Felsengräber Al Bad‘
December 28, 2025 in Saudi Arabia ⋅ ☀️ 19 °C
In der Taloase mitten in der Region Tabuk befinden sich am Rande der kleinen Ortschaft Al Bad‘ die Ruinen einer antiken Stadt. Es gibt Vermutungen darüber, dass es sich dabei um die Überreste der biblischen Siedlung Midian handeln könne. Einen wissenschaftlichen Konsens darüber gibt es allerdings noch nicht. Offizielle Ausgrabungen in der Region werden erst seit 2017 koordiniert. Aus diesem Grund ist das Gelände aktuell auch noch nicht für Touristen geöffnet. Am Rand der Ruinen findet man aber dennoch einen guten Grund, den Umweg nach Al Bad‘ in Kauf zu nehmen. Das Einflussgebiet der Nabatäer reichte bis weit in das heutige Saudi-Arabien hinein. Um Handelswege auszubauen und zu sichern wurden auch verschiedene Siedlungen gegründet.
Die Felsengräber hier in Al-Bad‘ auch bekannt als Mugha’ir Shu’ayb sind definitv einen Besuch wert. Sie sind zwar bedeutend kleiner und einfacher gehalten, als ihre berühmten Nachbarn in Jordanien. Dennoch weisen viele von ihnen die typischen Dekormerkmale auf. Dazu gehören vor allem die mit Säulen und Symbolen verzierten Eingangsportale, die in die eigentlichen Grabkammern führen. Einige der Säulen münden in ionische Kapitelle, was den großen Einfluss griechischer Kultur auf die Nabatäer zeigt.
Viele der Fassaden sind von der Witterung stark in Mitleidenschaft gezogen worden und bereits teilweise eingestürzt. Einige der Dekorationen sind nur noch schemenhaft erkennbar. Es ist klar, dass dieser historische Stätte zu wenig Aufmerksamkeit zum Erhalt zukommt und ohne größeren Aufwand die Felsengräber in einigen Jahren völlig der Erosion zum Opfer fallen könnten.
Im Moment sind wir einfach nur glücklich, dass die Anlage geöffnet ist und wir nicht wieder vor verschlossenen Toren stehen. Während man in Hegra das Gefühl hatte nicht einmal atmen zu dürfen, um die Gräber nicht zu beschädigen, interessiert es hier niemanden, was man macht. Wir dürfen alleine in das Areal, uns völlig frei bewegen und uns alles so lange wir wollen ansehen. Sind die Gräber nicht genug wert? Ja, ihr Zustand ist nicht der Beste. Das Gestein ist zu weich und der Erosion stark ausgesetzt. Dennoch freuen wir uns sehr, nochmals nabatäische Gräber in dieser Region zu sehen. Im Ausstellungsraum werden noch die anderen archäologische Stätten von Al-Bad beschrieben. Al-Bad wird hier als offenes Museum bezeichnet, in dem seit der Steinzeit Kulturen lebten. Natürlich sind wir neugierig und steuern gleich die ersten Orte an. Alle haben eines gemeinsam: sie sind von einem hohen abgeschlossenen Zaun umgeben. Warum wirbt das Museum, wenn es nichts zu sehen gibt und geschlossen ist? Das ist doch sehr enttäuschend.
Al-Bad ist alles nur nicht touristisch. Ich hatte schon immer ein ungutes Gefühl wegen der Hotelreservierung. Booking.com hat mir sogar empfohlen umzubuchen. Tja und jetzt. Am angegebenen Ort gibt es das Hotel jedenfalls nicht. Wir kontaktieren es und erhalten die Nachricht, dass es geschlossen ist. Da hat man es nicht für nötig gehalten, uns dies mitzuteilen. Jetzt stehen wir hier.... Wir fahren einige Hotels, die google uns nennt, an, doch da ist nichts. Schließlich finden wir eines. Doch das erscheint mir zu grausig. Also fragen wir in einem Pizza-Imbiss nach. Das scheint das beste "Restaurant" im Ort zu sein. Man nennt uns ein Hotel. Doof, dass die Hotels für uns nicht erkennbar sind, da alles nur auf arabisch angeschrieben ist. Wir schauen es uns an. Oh weh... Doch was ist die Alternative? Eine Nacht im Auto? Dann verlangt er einen horrenden Preis und ich reagiere erst einmal überhaupt nicht. Plötzlich ist das Ganze 100SAR günstiger. Immer noch unverschämt. Hier wird unsere Notlage ausgenützt. Was bleibt? Ich zahle.
Was haben wir nun? Ein Zimmer mit 4 Wänden um uns herum. Mehr nicht. Die Betten sind dreckig. Ich weiß nicht, wie viele darin schon geschlafen haben. Es gibt weder Klopapier noch Handtuch. Haben wir beides. Klopapier brauchen wir aber nur. Heute fällt das Bad aus. Der Kaugummi klebt auf der Karaffe, Zahnstocher liegen auf dem Boden, das angefangene Duschgel liegt im liederlichen Bad. Jede öffentliche Toilette ist hier sauberer. Am liebsten würde ich doch im Auto schlafen. Leider haben wir keine Inlay-Schlafsäcke dabei. Die wären heute die absolute Rettung. Ich zähle die Minuten, bis ich hier wieder raus kann und überlege, wie ich das Bett beschlafbar mache. So widerlich habe ich bisher nur einmal geschlafen.Read more










TravelerOh je- das ist wirklich übel. Ich wünsche Euch, dass es besser weitergeht
TravelerBei diesem Ort hatte ich immer schon ein ungutes Gefühl, was die Übernachtung angeht. Deshalb habe ich auf Booking,com Rat auch nochmals umgebucht. War trotzdem nichts. Die Nacht ist um. Auf Kopftüchern kann man auch schlafen. Es war dennoch besser als das Auto.
TravelerIch wäre einfach ins Auto. Sitz nach hinten und schlafen. Das was du schreibst klingt ja fürchterlich.
TravelerJa es war grausig. Im Auto wird es nachts zu kalt. Wir haben ja nichts dabei. Keine Decke, Schlafsack oder ähnliches. Wenn ich weiß, das solche Nächte anstehen, bin ich ja vorbereitet. Dann ist das kein Problem.