• Saudi-Arabiens Landschaften hauen uns um

    27 dicembre 2025, Arabia Saudita ⋅ ☀️ 22 °C

    Es ist wie jeden Morgen. Der Himmel ist komplett bewölkt, die Sonne nicht zu entdecken. Und wie jeden Morgen hoffe ich, dass sich die Wolken möglichst schnell auflösen. Wir starten zeitig Richtung Küste. Die Fahrt ist langweilig, die Landschaft eintönig. Ich werde müde, obwohl ich heute Nacht prima geschlafen habe. An den Rand fahren ist hier kein Problem. Einfach rechts raus. Ich muss nur schauen, ob sich dort tiefer Sand befindet oder fester Untergrund. Nach einem kurzen Vormittagsschlaf sind meine Akkus wieder gefüllt und erleiden fast einen Überspannungsschaden, als ich den blauwerdenden Himmel entdecke. Weiter geht’s. Wir sind auf schmalen, holprigen Straßen unterwegs, die tief in die Wüste hineinführen. Die Landschaft besteht aus braun grauer Steinwüste mit Bergen. Schließlich biegen wir rechts ab auf eine noch kleinere Straße und mit dem Richtungswechsel vollzieht sich urplötzlich auch ein Landschaftswechsel. Die Sonne drückt, der Himmel wird immer blauer und die Berge immer höher und schroffer. Wir durchfahren ein riesiges Gebirge umgeben von Sanddünen. Und plötzlich, nach einer Kurve prallen wir auf landschaftlichen Gigantismus. Wir unternehmen eine geographische Weltreise und beginnen mit Monument Valley in der USA. Dann beamen wir uns in den Norden Argentiniens in den Cerro Alcazar und in die Entrada de las Flechas, um danach einen Abstecher zur weißen Stupa in der Mongolei zu unternehmen. All das vereint Saudi-Arabien mitten in der Wüste, fußläufig voneinander entfernt. Ich weiß nicht, wohin ich sehen soll. In den gelb leuchtenden Canyon, auf die roten Tafelberge, den vom Regen ausgewaschenen Lehm, über das riesige Tal, das tief unter mir liegt. Wir sind geflasht. Die Worte fehlen. Kein Mensch ist hier. Es herrscht absolute Stille. Nur wir und diese gigantische Natur. Dabei sind wir ja noch nicht einmal an unserem Ziel angekommen. Das Wadi Disah ist doch unser landschaftliches Highlight heute. Aber ob man die Landschaften hier noch toppen kann?
    Wir verlassen diese beeindruckende Bergwelt. Das Tal öffnet sich, wird immer weiter und verwandelt sich schließlich in eine rote Sandwüste. Wir halten und wandern einige anzeigt durch diesen riesigen roten Sandkasten. Die roten Felsen ragen in den blauen Himmel, Akazien wachsen im Sand. Auf unserer Weiterfahrt wird das Tal langsam immer enger. Die Gelsen rücken aufeinander zu und schließlich endet die Teerstarße im Sand. Wir sind angekommen im Wadi Disah.
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