• Unayzah - Musawkaf Suq

    1. januar, Saudi-Arabien ⋅ 🌙 18 °C

    Wir setzen unsere Reise nach Buraydah - Unayzah fort. Es sind noch knapp drei Stunden Fahrt. Drei Stunden, in denen ich viel nachdenke und am Ende nicht schlauer bin. Meine Gedanken werden kurz vor 16 Uhr unterbrochen. Es ist Gebetszeit. Überall entlang der Autobahn halten Autos und die Männer breiten eine Matte im Sand aus, richten sie nach Mekka und beten. Hier wird der Glaube in tiefer Überzeugung oder besser gesagt, aus tiefem Glauben täglich gelebt. Auch das ist etwas, was in unserer Welt nicht mehr stattfindet. Ich wage das jetzt mal so zu schreiben. Weitere Gedanken wandern durch meinen Kopf. Was denkt man hier von uns? Was sagt man aber zu uns? Kann ich die Menschen hier auch nur ansatzweise einschätzen? Viele Gedanken - ich werde keine Lösung finden.
    Kamele fressen das karge, stupfige Grün. Riesige Wasserflächen, gleich Seen, verlaufen entlang der Strecke. Das Tiefdruckgebiet….. man kann seinen Spuren folgen und seinen Weg klar erkennen. Heute haben wir sehr viele Kamele gesehen. Auch hier entlang der Autobahn sind sie. Sie waren eigentlich überall. Wunderschön.
    Unsere Reise sollte ursprünglich in Riyadh beginnen und in Jeddah enden. Letztes Jahr gab es aber Anfang Januar in Jeddah heftigste Unwetter und Überschwemmungen. Das kommt im Januar durchaus vor. Daher habe ich die Reise umgekehrt und wir haben in Jeddah begonnen und enden eben in Riyadh. Zum Glück. Wären wir bei der ursprünglichen Planung geblieben, wären wir in Riyadh in das Tiefdruckgebiet geraten.

    Wir erreichen Unayzah, als es dunkel wird. Der Tag ist im Winter einfach eine Stunde zu kurz. Würde die Sonne allerdings erst um 18:30 Uhr untergehen, würde mir wahrscheinlich wieder eine Stunde fehlen. Wir checken im Hotel ein und brauchen nur noch ein Abendessen.
    Wir fahren zum Musawkaf Suq. Irgendwann bin ich bei meinen Recherchen über diesen Namen gestolpert, habe mich aber nicht weiter informiert, was sich dahinter verbirgt. Es ist ein UNESCO Kulturerbe. Ein uralter Suq aus einer anderen Zeit. Das wunderschöne Lehm-Ensemble besteht aus vielen kleinen Geschäften, aber auch aus einem Museum, das in einem alten Haus der Najd Architektur untergebracht ist. Besonders schön gestaltet sind die Türen. Türen aus Palmholz, die traumhaft schön bemalt sind. Das verwinkelte, alte Gebäude strahlt eine unglaubliche Atmosphäre aus. Wir entdecken einen Dattelspeicher aus damaliger Zeit, einen großen Brunnen und Aufenthaltsräume.
    Das gesamte Suqareal verbreitet den Zauber vergangener Zeit. Jetzt fehlen nur noch Kamele, die mit Weihrauch beladen aus der Wüste kommen und hier über Nacht einen Unterstand suchen. Schade, dass es hier kein Restaurant gibt, in dem man den Abend nach einem tollen Tag ausklingen lassen kann.
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