E-inreise King Abdulaziz Airport Jeddah
20. december 2025, Saudi-Arabien ⋅ 🌙 17 °C
Damit wir problemlos in Saudi-Arabien einreisen können, haben wir Ende November die E-Visa (knapp 100€ p.P.) beantragt. Nun besitzen wir zwei „E’s“. Das E-Ticket und das E-Visum. Da wir ohne Internet reisen, benötigen wir keine E-SIM. Den Elefant haben wir noch nie ausgefüllt und verzichten auch dieses Mal. Und auch eine E-Einreiseerklärung und einen E-Pass wie für Singapur notwendig, benötigen wir für Saudi Arabien nicht. Somit bleibt es bei nur zwei „E’s“. Dafür sind wir im Bereich Krankenversicherung dreifach abgesichert. Bei der Beantragung des Visums muss eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden. Da wir ohnehin schon doppelt versichert sind, haben wir jetzt noch eine Dritte. Dreifach hilft am besten.
In gewohnter Manier checken wir online ein, fahren und schleichen auch manchmal im Driving Home for Christmas Stau nach Frankfurt und wollen das Gepäck aufgeben. Es dauert und wir stellen fest, dass überhaupt keine Flugzeuge starten, sondern nur landen. Unser Flug soll schließlich mit 45 Minuten Verspätung starten. Das wird sportlich in Istanbul. Aber nachdem wir drei Stunden gesessen sind, schadet sportliche Betätigung bestimmt nicht. Die Sicherheitskontrollen sind ruckzuck erledigt. Gibt es heute keine Flugpassagiere? Die Warterei am Gate ist langweilig wie immer, aber dieses Mal wenigstens von Weihnachtsliedern untermalt. Und plötzlich kommt die Nachricht, dass wir doch pünktlich starten. Das gab es noch nie. Es wird doch eigentlich immer nur später. Doch zu früh gefreut. Wir starten nicht. Die Zeit läuft und wir sitzen im Flieger und erhalten keine Informationen. Der Flughafen wird immer voller. Kein Flugzeug startet. Das hatten wir vor vielen Jahren schon einmal. Damals war der Anschlussflug weg. Doch heute: Geschafft. Wenn auch knapp. Schon hier ist die Welt eine andere, auf die wir langsam eingestimmt werden, Wir stechen als einzige „falsch“ gekleidet heraus. Ansonsten gibt es nur Pilgerreisende und Moritz und mich. Alle Männer sind halb nackt, in eine Art ausgefranstes, weißes Froteehandtuch gewickelt, mit Badelatschen an den Füßen. Mehr nicht. Was die Frauen eingepackt sind, sind die Männer unbekleidet. Unser Flieger ist also mit halbnackten, weißen Handtuchmännern und schwarz verhüllten Frauen gefüllt plus zwei bunte. Und es wird fast ohne Unterlass gebetet. Die Herren kämpfen mit ihrem weißen Handtuch, wie ich mit dem Kopftuch. Doch dann fällt einem der Boardingpass runter. Da das Handtuch schon rutscht und er es verzweifelt packt, hebe ich ihn auf. Schließlich ist da außer Unterhosen nichts drunter und nackte, dicke Bäuche und Rücken habe ich nun für heute schon genug gesehen. Offenbar ist es für Männer kein Problem Haut zu zeigen und zwar deutlich mehr als nackte Arme und Beine. Ich komme mir vor, wie im Saunabereich einer Wellnessoase. Was ich bei meiner Hilfsaktion nicht bedenke, er darf mich unter keinen Umständen berühren. Also bedankt er sich sehr höflich, nimmt den Boardingpass aber mit ganz spitzen Finger am äußersten Zipfel.
Nach einem kurzen Zwischenstopp in Istanbul befinden wir uns schon fast auf der Zielgeraden. Mit etwas Phantasie meinen wir schon die Küstenlinie Saudi-Arabiens erahnen zu können. Vielleicht entsteht dieser Eindruck aber auch nur, weil wir schon hier in einer anderen Welt gelandet sind. Während des Fluges werden Toilettenbeutel verteilt. Dieser entpuppt sich jedoch als kleiner Rucksack. Statt Zahnbürste, Schlafmaske und Socken finde ich darin einen Gebetsteppich und Überziehschuhe für die Moschee. Nach einiger Überlegung kommt mir die Idee, dass es sich bei dem vermeintlichen Gebetsteppich auch um eine Zudecke für die Nacht im Flieger handeln könnte. Da sie niemand benützt und ich es schlicht nicht weiß, lasse ich das ganze lieber mal. Nicht, dass ich mich am Ende mit dem Gebetsteppich zudecke. Ich kann nicht schlafen und entscheide mich daher, unter den Pilgernden etwas deutschen Magen-Darm-Virus zu verteilen. So ein Mist. Die Toilette ist zum Glück hinter mir und nach drei Runden auf diesem schönen Ort ist es geschafft und der Magen leer.
Nach knapp 4 Stunden ist es dann wirklich soweit sein. Die grauenhafte Nacht ist vorüber. Wir betreten saudischen Boden und erledigen ratzfatz die Einreise.
Nach der obligatorischen Kofferjagd am Gepäckband sind wir nun definitiv angekommen - warten aber vergeblich auf unsere Koffer. Diese haben sich dazu entschieden, lieber noch einen Tag in Istanbul zu bleiben. Glückwunsch. Nach der ganzen Sucherei habe ich wenigstens kein Bauchweh mehr und der Kreislauf ist wieder in Schwung. Also zu lost and found….. Heute Nachmittag soll er kommen. Dann schauen wir mal.
Saudi-Arabien will künftig in der Liga der großen Reisedestinationen mitspielen und Dubai das Wasser reichen. Daher setzt bereits Jeddahs Flughafen Maßstäbe. Jeddah ist von Europa aus der westlichste Flughafen und in knapp 6 Stunden von Frankfurt zu erreichen. Außerdem ist es bis heute das Tor nach Mekka auf der Pilgerreise Hajj. Nur kommen die Pilger nicht mehr wie früher mit dem Schiff, sondern eher mit dem Flugzeug. Um den großen Andrang bewältigen zu können, wurde ein übergroßer, moderner Flughafen im Norden der Stadt errichtet - der King Abdulaziz Airport. Das Hajj Terminal ist die größte zusammenhängend überdachte Fläche der Welt. Das blau weiß gestaltete Dach, das sich über diese riesige Halle in leichtem Bogen spannt, ist grandios. Ein weiteres Highlight ist das überdimensionale Aquarium, in dem sich Haie, Rochen, Moränen und viele andere bunte Fische tummeln. Durch die Form des Aquariums und die geometrischen Formen der Umgebung entstehen tolle Lichtbrechungen im Glas.
Nach kurzer Taxifahrt erreichen wir Sixt und holen den Mietwagen. Alles passt. Jetzt kann es losgehen.Læs mere














RejsendeSuper, Ihr seid angekommen. Die ersten Eindrücke sind schon einmal hoch interessant. Wir nutzen schon seit einiger Zeit immer den Elefanten. Da muss man eine spezielle Auslandsreisekrankenversicherung abschließen und es wird nicht eine, die man ohnehin schon hat, akzeptiert. Die Pilger habe ich damals auf dem Flughafen in Amman gesehen. Jetzt hoffe ich, dass die Koffer ganz schnell kommen. Kopftuch ist aber keine Pflicht mehr, oder?
RejsendeKopftuch ist nur in Medina Pflicht. Es ist gerade Umrah…
Andrea on TourNa, Ich bin gespannt p