Xi‘an begeistert
March 31 in China ⋅ ☁️ 15 °C
Während wir weiter durch die Gassen bummeln ist klar, dass wir von Xi‘an begeistert sind. Natürlich ist alles touristisch. Die Stadt ist voller Leben. Essensstände, schöne und scheußliche Geschäfte reihen sich aneinander. Mopeds knattern durch die Gassen. Halt - sie knattern eben nicht, sie hupen und sind ansonsten lautlos, was sie gefährlich macht. Einer fährt mich an. Prost Mahlzeit. Das hatte ich in Marrakesh schon mal. Auf dieses Erlebnis hatte ich heute eigentlich keine Lust. Passiert ist aber nichts. Wir entdecken Früchte und andere Leckereien, die wir noch nie gesehen haben. Wir probieren vieles. Einiges ist sehr lecker, anderes weniger. Was wir da versucht haben, wird ein Geheimnis bleiben. Es macht unheimlich Spaß alles durchzuprobieren. Während wir bummeln, kommen wir an wunderschönen Toren vorbei. Es ist ein lautes, wildes Gewusel voller Menschen.
Schließlich stehen wir vor der Moschee. Wir betreten eine Oase der Ruhe inmitten des Lärms und der vielen Souvenirstände. Eine Moschee im chinesischen Tempelbaustil. So etwas haben wir noch nie gesehen. Viele Tore, kleine Tempel und Pavillons mit geschwungenen Dächern reihen sich in einem wunderschönen, riesigen Garten aneinander. Die Bäume blühen. Gras und Blumen wachsen auf den Dächern der Tempel. Man scheint in einer anderen Welt zu wandeln. Wunderschöne Stelen und Steinmetzarbeiten verzieren die Wände. Die leuchtend türkisen Dachziegel erinnern an die Medresen in Usbekistan. Die islamische Gemeinschaft gibt es schon immer in Xi‘an. Die Moschee ist die älteste in China. Obwohl die Umgebung so laut ist, darf der Muezzin nur ganz leise rufen, da er stört, wenn er laut rufen würde. Tatsächlich ist Gebetszeit und er ruft seine Gläubigen leise herbei. Sie kommen und es sind nicht wenige. Dieser ruhige Ort mit seinem herrlichen Park ist aber vor allen Dingen Treffpunkt, um sich auszutauschen.
Wir bummeln durch weitere Gassen und stoßen auf das 400 Jahre alte Wohnhaus des Gao Yue aus der Ming-Dynastie, das sogar UNESCO Weltkulturerbe ist. Zurecht. Das riesige Wohnhaus der gehobenen Bevölkerungsschicht besteht aus vielen Gebäuden und insgesamt 86 Zimmern. Es ist aus dunklem Holz in traditioneller Architektur gebaut. Es gibt viele wunderschöne Holzschnitzereien und die Zimmer sind teilweise durch Bambusvorhänge abgetrennt. Zwischen den Gebäuden befinden sich viele kleine Innenhöfen und Gänge. Dazwischen hängen leuchtend rote Laternen. Ein wunderschöner Farbkontrast vor allen Dingen, wenn es langsam dunkel wird. Es werden Mobiliar und Alltagsgegenstände ausgestellt. Mit etwas Fantasie kann man sich vorstellen, wie damals gelebt wurde. Heute lebt hier nur noch eine Gans.
Eine der vielen Spezialitäten Xi‘ans sind Maultaschen. Es gibt zwei Restaurants in der Stadt, die die Maultaschen in verschieden Varianten anbieten. Das Defachang liegt gegenüber des Glockenturms, absolut zentral. Wir bitten um einen Tisch für 2 Personen. Ich zeige Daumen und Zeigefinger. Wir werden zum Tisch gebracht, in einen scheußlichen Nebenraum mit riesigen runden Tischen, an denen 8 Personen Platz finden. Hier sitzen wir völlig verloren. Doch die Bedienung wird sauer und herrscht die andere, die uns gebracht hat, an. Das chinesische Englisch beginnt erneut. Ich zeige auf uns, two persons und halte nochmals die Finger hoch. Und bestätige. Die Chinesin hält auch die Finger hoch, anders als ich. Aber das ist doch egal. Nein eben nicht. Plötzlich lachen die beiden. Daumen und Zeigefinger bedeuten hier acht und Zeige- und Mittelfinger zwei. Somit wäre das auch geklärt. Wir sitzen nun an einem wunderschönen kleinen Tisch mit Blick auf den Glockenturm. Das dürfte der schönste Platz im Restaurant sein. Nachdem die Sitzplatzfrage geklärt ist, wartet schon das nächste Chaos. Die Bestellung über den Barcode und alles auf Chinesisch. Alipay will zunächst nicht übersetzen. Doch dann klappt es. Wir bestellen verschiedene Maultaschen mit dem Gedanken nachzubestellen. Heute schmeckt es. Es klappt auch schon viel besser mit den Stäbchen. Nach einiger Zeit erhalten alle Ausländer eine Gabel. Doch nein, der Ehrgeiz ist geweckt. Wir tauschen nicht. Die Maultäschchen oder auch Tortellini sind mit Fisch und Schrimps gefüllt. Wir bestellen drei verschiedene Sorten. Bunt sind sie. Es gibt auch welche, die als wunderschöne Tierchen gestaltet sind. Unser Nachtisch ist ein Traum. Schwäne und Frösche in einem Seerosenteich, der von Eis umnebelt wird. Im Schwan war eine Durian versteckt. Solch einen schönen Nachtisch hatten wir noch nie. Eine Augenweide.Read more






















TravelerWie kann Dich einer anfahren? Hast Du nicht geguckt? Ansonsten…Der Rest klingt super. Auch dass der Ehrgeiz geweckt ist 👍🏻
TravelerDer kam von hinten.
TravelerAlles klar. Mir ist es jetzt nämlich schon öfter passiert, dass ich nicht geguckt habe und sie nicht gehört habe. So schön diese ruhigen Fahrzeuge auch sind…