Colmar
May 28 in France ⋅ ☀️ 29 °C
Spontaner Kurztrip anstatt lange Reise
Europa anstatt der Welt
Auto anstatt Flugzeug
Kurze Anreise anstatt langer Anreise
Täschchen anstatt Koffer
einen Tag im Voraus gebucht anstatt ein Jahr
Keine Planung anstatt voll informiert
alleine anstatt zu zweit
Handy anstatt Kamera
Am frühen Vormittag setzt ich meine beiden Wanderfreunde in den Vogesen ab und erreiche wenig später Colmar. Ich bin nicht im Urlaubsmodus, weil es kein Urlaub ist. So passiert es mir doch tatsächlich, dass ich ohne Hut und Wasser losmarschiere. Die 30 Grad sind bald erreicht…..
Ich kenne das Elsass und so lasse ich mich ohne Plan einfach treiben und durchstreife Colmars Gassen. Noch ist es halbwegs ruhig. Doch Overtourism ist erwünscht und daher rollen ständig kleine E-Züge durch die schmalen Gassen und transportieren wohlbeleibte
Gäste durch die kleine Stadt. Kinder mit roten Gesichtern, die einem entgegenschreien „Warum muss ich diese Scheißstadt anschauen?“ kommen mir entgegen. Reisegruppen eilen schwitzend hinter ihrem rotbefahnten Guide her.
Der erste Trip mit Handy. So fühlt sich das also an, wenn man nicht gezielt und konzentriert durch den Sucher der Kamera schaut, sondern einfach schnell abdrückt. Klick, klick. Ich erwische mich, dass ich plötzlich Hochkantfotos mache. Klick Klick das nächste abgedrückt. Ich weiß nicht, ob mir dieses Fotografiergefühl gefällt.
Plötzlich wird mir klar, dass ich mich selbst gar nicht als Tourist fühle, während ich durch die Straßen bummle, obwohl ich natürlich einer bin. Nein, ich beobachte vielmehr die internationalen Touristen. Auf welche Sehenswürdigkeiten stürzen sie sich, welche Motive sind angesagt und instagramable. Ich sehe die Souvenirshops und will sie mir gar nicht ansehen. Bei diesen Preisen ohnehin kein Fehler. Aber es werden mit Begeisterung elsässische Plüschstörche und Gugelhopfformen gekauft. Auch Lebkuchen in allen Formen, Größen und auch Material - essbar und Plüsch - sind der Renner.
In der Markthalle wird fleißig verkostet. Doch die Asiaten bevorzugen den vietnamesischen Stand anstatt der elsässischen Käse und Schinken. Was der Bauer nicht kennt…. Aber gut, man muss nicht immer alles probieren. Mache ich auch nicht. Allerdings verzichte ich eher auf frittierte Maden und Spinnen.
Auch außerhalb der Markthalle ist Markt und ich freue mich, dass es hier auch Obst und Gemüse zu kaufen gibt. Denn davon abgesehen ist die Innenstadt kaum von Einheimischen besucht. Leben überhaupt noch welche im historischen Zentrum oder ist es auch schon eine tote Museumsstadt?
Ich entfliehe dem Trubel und entdeckte wunderschöne Ecken in kleinen, ruhigen Gassen, die nicht minder schön sind als die Überfüllten. Die Fassaden der alten Gebäude sind wunderschön und haben viel Charme. Was für schöne fotogene Ecken es doch gibt.
Ich suche mir ein schönes Plätzchen und beobachte weiter den internationalen Tourismus. Die Chinesen in ihrer rücksichtsvollen, ruhigen Art stechen mal wieder besonders hervor, Die amerikanischen Gruppen erkennt man auch immer von Weitem, da sie besonders viel Raum in den Gassen einnehmen.
Schließlich lande ich in einem netten Café bei Cola und Gaufre mit Karamell und Salzbutter. Von hier kann ich weiterhin herrlich beobachten.
Colmar - ein wunderschöner, gemütlicher Ort. Schön, ihn mal wieder durchbummelt zu haben.
Auf dem Parkplatz Scheurer Kestner kann man übrigens sehr günstig parken. Zwischen 12 und 14 Uhr sogar kostenlos.Read more
























TravelerNun doch ein Handy 😄
TravelerNein. Ist das von meinem Sohn, um Kontakt zu halten. 🤣🤣
TravelerDann hat ja er jetzt keins😉
TravelerAber sein Kumpel.😁