Kigali - Rwandas Hauptstadt
Yesterday in Rwanda ⋅ ⛅ 27 °C
Rwanda Hauptstadt ist die größte Stadt des Landes und wurde auf Hügeln, umgeben von Bergen, erbaut. Der höchste Berg ist der Mount Kigali mit 1850m. Kigali ist das finanzielle, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Hier befinden sich der internationale Flughafen und eine große Auswahl an Unterkünften, Restaurants und Sehenswürdigkeiten – inklusive dem Kigali Genozid Zentrum.
Die Gedenkstätte Kigali erinnert an den Völkermord an den Tutsi in Rwanda 1994. Dort sind die sterblichen Überreste von über 250.000 Menschen beigesetzt. Das Zentrum ist eine dauerhafte Gedenkstätte für die Opfer des Völkermords und dient den Hinterbliebenen als Ort, an dem sie ihre Angehörigen und Freunde bestatten können.
Im April 1994 drangen Berichte über systematische Massenmorde in Rwanda in die Welt hinaus. Vorausgegangen war der Absturz des Flugzeugs des damaligen Präsidenten Juvénal Habyarimana. Er kam ums Leben, als sein Flugzeug am 6. April 1994 abgeschossen wurde. Das Attentat war Auslöser für den Völkermord an den Tutsi, in dem innerhalb von drei Monaten zwischen 800.000 und einer Million Menschen getötet wurden. Es wurde kaum etwas unternommen, um den Völkermord zu stoppen. Außenstehende stellten ihn als ethnisch motivierte Gewalt zwischen Stämmen dar, wobei die Tutsi die Opfer und die Hutu die Täter waren. Die genaue Zahl der tatsächlich Ermordeten wird möglicherweise nie bekannt sein. Schätzungen liegen bei über einer Million. Menschliche Überreste wurden aus der ganzen Hauptstadt herbeigeschafft, nachdem sie auf der Straße gefunden oder in den Fluss geworfen worden waren. Sie werden in Gruppen von 100.000 zusammen bestattet. Im April 2004, zum zehnten Jahrestag des Völkermords, wurde die Gedenkstätte eingeweiht.
Sie dokumentiert den Völkermord, beschreibt aber auch die Geschichte Rwandas, die diesem Ereignis vorausging. Es werden zudem Vergleiche mit ähnlichen Stätten in Deutschland, Japan und Kambodscha angestellt. Anders als in den ehemaligen Konzentrationslagern von Auschwitz-Birkenau befinden sich in der Gedenkstätte in Ruanda menschliche Überreste sowie die Werkzeuge und Waffen, die bei ihrer Vernichtung verwendet wurden.
Die Texte bieten Hintergrundinformationen zur spaltenden Kolonialgeschichte Rwandas. Im Verlauf des Besuchs gewinnen die Ausstellungsstücke zunehmend an Eindringlichkeit, da die Besucher mit den hier begangenen Verbrechen und bewegenden Videozeugnissen von Überlebenden konfrontiert werden.
Hier werden auch andere Orte auf unserer Welt angesprochen, in denen Völkermord begangen wurde. Sei es an den Herero oder während des 2. Weltkriegs, unter Pol Pott in Kambodscha oder im Kosovo. Ich kenne sowohl Auschwitz als auch S21 bzw. Toul Slang in Kambodscha. Beide Orte sind schlimme historische Orte, die schweigsam und sehr betroffen machen. Aber das Kigali Genozid Zentrum übertrifft alles, was ich bisher gesehen habe. Es macht sprachlos, erschüttert zutiefst, macht fassungslos. Ich war noch nie an solch einem grauenhaften, traurigen Ort. Es fehlen die Worte. Es wäre anmaßend, hiervon zu berichten zu versuchen. Die Überlebenden versuchen es und finden keine Worte. Zeitzeugen und Fotografien zeigen eine Grausamkeit und menschliche Kälte, für die es keine Worte gibt. Damit schweige ich nun.
Heute sieht sich die Bevölkerung Rwandas als ein Volk. Es gibt keine ethnischen Unterscheidungen mehr. Dennoch wird die Erinnerung intensiv gelebt. Es ist ja leider auch noch nicht lange her. Erst in der dritten Generation wird das Trauma verschwinden. So zeigt sich Kigali auch von seiner lebensfrohen Seite. Eine extrem grüne Stadt zwischen und auf vielen Hügeln. Die Schweiz Rwandas präsentiert sich mit gepflegten Fußgängerzonen mit schönen Restaurants, Cafes und Geschäften. In den Straßen erleben wir quirligsten Markt. Bunt, laut - typisch afrikanisch. Dazwischen unzählige Motorradtaxis, die ihre Kundschaft schlängelnd zu ihrem Ziel befördern. Eine reiche, moderne Stadt, die von e-Autos, Motorrädern und Bussen dominiert wird. Es wird sehr auf Umwelt und Klima geachtet. Alles ist sauber und geordnet.
Dann holt uns doch nochmals die Vergangenheit ein. Während des Genozids versuchen 10 belgische UN-Soldaten die Premierministerin zu beschützen. Alle sterben.Read more
Vorreisechaos
Yesterday in Rwanda ⋅ ☀️ 24 °C
Reisen könnte so schön sein, wenn nicht……
Bereits Monate bevor es überhaupt los geht, wird es chaotisch. Aufgrund der weltpolitischen Lage werden viele Flugverbindungen gestrichen. So auch unser Zubringerflug Frankfurt-Brüssel. Der Alternativvorschlag hat eine Umstiegszeit von gerade Mal 50 Minuten. Da wir in Deutschland leben, ist davon auszugehen, dass wir nicht pünktlich starten werden und den Anschlussflug verpassen. Plan B muss her und ist auch schnell gefunden. Wir fliegen am Vorabend und übernachten in Brüssel. Die Buchungsbestätigung wird zugeschickt, ich buche ein Flughafenhotel und ändere meine Parkplatzbuchung am Flughafen. Doch am nächsten Morgen habe ich immer noch keine Buchungsbestätigung für den Flug. Ich rufe nochmals an und erfahre, dass die gewünschte Verbindung überhaupt nicht verfügbar ist. Also muss Plan C her. Wir sollen über Amsterdam fliegen. Das ist mir ja nun völlig egal. Hauptsache wir fliegen. Als der Herr an der Hotline nochmals zusammenfasst, merke ich, dass er das Abflugdatum verändert hat. Das geht nicht. Da ist noch Schule. Einen Tag später ist jedoch auch der Amsterdam Flug nicht verfügbar. Also zurück auf Los. Alles von Vorne. Zum Glück hat der Herr noch ein Ass im Ärmel. Wir fliegen mit Ethiopian Airlines über Addis Abeba. Genau das wollte ich nicht. Genau diese Verbindung habe ich vor acht Monaten gezielt nicht gebucht. Eine Alternative gibt es aber nicht und nach wenigen Minuten habe ich die Buchungsbestätigung im E-Mail Postfach. Immerhin landen wir nun morgens statt abends und gewinnen ein Tag. Man muss es ja positiv sehen. Ich storniere mein Hotel in Brüssel und ebenso den Flughafenparkplatz, um ihn zwei Minuten später erneut zu buchen, nur mit anderer Uhrzeit. Wie oft ich ihn wohl noch umbuchen muss?
Als ich den Flug einige Wochen später überprüfen will, kann ich ihn weder bei e-dreams noch bei Brussel Airways finden. Die Buchung existiert nicht mehr. Es folgen endlose Stunden in Warteschleifen mit immer dem gleichen Musikgedudel. Doch schließlich versichert man mir von beiden Seiten, dass die Buchung besteht, aber nirgends eingesehen werden kann. Es sei aber alles in bester Ordnung. Ahhh. Da bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als zu glauben - und zu hoffen.
Und dann kommt zu allem Überfluss und weltpolitischem Chaos auch noch Ebola. Was bereitet mir nun mehr Sorge? Kerosinmangel oder eben Ebola? Es ist definitiv der Kerosinmangel. Dennoch schleichen Gedanken durch meinen Kopf. Nicht, dass ich Angst hätte mich anzustecken. Bestimmt nicht. Aber was passiert, wenn es plötzlich Quarantänregelungen bezüglich des Heimflugs gibt? Dann ist das wohl so. In die Zukunft blicken kann ich nicht. Wenn es also keine Regelungen gibt, brauche ich auch keine zu beachten. So beruhige ich nun die penetranten Gedankenstiche, die immer wieder meinen, durch meinen Kopf geistern zu müssen.
Die Wochen vor dem Reisebeginn erinnern ein wenig an Reisen während Corona. Da hatte ich auch ständig die Sorge vor neuen Regelungen, Quarantäne, Ernennung zu Variantengebieten…. Mit der Forderung der USA nach Quarantäneregelungen in Europa für Kongo/Ugandareisende wegen der Fußball WM werden diese Erinnerungen wieder wach.
Dennoch sorgt Uganda vor. Eine Gesundheitserklärung muss abgegeben werden, in der ich versichere, mich die letzten 21 Tage nicht in Ebola-Gebieten aufgehalten zu haben. Es ist ja kein Problem, diese auszufüllen. Das interessante dabei ist aber mein Gefühl. Es handelt sich vom Prinzip um dieselbe Erklärung, die man während Corona vor der Einreise abgeben musste. Jetzt empfinde ich sie als in Ordnung und während Corona habe ich sie als Gängelei, als Überwachung, fast ein wenig als Freiheitsberaubung empfunden.
Ach ja, seit gestern gilt Uganda offiziell als ebolafrei.
Als ob es noch nicht genug wäre... Alle guten Dinge sind drei. El Nino meint, dass er dieses Jahr mal wieder seine volle Kraft entfalten müsse. Für Uganda bedeutet das extreme Regenfälle und Überflutungen im gesamten Land. Eigentlich dürfte er erst loslegen, wenn wir das Land verlassen. Wir werden sehen. So langsam macht sich ein Gefühl breit, als ob diese Reise unter keinem guten Stern steht.
Unsere Anreise ist sehr entspannt. Wir fliegen in einem neuen A350-900 mit Ethiopian Airlines nach Addis Abeba und haben einen kurzen Aufenthalt zum Füßevertreten auf dem schönen Flughafen. Wir hatten selten eine Airline mit einem so guten Service und richtig gutem Essen.
Mit uns an Bord war die ruandische Basketballnationalmannschaft. Die Fotografen standen schon Schlange, um die Sieger mit dem Pokal zu begrüßen.
Nach der Landung holen wir unser Visum on arrival. Anscheinend bekommt man auf dem Landweg nach Uganda kein Visum. Ob das stimmt, sehen wir morgen? Jedenfalls nehmen wir das East Africa Visum für je 100$. Gewünscht ist Bezahlung mit Kreditkarte. Jetzt haben wir die Visumangelegenheit erledigt. Sollte es morgen an der Grenze zu Uganda Stromausfall oder Computerprobleme geben, haben wir unser Visum bereits.
Wir sind angekommen und rollen durch die Straßen von Kigali, der pulsierenden Hauptstadt Ruandas. Eine sehr grüne Stadt, die sich über unzählige Hügel erstreckt. Das Moped ist bevorzugtes Verkehrsmittel. Sehr gerne wird gehupt, aber sehr gesittet auf der linken Seite gefahren. Es ist zwar irgendwie ein Gewühle, aber es fügt sich immer alles wie ein Puzzle ineinander. Einfach mitschwimmen. Die Straßen sind tipptopp in Schuss.
Vor uns liegt ein ganzer Monat voller Abenteuer in Ostafrika. Wir freuen uns auf beeindruckende Landschaften, spannende Begegnungen mit Land und Leuten – und natürlich auf die vielen Tiere.Read more

TravelerDie Story kannte ich ja. Aber im Zusammenhang gelesen, fühle ich voll mit welchen Schwankungen Du ausgesetzt warst. Aus eigener Erfahrung kenne ich das Gefühl, wenn man glaubt: das Universum (bei uns Airlinepleite, auf das Nachbarland übergreifender Krieg) will einem etwas mitteilen. Aber am Ende war nicht nur der Flug sondern auch unser Urlaub ein Träumchen. So wird es bei Euch werden. Da bin ich mir sicher.

TravelerOh weia, was für ein Flugbuchungskrimi... Und auch der Rest 😱🫣 Da kann die Reise selbst ja ganz bestimmt nur noch besser werden. 🙏🏼🍀🍀🍀
Auf der Suche nach den Berggorillas
July 29 in Germany ⋅ ☀️ 35 °C
Mit Ruanda und Uganda folgt nun die 3. Reise im „Jahr der verschobenen Reisen“. Es sollte ursprünglich nach Bolivien gehen. Aber nachdem unklar war, wie sich das Land nach den Wahlen 2025 entwickeln würde, was aus der anhaltenden Benzinknappheit und den ständigen Straßenblockaden werden würde, haben wir diese Reise ebenfalls verschoben. Im Unterschied zu Saudi-Arabien und China/Tibet habe ich Ruanda und Uganda aber schon lange als Reiseziel im Kopf. Die Länder hätten nur noch ein bisschen warten müssen, bis sie an der Reihe sind. Dieses Mal ist es absolut meine Wahl und Moritz muss sich fügen, was er mit Begeisterung tut.
Es wird die erste Reise seit 15 Jahren sein, die ich völlig entspannt antrete. Moritz ist 18 und wir können endlich überall hinreisen. Bisher folgte nach der Länderwahl gezwungenermaßen immer der Blick auf die Seite des Auswärtigen Amtes. Die Preisfrage: Wie erfolgt die Ein- und Ausreise von Minderjährigen, die mit nur einem Elternteil verreisen? Oftmals landete des Wunschland auf direktem Weg am unteren Ende der Bucketlist. So auch Bolivien, Chile und außer Marokko und Ägypten sämtliche Länder Afrikas. Unterschriften, notarielle Beglaubigungen …. waren für mich nicht zu bekommen. Zum Glück kann man viele andere Länder problemlos bereisen. So wie die einen auf der Bucketlist nach unten rutschten, rutschten andere plötzlich nach oben.
Dennoch gab es bei jeder Grenzkontrolle am Flughafen Schweißausbrüche plus Herzrasen, da meine „Einverständniserklärung, dass Moritz mit mir reisen darf“ für den Fall, dass jemand fragt, immer von mir gebastelt war. Auch die Kopie des Reisepasses konnte ich nicht mehr vorzeigen, da längst abgelaufen. Das alles ist nun Geschichte. Stellt sich die Frage, wie oft wir noch zusammen verreisen werden. Alles hat seine Vor- und Nachteile.
Eigentlich liebe ich das trockene, sonnenausgedörrte Afrika. Doch Ruanda und Uganda liegen am Äquator und so werden wir im feuchten, grünen Bergregenwald nach Schimpansen und Berggorillas suchen. Letztere leben nur hier im Dreiländereck Ruandas, Ugandas und der Demokratischen Republik Kongo. Das massive Riwenzori-Gebirge (5109m) erstreckt sich entlang der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. Und an dessen Fuße? Unendlich weite Urwälder. Wir reisen durch das einst von Winston Churchill als „Die Perle Afrikas“ bezeichnete Uganda. Riesige Teeplantagen, Bananenpalmen, satte grüne Regenwälder, die Überquerung des Äquators machen neben tierreichen Nationalparks diese Reise zu etwas ganz Besonderem. Im August herrscht Trockenzeit. So hoffen wir auf viel Sonne und möglichst wenig stechende Tierbegegnungen. Dennoch ist heute der erste Tag, an dem wir in den Genuss der Malariatabletten kommen.Read more

TravelerIch freue mich auf diese aussergewöhnliche Reise mit euch und auf die kurzweiligen Reiseberichte. Ganz viel Spass und hoffentlich viele schöne Tierbegegnungen..




































Traveler
Sinnbildlich für Afrika...
TravelerJa. Wunderschön. Fehlt nur noch die Giraffe.
TravelerWer einmal sein Herz in Afrika verloren hat… 🦒 😍
TravelerJa. Der Afrika-Virus lässt einen nie wieder los.
TravelerUnserer ist leider seit ein paar Jahren verschwunden … vielleicht kommt er wieder, derzeit sieht es aber nicht danach aus.
TravelerDas liegt einfach daran, dass zwei Menschen, mit denen wir eine Verbindung hatten und die uns wichtig waren, grausam ermordet wurden. Sie lebten in Botswana. Dies nur als Erklärung.
TravelerAllerdings muss ich zugeben, dass ich schon ein kleines Gefühl verspüre, Ruanda würde ich mir mal ansehen. Vielleicht schlummert der Virus doch im Tiefen.
TravelerIch weiß. Du hast von Botswana erzählt. Ruanda könnt ihr beide machen. 90% perfekte Asphaltstraßen.
Traveler🙏 - ich werde sehr aufmerksam mitlesen.