• Sera Kloster 3700m

    3 April, China ⋅ ⛅ 16 °C

    Sera ist ein Weiteres der „Drei Großen Gelug Klöster“ und gilt als das Schönste. Sera bedeutet „Wildrose“ oder „Hagebutte“. Der Legende nach kommentierte Tsongkhapa, der Gründer des Gelug-Ordens, im Jahr 1409 buddhistische Werke, als der Wind eine seiner geschriebenen Seiten davon wehte. Goldene Buchstaben sollen von der Seite gefallen sein und sich auf einem Stein festgesetzt haben. Tsongkhapa prophezeite, dass an dieser Stelle eine große Stätte buddhistischer Gelehrsamkeit errichtet werden würde. Als er starb, gründete einer seiner Schüler daher an dieser Stelle das Kloster Sera.
    Das Sera-Kloster steht an einen Bergrücken gelehnt. Schon von Weitem ist die von über 100 Säulen gestützte Hauptversammlungshalle des Klosters zu sehen. Schmale Gässchen mit dicht nebeneinanderliegenden Häusern durchziehen den Klosterkomplex und verleihen ihm einen dörflichen Charakter.

    Es gab offiziell 3.300, tatsächlich jedoch 7.500 bis 10.000 Mönche, von denen im Jahre 1958 jedoch nur 400 sogenannte „lesende Mönche“ waren, die tatsächlich studierten. Die übrigen arbeiteten, und etwa ein Siebtel waren Dobdobs, Angehörige der sogenannten Klosterpolizei, die die Mönche überwachte, die die Ordensregeln nicht einhielten.
    Nach einem Aufstand im Jahr 1959 wurde das Kloster aufgelöst und die Gebäude als Kaserne benutzt. Während der Kulturrevolution wurde ein großer Teil der Gebäude zerstört. 1980 wurde ein großer Teil der Gebäude wieder errichtet bzw. renoviert. Derzeit leben rund 750 Mönche im Kloster.

    Auf Matten sitzen und stehen Mönche mit roten Gewändern in Dreiergruppen zusammen. In jeder Gruppe stellt der stehende Mönch Fragen über den erlernten Unterrichtsstoff. Mit ihren Antworten analysieren die Sitzenden das Gelernte kritisch. Es geht laut zu. Manchmal erscheinen die Diskutierenden freundlich. Dann aber scheint es ernsthaft Streit zu geben und die Diskussion nimmt Fahrt auf. Es ist interessant die Emotionen in den Angesichtern abzulesen. Ein tolles Spektakel, das wir so noch nie erlebt haben.
    Die Klosteranlage ist grandios in den Fels gebaut und überblickt das Tal. Die leuchtenden, roten Farben begeistern mich auch hier wieder. Im Gegensatz zu Beijing und Xi‘an gibt es in Lhasa wenig Touristen. Vor allen Dingen wenige westliche Touristen. Das ist sehr angenehm.
    Heute habe ich die schönste aller tibetischen Toiletten benützen dürfen. Gleich mehrfach sogar. Es sind mehrere Kabinen nebeneinander. Getrennt durch eine 1m hohe Mauer. Unter allen Kabinen läuft quasi eine Abflussrinne. In diese pinkelt man hinein und der Segen fließt zu den anderen Toilettenbesuchern hinunter. So vermischt sich dann alles. Ich habe immer versucht, die letzte Kabine zu benützen. Erstens läuft nichts von anderen unter mir durch und zweitens sehe ich zwar alle anderen Hintern, niemand aber meinen. Eigentlich ist es ein Anblick für die Götter beim Klogang auf lauter nackte Hintern zu blicken. Wie gut, dass es auch Toiletten mit Türen gibt. Allerdings nur sehr selten westliche Toiletten, sondern eben das Loch im Boden.und der Geruch? Dieses Thema lassen wir dann mal lieber.
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