Mabamba Sümpfe
August 24 in Uganda ⋅ ☀️ 21 °C
Der letzte Tag unserer Reise beginnt mit einem besonderen Höhepunkt: einer Bootsexkursion zu den Mabamba-Sümpfen, einem der besten Orte Ostafrikas, um den seltenen und legendären Schuhschnabel (Shoebill Stork) zu beobachten.
Noch in den frühen Morgenstunden begeben wir uns mit einem Speedboot hinaus auf den Viktoriasee, den größten See Afrikas und den drittgrößten See der Welt. Er ist etwa so groß wie Bayern und liegt im Dreiländereck Tansania, Kenia und Uganda. So einladend das Wasser auch aussieht, Füße weg, denn hier lebt Bilharziose. Außerdem ist es ziemlich giftgrün. Es ist wunderschön, im Licht der aufgehenden Sonne über den See zu brausen. Unser Ziel ist der Mabamba Sumpf, die Heimat des Shoebill.
Als wir die Sümpfe erreichen, gibt es einen ugandischen Kaffee zur Begrüßung. So viel Kaffee, wenn man doch überhaupt keinen Kaffee mag. Dann steigen wir in ein kleines Holzboot um. Noch ist der Kanal weit. Unser Guide blickt durch sein Fernglas und der Bootsfahrer gibt Gas. Wir suchen einen ganz bestimmten Bewohner, der so aussieht, als wäre er direkt aus der Kreidezeit in unsere Gegenwart geflogen. Wir haben unheimliches Glück und entdecken nach gerade mal fünf Minuten unseren Shoebill. Nur noch oder immerhin wieder 20 dieser faszinierenden Vögel leben hier im Mabamba Sumpf. Sie sind Meister der Geduld und können stundenlang regungslos im Schilf stehen, um auf Nahrung zu lauern. Und dann sehen wir ihn. Der Shoebill steht wie eine Statue in den Seerosen. Ein Urzeitwesen. Ein riesiger Vogel. Wie ein Dinosaurier, ein prähistorischer Vogel. Sein Schnabel gleicht einem riesigen Schuh mit einem beachtlichen Haken am unteren Ende. Seine Augen fixieren uns. Sein Blick ist eiskalt und durchdringend. Was für ein starrer, strenger Blick. Normalerweise sind die Vögel scheu. Doch unserer scheint Zeit zu haben. Er bewegt sich nicht vom Fleck. Immer wieder schnappt er ins Grüne. Ja, es ist Frühstückszeit. Lange Zeit können wir ihn beobachten, bis er abhebt. Wie ein A 380 erhebt er sich in die Lüfte und steigt in den blauen Himmel. Was für ein riesiges Tier. Wir folgen ihm mit den Augen, bis er im grünen Schilf unseren Blicken entschwindet.
Wir gleiten durch ein Labyrinth aus dichtem Papyrus, das den Eingang zu den Sümpfen markiert. Die Seerosen blühen und überall staksen und schwimmen Wasservögel. Extrem viele Eisvögel leben hier. Nicht nur der Pide, sondern auch die Malachite Kingfisher, die wie fliegende Juwelen über das Wasser blitzen. Hier, in dieser stillen, wasserreichen Welt, leben zahlreiche Wasservögel, darunter Reiher, Pelikane, Eisvögel. Die Stille ist trügerisch, denn es wimmelt hier nur so von Leben. Jacanas laufen mir ihren langen Zehen scheinbar über die Seerosenblätter. Sie heißen auch Jesus-Bird, weil es so aussieht, als ob sie über das Wasser laufen könnten. Wir suchen nochmals den majestätischen Shoebill, der unbeweglich auf Beute lauert. Nein, nicht ihn, sondern sein Küken im Nest. Es ist einen Monat alt und bereits jetzt riesig groß. Ich erwische den kurzen Moment, in dem es uns bei unserer Ankunft anschaut. Danach senkt es den Kopf ins Nest und versteckt sich. Shoebills bekommen nur alle 5 Jahre ein Küken. Daher gibt es auch nur so wenige dieser Art. Es ist ein großes Glück für uns, dass es im Moment ein Küken gibt.
Natürlich dürfen auch die anderen Wasservögel nicht zu kurz kommen. Überall kreucht und fleucht es im dichten Schild- und Papyruswald. Es ist ganz still, die Sonne scheint, das Wasser glitzert.
Es ist nicht nur die Vogelwelt, die uns absolut begeistert. Wir entdecken noch ein großes Krokodil und unsere ersten Schlangen. Und was für welche. Die Kobra streckt ihren Kopf kampfeslustig in die Höhe. Moritz ist mehr als begeistert. Die Python hingegen ist sehr entspannt. Ich bin nochmals im absoluten Chamäleon Glück. Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, diese Tiere hier zu sehen. Chamäleons haben bisher komplett auf meiner Tierliste gefehlt. Nur einmal hatte ich bisher überhaupt das Glück eines zu sehen. Und jetzt? So viele und so unterschiedlich bunt! Es ist ein Traum. Was für ein wundervoller Abschluss dieser grandiosen Reise durch Uganda.
Uganda macht es uns sehr schwer zu gehen. Auf unserer Rückfahrt durch den Victoria Lake türmen sich tolle Wolkengebilde auf und spiegeln sich im glatten Wasser. Ich hoffe, insgeheim auf Regen, damit ich leichter gehen kann. Doch es soll nicht sein. Die Sonne scheint unvermindert und es ist heute richtig heiß.Read more










































TravelerWow, ganz tolle Fotos und super, dass ihr den Schuhschnabel so nah und toll gesehen habt
TravelerDanke. Es war richtig toll. Nur wenige Meter entfernt und ganz entspannt war er.
TravelerWas für ein grandioses Erlebnis zum Ende Eurer Reise! Das macht den Abschied sicher nicht einfacher, ist aber auch ein würdiger Abschluss für Euer Abenteuer!🤩Die Fotos sind wie immer sehr sehr schön!🤩
TravelerDanke. Beides stimmt. Aber der Abschied war sehr schwer.
TravelerDas verstehe ich zu gut!