Wadi Rum Saudi-Arabiens
December 29, 2025 in Saudi Arabia ⋅ ☀️ 16 °C
Heute starten wir sehr früh. Raus aus dieser Bude. Die Sonne scheint. Alles ist prima. Zunächst fahren wir nochmals kurz zu den Gräbern und fotografieren sie im herrlichen Morgenlicht. Leider haben sie noch nicht geöffnet. Aber durch das Tor geht es auch.
Unsere Nordrunde durch das biblische Saudi-Arabien kann beginnen. Die Landschaft ist schön. Aber noch nicht spektakulär. Das wird sich bald ändern, sobald wir rechts abbiegen. Und ja, dort ändert sich alles. Mal wieder ist die Strecke wegen des NEOM Projekts gesperrt. Hier wird das Skiresort Trojena gebaut. Dort sollen 2029 die olympischen Winterspiele stattfinden. Nach der gestrigen Erfahrung hatte ich das ja schon befürchtet. Somit hätten wir einfach 3 Nächte in Tabuk verbringen können und von dort unsere Touren machen. Ich wollte Zeit und Kilometer sparen und daher haben wir in Duba und in Al-Bad übernachtet. Wie gerne hätte ich darauf verzichtet. Und jetzt dürfen wir den großen Bogen nach Tabuk fahren, weil der Weg durch die Berge gesperrt ist. Klasse. Und natürlich gab es wieder keinerlei Hinweisschilder. Erst am Ort der Sperrung, vor der Schranke, weiß man, dass gesperrt ist.
Also im riesigen Bogen zurück nach Tabuk. Jetzt haben wir doch noch Zeit in das Museum zu gehen. Man muss es ja positiv sehen. Doch das riesige Museumsgebäude ist leer und von der alten Hejaz Bahnstation dürfen wir lediglich drei Häuschen besichtigen. Der Rest, neun Gebäude, sind Offices. Da wird wieder genau hingesehen, ob wir auch ja kein Foto machen. Das hat sich jetzt aber gelohnt. Es ist 12 Uhr Mittag und unser Tagesprogramm ist geplatzt.
Vielleicht läuft es heute besser als in Maqna. Wir fahren dreimal mit der Kirche ums Dorf und versuchen von Süden in die Berge zu kommen. Es scheint zu klappen. Die Zufahrt ins Wadi Rum Saudi-Arabiens ist frei. Der Wind ist schon den ganzen Tag stark und nimmt jetzt noch deutlich zu. Wir geraten in einen Sandsturm. Zuerst sind es nur einige rote Feuerteufel, die in wildem Tanz über die Fahrbahn jagen, sich in den Himmel schrauben und über das Plateau davonsausen. Die Luft ist rötlich verfärbt, genauso wie die Berge und der Sand. Toll sieht das aus. Wenn sie uns erwischen, rauscht und rieselt der Sand um das Auto und für einen kurzen Moment sehen wir nichts. Doch dann nimmt der Sturm zu und die Teufel werden größer. Immer wieder müssen wir anhalten und warten, weil wir absolut nichts mehr sehen,
Vor knapp 2 Wochen ist hier das Tiefdruckgebiet mit dem Schneesturm durchgezogen. Deutlich sieht man die Spuren des Wassers. Heute ist es ein Sandsturm. Wenn die roten Teufel durchgezogen sind, klart es recht schnell auf. Die roten Berge und Felsformationen erheben sich. Pilze ragen in den Himmel. Plötzlich rauscht ein Auto wild mit der Lichthupe blinzelnd auf uns zu. Mitten in der Wüste. Mit Händen und Füßen wird erfragt, ob das unser Auto an der Straße sei. Ob alles ok ist. Ja, alles ist prima. Die ist sie nun wieder, die Freundlichkeit der Bevölkerung. Eine tolle Gegend. Uns hat vor einigen Jahren Wadi Rum in Jordanien schon so begeistert. Heute ist es nicht anders. Was hat die Natur da nur wieder erschaffen.
Irgendwann erreichen wir das Ende der Straße und auch des Tals. Auf dem Rückweg versuchen wir noch einige Abzweige und entscheiden uns dann, doch noch in die Berge hochzufahren. An der Kreuzung steht im Moment kein Safety Car für das NEOM Projekt und somit fahren wir durch. Die Landschaft ist völlig anders als im Paralleltal. Nicht mehr rot, sondern braun. Keine Felsformationen, sondern Berge. Und zwar die höchsten des Landes. Schließlich erreichen wir den Jabel Al-Lawz mit 2556m Höhe. Hier wurden Moses die 10 Gebote auf den Steintafeln übergeben. Unterhalb des Berges befindet sich der Altar der goldenen Kuh. Da Moses so viel Zeit auf dem Berg verbracht hat, dachten seine Gefolgsleute, er sei Tod und haben einen neuen Gott angebetet. Die Kuh. Als Moses zurückkam, zerstörte er die Kuh und sie zogen mit den Gebotstafeln über Mount Nebo bis ins Heilige Land.
Wenige Kilometer hinter Jabel Al-Lawz wurde die Straße wieder gesperrt. Wir sind froh, dass es für uns heute gepasst hat. 30 Kilometer weiter nördlich standen wir heute Morgen und durften nicht weiter. Somit haben wir den Norden umkreist und auch noch durchfahren. So viele Kilometer. Aber schön war es und wir sind zufrieden, dass es doch noch geklappt hat.
Die Sonne geht unter. Uns kommt langsam ein Auto entgegen. Der Beifahrer führt sein Kamel am Strick. So bringt man auch sein Tier nach Hause. Modernes Kameltreiben. Wir freuen uns an diesem Anblick und nachdem wir uns zugewunken haben, zieht jeder seiner Wege.
Wer also den Norden Richtung Jordanische Grenze in näherer Zukunft bereisen möchte, sollte alle Touren von Tabuk aus unternehmen. Mit etwas Glück, müsste klappen.Read more


























SYLWIA B.
Sieht mystisch aus
Traveler
Tolle Landschaft 👍🏽
Traveler2029 werden die Asiatischen Winterspiele in Saudi-Arabien abgehalten, beschlossen vom asiatische Olympia-Komitee. Da kann man nur den Kopf schütteln 😭.
TravelerGenau. Das ist verrückt. Deshalb muss Trojena auch fertig werden. Skifahren in tiefer Wüste. Aber vor knapp 2 Wochen war dort der Wintereinbruch mit Schnee.
TravelerEs laufen wohl Gespräche mit China und Südkorea, die Winterspiele in Saudi-Arabien abzugeben! Noch eine schöne Reise 🙋🏽
TravelerOh. Interessant. Das wusste ich nicht. Mal sehen, was kommt.