Luxembourg American Cemetery and Memorial
September 26 in Luxembourg ⋅ ☀️ 22 °C
Nachdem wir uns im Sommer mit der niederländischen NS Geschichte befasst haben, sind nun die Belgische und Luxemburgische an der Reihe. Da Luxemburg nicht gerade um die Ecke liegt, starten wir am sehr frühen Morgen und haben dafür die nächtliche Autobahn fast für uns allein. Wir fahren auf den Parkplatz des Amerikanischen Gedenkfriedhofs in Luxemburg als die Friedhofsuhr schlägt und sich die Tore öffnen. Perfektes Timing. And yes, it seems to be we are in the US. Die US Soldaten lassen durch uns das goldene Portal auf den amerikanischen Soldatenfriedhof mit seiner Gedenkstätte.
Die deutsche Ardennenoffensive zum Ende des Zweiten Weltkrieges vom 16. bis 25. Dezember 1944 konnte durch die Alliierten unter großen Verlusten gestoppt werden. Die Amerikanischen Streitkräfte kämpften mit Luftstreitkräften und Bodentruppen gegen die deutschen Agressoren. Der Soldatenfriedhof wurde zunächst als vorläufige Grabstelle ausgewählt. Nach der Fertigstellung des Soldatenfriedhofs am 1949 fanden hier 5076 Gefallene ihre letzte Ruhestätte.
Den Mittelpunkt des Ehrenmals bildet eine Kapelle, von der man die Gräberfelder überblickt. Auf der Terrasse sind in bronzenen Buchstaben die Worte General Eisenhowers zu lesen:
ALL WHO SHALL HEREAFTER LIVE IN FREEDOM
WILL BE HERE REMINDED THAT TO THESE MEN
AND THEIR COMRADES WE OWE A DEBT TO
BE PAID WITH GRATEFUL REMEMBRANCE OF THEIR SACRIFICE AND
WITH THE HIGH RESOLVE THAT THE CAUSE FOR WHICH THEY DIED SHALL LIVE ETERNALLY
Dieser Ort strahlt im sonnigen, warmen Morgenlicht eine friedliche, freundliche Atmosphäre aus, obwohl hier und in der weiteren Umgebung vor 80 Jahre grauenhafte, erbitterte Schlachten stattgefunden und zig tausende Menschen ihr Leben verloren haben.
Für uns interessant sind die Landkarten mit den eingezeichneten Garnisonen und ihren Kampfgebieten, auf denen erkennbar ist, wie die deutschen Truppen langsam zurückgedrängt und die belgischen Städte befreit worden sind. Nach dem Krieg wurden alle Generäle nach Amerika zurückgebracht und dort auf Soldatenfriedhöfen beerdigt. Die einzige Ausnahme bildet General George S. Patton. Er starb kurz nach Kriegsende bei einem Autounfall in Deutschland und wurde auf eigenen Wunsch in Europa bei seinen Männern auf dem Militärfriedhof Hamm in Luxemburg beigesetzt.
Wie wir hier schon feststellen, werden von Seiten der USA Zweite Weltkriegsreisen angeboten. Ganze Reisegruppen besuchen kurz nach uns das Friedhofsgelände. Auch im Verlauf des Tages treffen wir immer wieder welche an historischen Orten an.Read more
















TravelerEin Besuch, der einen eindrücklichen Rückblick auf die schlimme NS Zeit vermittelt! Du hast die große Anzahl der Gräber sehr gut fotografisch dargestellt.
TravelerDanke. Ja das war wirklich eine ganz furchtbare Zeit.
TravelerIch bekomme schon beim Lesen Gänsehaut. So schrecklich und gleichzeitig können wir sehr dankbar sein, dass es so gekommen ist. Kennst Du die Serie „The Man in the High Castle“? Wenn nicht, empfehle ich sie Dir. Ich finde es bemerkenswert, dass Ihr Euch - auch bei anderen Reisen - solche Orte anschaut. Da bin ich ja nicht anders.
TravelerSolche Orte gehören dazu. Sie sind leider unsere Vergangenheit. Es macht aber einen Unterschied, ob man an einem Ort ist, mit dessen Vergangenheit man nichts zu tun hat, wie in Rwanda, oder einem Ort wie hier. Ich kann natürlich nichts für den 2. Weltkrieg und seine Gräueltaten und trotzdem fühle ich mich hier anders verantwortlich und denke: Mein Gott, was haben wir getan und den Menschen für Elend zugefügt. Leider war doch die gesamte Geschichte nie anders. Immer Krieg. Nur, dass Römer, Ägypter, Maya, Inca….. so weit weg sind, dass wir diese schlimmen Zeiten anders empfinden. Außerdem waren sie auch anders schlimm, was die Waffen angeht. Wieder andererseits: Krieg ist Krieg und tot ist tot.
TravelerDa werden Pflanzen und Tiere genmanipulierte, aber auf die Idee dieses machtlüsterne und kriegerische "Hormon" beim Menschen wegzuzüchten, kommt man nicht. Bei den Mann gegen Mann kämpfen ist es ja gar nicht mal so schädlich, aber durch die weit entwickelte Technik entstehen schon bei den kleinsten Kriegshandlungen riesige Zerstörungen 🥺
TravelerDa hast du absolut Recht. Der Kämpfende ist heute weit weg und in Sicherheit und die Opfer trifft es aus heiterem Himmel. Man schaut sich nicht mehr in die Augen und spürt nicht, was man anrichtet. Aber eine gute Idee, wir drehen bei gewissen Herren ein bisschen an Genen und Schrauben.