Potala Palast 3700m
4 April, China ⋅ ☁️ 8 °C
Unsere 2. Nacht verläuft auch ohne Sauerstoff wunderbar. Ich schlafe tief und fest. Ich bin optimistisch, dass ich den Palast gut schaffen werde, denn am nächsten Morgen geht es auf eine geführte Tour durch den Potala-Palast. Eine nicht unerhebliche Kraftanstrengung in über 3.700m Höhe. Der Palast ist in einen Hügel hineingebaut und wächst so optisch aus dem Fels heraus, um sich exponiert über die Stadt zu erheben.
Der riesige Palastkomplex des Potala-Palastes ist das berühmteste Bauwerk Tibets. Er wurde 1994 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Seinen Ursprung hat der Palast in der 637 angelegten Befestigung des Songtsen Gampo, der Tibet einigte. Die heutige Form entstand im Wesentlichen im 17. Jahrhundert während der Regierung des 5. Dl. Er ordnete den Bau eines Palastes auf dem 130m über Lhasa liegenden hohen Roten Berg Marpori an. Die Überreste von Songtsen Gampos Palast wurden in den Bau der größeren Anlage integriert. Die Konstruktion des Weißen Palastes wurde im Jahr 1648 unter der Herrschaft des 5. Dl abgeschlossen. Der Rote Palast wurde erst 1694 fertiggestellt. Die letzte größere Veränderung fand im Jahr 1922 statt. Unter dem 13. Dl wurden mehrere Räume renoviert und dem Roten Palast noch zwei weitere Stockwerke hinzugefügt. Der Potala-Palast diente einst als Hauptresidenz der DL bis zum 14. Dl. Die chinesische Kulturrevolution überstand der Potala-Palast als eines der wenigen Kulturdenkmale in Tibet vergleichsweise unversehrt, da er als Unterkunft der chinesischen Besatzungsarmee diente.
Der Palast erstreckt sich auf ca. 350 x 400 Metern. In der Anlage verteilen sich 999 Räume mit 999 Fenstern auf 13 Stockwerke. Im Roten Palast befinden sich in den obersten Stockwerken die privaten Räume des Dalai Lamas. Es wurden acht Dalai Lamas in eigenen Grabstätten beigesetzt, beginnend mit dem 5. Dalai Lama, dessen Grab das prachtvollste ist. Hierfür wurden auf einer Höhe von 17,4 Metern über drei Stockwerke ca. 3,7 Tonnen Gold verarbeitet. Der Potala-Palast liegt 3700m über dem Meeresspiegel, wodurch der gesamte Palastkomplex eine der am höchsten gelegenen Monumentalbauten der Welt darstellt.
Der Anstieg entlang der Zickzack geführten Treppen raubt den Atem. Aber es geht doch viel einfach und leichter ich erwartet habe. Durch lange, dunkle Gänge in der typisch rostroten Farbe des Mittelteils führt der Anstieg hinauf über steile Treppen, vorbei an Buddhastatuen, Räucherstäbchen, Bildern, Wandteppichen, Opferkerzen aus Yak-Fett, Gebetsmühlen und Sitzecken. Es ist dunkel, während der Geruch der Räucherstäbchen und Kerzen tranig in der dünnen Luft wabert. So windet man sich die 13 Stockwerke hoch und die Zimmer, Hallen und Exponate werden immer bedeutungsvoller und heiliger je höher man kommt. Ich habe noch nie solche eine Pracht und solche einen Reichtum gesehen. Die Balken alle wunderschön bemalt oder geschnitzt. Die Mandalas sind nicht gemalt, sondern als Modelle in Gold gebaut und mit Edelsteinen kunstvoll besetzt. Alle Räume sind mit farbigen Tüchern behangen. Die Stimmung ist gedämpft und ehrfürchtig. Leider darf man von dieser Pracht keine Fotos machen. Hier gibt es Buddhastatuen, die aus einem Material und in einer Technik, die heute niemand mehr beherrscht. Hier ruht eine Biblothek in mansurischer Sprache, die niemand mehr sprechen kann. Die Schätze sind unermesslich. Kein Kitsch, sondern schlicht nur unbeschreiblich schön. Leider gibt es einheitliche von einer Stunde, in der wir die Räume besichtigen müssen. Wird diese Stunde überschritten, wird der Guide für eine Woche für weitere Touren gesperrt. Für mich ist der Potala-Palast das 7. Weltwunder. Schade, dass er es nicht wirklich ist.
Spektakulär sind die Blicke aus den kleinen Fenstern der Frontpartie auf die tief unten gelegene Silhouette Lhasas. In der obersten Etage betreten wir die Privatgemächer und den Thron der früheren und des amtierenden 14. Dalai Lamas. Wir sind jetzt am höchsten Heiligtum des tibetischen Buddhismus angekommen. Die letzten Schritte führen hinauf aufs Dach des Potala in die gleißende Höhensonne, die steil über der Stadt steht. Von hier oben sehen wir die sich langsam voran bewegenden Menschenketten, wie sie in ritueller Handlung unter dem Drehen ihrer Gebetsmühlen die drei imaginären Kreise durch die Stadt verfolgen. Der erste kleine Kreis führt um den Jokhang-Tempel im Zentrum von Lhasa. Nachdem man diesen Weg mehrmals abgeschritten ist, bewegt man sich auf den 2., schon weitläufigeren Ring, bevor man dann den 3. Ring begeht, der vorbei am Potala-Palast in einer großen Schleife durch die Stadt führt.
Vielzahl schnell müssen wir diesen wundervollen Ort verlassen. Doch zunächst besteigen wir noch einen Aussichtspunkt, von dem man einen sehr schönen Blick auf den Palast hat. Da das Gebäude an sich schon umwerfend ist, nehmen wir uns hier nochmals viel Zeit. Wir umrunden den Potala Palast und laufen somit den längsten Pilgerweg. Das dumpfe Murmeln der Betenden, das Quietschen der Gebetsmühlen und das leise Klappern der Gebetsketten begleiten uns auf unserem Weg. Es herrscht eine ruhige, meditative Stimmung. Leider drängen sich verkleidete Touristen, die fotografiert werden, immer wieder zwischen die Pilger, die an den Gebetsmühlen entlanglaufen. Da fehlen mir die Worte. Nach unserer Umrundung auf dem Pilgerweg, sehen wir uns den Palast nochmals von der anderen Seite in einem Park an. Die Stimmung ist wunderschön. Die Kirsche. Blühen in voller Pracht. Es ist Samstag und viele Tibeter treffen sich im Park. Musik erklingt und junge wie alte Menschen beginnen spontan zu tanzen uralte Tänze, die bis heute bestehen und auch von der jungen Generation getanzt werden. Das freut. Ich ungemein.Baca lagi

























SYLWIA B.Ihr habt doch schönes Wetter gehabt. Wieso schreibst Du, Dir ist zum heulen???
PengembaraMorgens war es noch schön. Seither ist alles grau.
SYLWIA B.Na ganz grau ist doof. Ich hoffe und drücke die Daumen, dass Ihr am BaseCamp Wetter mit Sicht habt.
PengembaraDas hoffen wir auch sehr. Das wäre zu schade.