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  • Day6

    Potami-Wasserfälle

    July 5, 2018 in Greece ⋅ 🌙 29 °C

    Am Morgen eine Überraschung: die Türkei ist verschwunden! Gestern war sie noch da - Erdogan ist alles zuzutrauen.

    Heute geht es zur Top 1 Sehenswürdigkeit von Karlovasi: den Potami-Wasserfällen. Direkt unterhalb unseres Hauses gelegen, aber dennoch brauchen wir das Auto, um runterzukommen. Wir packen Badeschuhe ein und lassen alles zuhause, was nicht wasserfest ist, denn es ist eine besondere Wanderung. Die Wasserkamera aus Bali darf mit.

    Der Weg führt weg vom Strand in ein Tal, immer entlang eines Baches. Am Anfang ein uraltes, kleines Kirchlein, dem man die Jahre deutlich ansieht. So eng ins Tal eingezwängt, dass man es kaum fotografieren kann. Das Tal wird noch enger, der Weg wechselt über abenteuerliche Stege immer mal von rechts nach links und wieder zurück. Eine hohle Platane zwingt zum Foto. Und dann wird das Tal zur Schlucht und damit so eng, dass es keinen Weg mehr gibt. Jetzt ist der Bach der Weg. Also Schuhe und Klamotten aus, Badeschuhe an und los geht's. Uiih, kühl! Mit den Füßen suchend staksen wir vorwärts und es wird immer tiefer. Furchtlose Fische umschwimmen uns. Und dann, ganz am Ende ist Schwimmen angesagt, die letzten Meter bis zum Wasserfall. All die Warmduscher (wie treffend!) trauen sich nicht, nur Frank stellt sich mehrfach unter die kühle Dusche. Ein Genuß bei der Hitze! Christiane gibt vor, die Frisur schonen zu wollen, Frauen eben...

    Das Abenteuer ist aber noch nicht vorbei. Denn direkt an der Umkleidestelle steht ein Restaurant-Schild und daneben führt etwas nach oben. Etwas - wie soll man das beschreiben? Eine Treppe? Zu steil! Eine Leiter? Hat ja Stufen. Es ist ein roher Verhau aus Hölzern aller Art, der steil nach oben führt. Ein deutscher TÜV-Beamter würde an seiner Wahrnehmung zweifeln und sich anschließend in Behandlung begeben.

    Also hoch! Gut festhalten und nicht runterschauen. Ein Balken löst sich hinter Frank und poltert in die Tiefe. Zum Glück folgt niemand. Kletter - kletter - immer weiter nach oben. Und dann plötzlich ein Dach, eine Terrasse, aufgeständert auf Säulen aus Feldsteinen. Wer denkt sich so etwas aus, in dieser Lage, mit dieser Treppe? Eine letzte Treppe und wir stehen in einer Taverne. Gemütliche Tische, mit Traumblick bis ans Meer. Ein uriger, alter Mann winkt uns in die Küche, zieht kohlrabenschwarze Tiegel aus dem Ofen. Duftendes Hähnchen mit Kartoffeln und Wiesenkräutern - überzeugt! Jeder von uns vertilgt eine köstliche Portion und lässt den Blick dabei über die Berge bis zum Meer schweife. Auch wenn das Huhn den Rest des Tages schwer im Magen liegt - das sind die Momente, weswegen man reist. Zuhause passiert so etwas nie.
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