Petroglyphen von Jubbah
December 31, 2025 in Saudi Arabia ⋅ ☀️ 14 °C
Einige Kilometer liegen mal wieder vor uns. Wir fahren durch die tiefrote Wüste. Düne reiht sich an Düne. Nicht spektakulär, aber schön. Alle Dünen sind mit grün grauem Gesträuch bewachsen. Das perfekte Futter für Kamele. Wir fahren im Rhythmus der Dünen bergauf und bergab, während der Hochgeschwindigkeitszug eine gerade Trasse erhalten hat. Für ihn wurden alle Dünentäler aufgefüllt. Für US zum Glück nicht, sonst wäre die Fahrt doch sehr eintönig. Gegen Mittag tauchen in dem weiten Fit plötzlich 4 Berge auf. Die einzigen in der gesamten Umgebung. Sie sind unser Ziel und definitiv nicht zu übersehen.
Einen weitreichenden Einblick in das Leben auf der arabischen Halbinsel bieten Petroglyphen, die überall im gesamten Land auf Felsen hinterlassen wurden. Die verschiedenen Fundstellen geben bis heute Rätsel auf und bringen uns zum Staunen.
Eine der umfangreichsten Fundstellen findet man in der Oasenstadt Jubbah. Hier erstreckt sich die Wüste Nefud, ein schier endloses, trockenes Gebiet aus Sand und Geröll. Und mitten drin ragt der Fels Jabal Umm Sanman aus dem Sand. Er ist überzogen mit Petroglyphen.
Das Gelände um den Jabal Umm Sanman ist ziemlich weitläufig und teilweise nur schwer zugänglich. Daher – und auch zum Schutz vor Vandalismus – kann das Gelände nicht frei erkundet werden. Es wurden Podeste errichtet, um die höhergelegenen Petroglyphen ohne unnötige Kletterpartien anschauen zu können. Doch zunächst betritt man wieder ein sehr schön gestaltetes Visitor Centre und wird mit Kaffee und Datteln versorgt. Danach erfolgt eine Erklärung zur Umgebung und einige wieder sehr schön gestaltete Videodokumentationen. Auch hier ist wieder alles sehr gut dargestellt. Wir entdecken dabei noch weitere Orte, die wir in Jubbah unbedingt ansehen wollen. Unser Tagesprogramm füllt sich.
Es finden sich hier vor allen Dingen Abbildungen verschiedener Tiere. Aber auch frühe Formen der arabischen Schrift durchziehen große Flächen des Geländes. Vereinzelt gibt es sogar Abbildungen in menschlicher Form. Wir entdecken den König an einer Felswand, dann einen Jäger, der die Tiere mit einem Boomerang erlegt und einen weiteren Jäger, der mit Pfeil und Bogen auf der Jagd ist. Diese drei Figuren sind lebensgroß und unheimlich beeindruckend, noch nie habe ich so schöne Darstellungen gesehen.
Die Abbildungen lassen sich auf einen Zeitraum von mehreren tausend Jahren datieren. Die ältesten stammen aus der Jungsteinzeit (ab ca. 8.000 v. Chr.) bis hin zur Eisenzeit (ca. 1.000 v. Chr.).
Anhand der Bilder wird die Veränderung des Klimas und der Lebensbedingungen auf der Arabischen Halbinsel sichtbar. Heute ist Saudi Arabien ein extrem trockenes Land. Die ältesten Abbildungen in Jubbah zeigen jedoch, dass es vor einigen Jahrtausenden hier noch ganz anders ausgesehen haben muss. Vogelstrauße haben hier gelebt. Neuere Abbildungen zeigen vor allem Tiere, die deutlich besser an trockene und karge Landschaften angepasst sind. Das Kamel dominiert fortan die Felswände. Anhand von Jagdszenen erkennt man die Domestizierung der Tiere. Aber auch viele Steinböcke und Gazellen finden sich an den Felswänden.
Ein weiteres Highlight ist ein Pferdegespann das einen Wagen zieht. Dieses liegt einige Kilometer entfernt. Ein Fahrer bringt uns dorthin und schließt auf. Eine tolle Abbildung.
Der Jabal Umm Sanman ist unglaublich faszinierend. Nicht nur die Petroglyphen, sondern auch die außergewöhnlichen Felsformationen, die sich in der Landschaft finden. Ein toller Ort.
Öffnungszeiten täglich 10-18 Uhr, Freitag 13-18 Uhr, Eintritt freiRead more

























