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  • Day9

    Wanderung ins Nachtigallental Vourliotes

    July 8, 2018 in Greece ⋅ ☀️ 30 °C

    Wer hier im Süden im Juli wandern möchte, muss früh aufstehen. 6:30 klingelt der Wecker. Beim Frühstück besucht uns eine Gottesanbeterin. Mit dem Auto an der Küste nach Agios Konstantinos. Dort beginnt das schattige Nachtigallental. Der Weg wird uns hinauf ins Bergdorf Vourliotes führen.

    Immer entlang eines Baches führt der bequeme Weg unter Platanen im Schatten langsam bergauf. Immer wieder Gärten, mit Wein, Oliven, aber auch vielen Bienenkästen. Honig ist hier überall im Angebot, auch wenn unklar ist, an welchen Blüten die Bienen ihn sammeln. Es ist ja alles verblüht.

    Regelmäßig muss der Bach überquert werden, von Stein zu Stein. Am Ende des Tals beginnt der Anstieg nach Vourliotes. Es wird sonniger und wärmer, weil wir jetzt inmitten von Weinbergen und Olivenhainen laufen. Fruchtbare Gegend hier oben auf 350 m, und es öffnen sich Blicke ins Tal bis zum Meer.

    Gegen 11:00 erreichen wir das malerische Dorf. Die typischen Häuser mit dem vorgebauten ersten Stock erinnern an eine Bauform, die man auch im alten Teil von Istanbul sieht. Und tatsächlich wurde das Dorf um 1600 von Einwanderern aus dem kleinasiatischen Vourla besiedelt.

    Wir suchen Tavernen, die von Reiseführern empfohlen wurden. Die eine öffnet erst 12:00, so dass wir uns im Vraxos niederlassen. Es gibt gefüllte Zucchiniblüten und den unvermeidlichen griechischen Salat. Immer wieder, aber immer wieder gut. Besonders Tomaten können die Griechen hervorragend. Dazu ein Glas weißen, trockenen Moschato, der hier überall wächst und auch die Grundlage für den berühmten samiotischen Süßwein liefert. Das Bezahlen zieht sich etwas hin, weil die ganze Familie mit einem Sohn skypen muss, der in Australien wohnt.

    Vorbei an der gemütlichen Platia geht es zum Abstieg. Zuerst wieder durch Gärten, dann immer steiler durch niedrigen Wald. In der prallen Mittagssonne sehnen wir uns nach dem schattigen Aufstieg entlang des Baches. Jetzt wird kräftig geschwitzt, aber unten wartet ein schmaler Kiesstrand mit erfrischendem Wasser.

    Am Nachmittag gehen wir ins Hippies, unsere Strandbar am Potami, berühmt für sein kreatives Essen. Vorne, in der eigentlichen Strandbar, spielen vier ältere Herren Blues. Hinten stehen gemütliche Tische unter einem Dach. Es steht "Horta" auf der handgeschriebenen Vorspeisenkarte. Der Kellner klärt uns auf, das sei ein spinatartiges Kraut, das mit Olivenöl und Zitrone gegessen werde. Richtig, diese Blätter lagen überall im Gemüseladen rum. Nach Probieren beschließen wir, dass Spinat besser ist.
    Der Knaller war aber ein Orangensalat mit Radicchio, Oliven und Kapern. Ein Genuss, der sofort notiert wird. Dazu wieder ein trockener, aber hoch aromatischer Moschato aus eigenem Anbau und das Leben ist schön.
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