann wacht man auf! Irgendwann natürlich nach der Arbeitsuhr um irgendwas mit 6 und irgendwo. Kurze Realisierung - ah wir sind im Urlaub in einem fernen Land in einer neuen Zeit: Wir können also weiterschlafen. Und irgendwie ist es zumindest etwas gelungen und dann gab es den bosnischen Mokkatraum im Bett und lesen und langsam in den Tag starten. Aber dann mussten wir los. Es gab keine wirklichen Punkte auf der Liste, denn diese Stadt ist wie ein Freilichtmuseum. Aber natürlich wollten wir etwas auf den Spuren der Geschichte wandeln. Und so sind wir erstmal auf die Südseite des Flusses, um die Lateinerbrücke zu begutachten, bei der Ferdinand II. und seine Frau Opfer eines Attentats wurden - der Beginn des ersten Weltkrieges. Das ist dann einfach mehr als absurd bei strahlendem Sonnenschein einfach ganz salopp darüber zu flanieren. Und wie es dann immer bei uns so ist, es ist einfach auch so viel eindrucksvoller und authentischer in den Nebenstraßen, durch ganz normale Wohngebiete zu gehen. Beeindruckend und gruselig zugleich - diese Einschusslöcher einfach überall. Das schaudert einen dermaßen. Es ist mmer etwas anderes, wenn man zwar etwas weiß, darüber gelesen und sich informiert hat, als es dann wirklich zu sehen. Vor allem bei der Kaffeepause und dem Blick auf das einst beschossene Haus gegenüber, während spanisch-kubanische Musik läuft, haben wir die Welt nicht verstanden. Beeindruckend ist aber diese 'Würfeligkeit' an Gebäuden. Imposantes, Zerstörtes, Schönes, Modernes, Hässliches, Geschmackvolles und kulturell Vielfältiges reihen sich aneinander wie eine ungleichmäßige Perlenkette. Unfassbar. Nach dem gestrigen Overflow an einfach allem, tat es so gut die Atmosphäre und das Diverse noch einmal langsam aufsaugen zu können. Dann hieß es aber!: Da muss jetzt Energie in den Körper! Und dann gab es Teilchen in Form der wirklich besten Börekvariation und Weiteres von einfach aller Zeiten. Dann waren wir gestärkt und dann ging es hoch zur gelben Bastion, vorbei an einem Friedhof - natürlich. Und dann saßen wir da oben in der Hitze - Sommerfeeling endlich - und Cola und Fanta mit Plastikstrohhalm. Dieser Ausblick. Da wurde uns nochmal wirklich diese Stadt bewusst. Wie viele verschiedene Kirchen, also wie viele Menschen mit unterschiedliche Religionen hier leben. Es könnte ja doch irgendwie so einfach und friedlich sein - denkt man dann. Die super Playlist aus dem Café hat uns abgelenkt und erfreut bis wir dann wieder runter geschlendert sind mit dem nächsten Ziel 'Sebrenica Gedenkausstellung'. Und das war nach meinen Besuchen in Auschwitz das Schlimmste und Wichtigste, das ich besucht habe. Diese Ausstellung war derart eindringlich und gut bereitet, dass wir nur weinend dasaßen und der Weltschmerz uns durch die Körper fuhr. Reingegangen sind wir bei strahlendem Sonnenschein - rausgegangen bei Regenschauer. Irgendwie war das sehr passend. Dann konnten wir nur Bier trinken und nochmal schlendern. Das tat gut und war so schön die Stadt nochmal bei Nacht zu betrachten, naja und zu betrinken - so ehrlich müssen wir sein.
Am Ende reichte unsere Energie noch für ein paar Snacks auf unserer Terrasse und die wohl verdiente Nachtruhe. Und dann gab es noch die gute Nachricht: der Rucksack sollte morgen geliefert werden. Dann also wahrlich gute Nacht Johanna, nach diesen absurden Eindrücken und den schönen Aussichten.Læs mere




















