• jeden Tag sitz ich am Wannsee...

    20 maggio, Germania ⋅ ☁️ 15 °C

    Nachdem Petrus uns ein Schnäppchen schlagen wollte, verlängerten wir kurz entschlossen unser Frühstück, tranken noch ein zwei Tassen Kaffee mehr und gingen unserer Lieblingsbeschäftigung nach, nämlich der Beantwortung der Frage aller Fragen: watt essen wa denn heute Abend?
    Bis wir uns einig waren, hatte Petrus die Nerven verloren und der Himmel klarte auf.
    Also 'rauf auf die Räder und los, immer der geplanten Strecke hinterher. Wunderschön durch den Wald, über sandige Wege, (was will man in Brandenburg, des Heiligen Römischen Reiches Streusandbüchse auch anderes erwarten?
    Überraschung nach ein paar Kilometern, Graffiti kann auch Kunst und nicht nur Schmierei sein. Dass einige der Botschaften auch noch unseren Überzeugungen entsprachen, umso besser.
    Weiter am Bahnhof Wannsee vorbei und dann immer am Ufer entlang, bis zum Haus der Wannseekonferenz. Auf historischem Boden, ging es weiter, vorbei am Blockhaus Nikolauskoe, der Glienicker Brücke bis ins holländische Viertel Potsdams. Kaffee und Kuchen waren nun fällig, bevor es weiter zum Teltower Kanal ging. Wir durchfuhren Wohnviertel mit traumhaften, unfassbar gepflegten Villen aus der Vorkriegszeit. Und zwischen diesen Traumhäusern standen immer wieder einzelne herunter gekommene vergammelte Häuser, an denen seit dem Krieg niemand mehr gearbeitet hat. Ich ließe diese Bauten so, wie sie sind, als Mahnmal an alle Narren, die heute noch (oder wieder) erzählen, wie toll doch das Leben in der DDR war.
    Auch der ehemalige Wachturm auf unserem Campingplatz zeugt von dem damaligen Leben.

    Ach so, Abendessen: Grillwurst, Tomatensalat und fritierte Kartoffelscheiben, dazu lecka Pilzken.
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