Rocky Mountaineer Tag 1
September 11, 2024 in Canada ⋅ ☁️ 6 °C
Nein, 05.00 Uhr aufstehen ist nicht wirklich meins. Aber morgendlichen Hektik folgt die Entschleunigung auf Zug Nr 2,, dem Rocky Mountaineer. Wir werden mit dem Bus zum Zug gebracht, zu den drei Lokomotiven und Wagen 19. Unsere Plätze sind im Wagen 01 😉😁, 690 Meter entfernt fast am anderen Ende des Diesellindwurms. Hinter uns kommen nur noch die Baggage- und Versorgungswagen, darunter ein Schlaf- und Aufenthaltswagen für einige Ersatz-Lokführer, die nach sechs Stunden die Crew im Cockpit ablösen. Dazu hält der Zug mitten auf der Strecke.
Morgenlauf ist angesagt, es ist frisch und es nieselt. Ich habe die nächsten zwei Tage einen Doppelsitz im 1. Stock des Panoramawagens für mich alleine, Luxus. Verstellbare, beheizbare Feauteuilles, Klapptisch inklusive. Gegessen wird aber unten, im Erdgeschoss des Doppelstockwaggons. Dieser hat direkt neben der Treppe einen Aufzug, um Gehbehinderten oder Rollstuhlfahrern den Auf- und Abstieg zu ermöglichen. Vorbildlich. Die Welt zieht mit 50 bis 60 Km/h am Fenster vorbei. Der Zug ist all inclusive, die einschlägig Betroffenen haben enthusiastisch applaudiert. Getränke werden am Platz serviert, Barwagen hat es keinen, anders als im Canadian. Natürlich gibt es Säfte und Softdrinks und Knabberzeug.
Die Landschaft ist beeindruckend, manchmal atemberaubend, wenngleich in ihren Grundzügen nicht ständig wechselnd. Wald, Berge, Flüsse, Seen, Seen, Flüsse, Berge, Wald. An den Ufern der Gewässer stehen Laubbäume, dann geht es in Nadelwald über. Die Farbe der Wasserläufe reicht von gletschergrau über moorbraun bis smaragdgrün. Der Herbst ist noch zu jung, um schon Farbe in das Laub gezaubert zu haben. Nur vereinzelt zeigt sich zaghaftes Braun und Gelb. Die Berge rücken mal ganz nahe an den Zug heran, mal geben sie dem Blick Raum.
Das Zugpersonal ist ganz bezaubernd. Ständig kommt jemand und fragt nach Wünschen. Was zu knabbern? Was zum trinken? Etwas Lesestoff? Besondere Sehenswürdigkeiten werden angekündigt, damit die Kamera bereitgehalten wird. Der Zug fährt dann besonders langsam, um eine gute Schussmöglichkeit zu geben. Über die Bordanlage gibt es Erklärungen zu der jeweiligen Besonderheit. Nur eines nervt mich: Die Aufzugsmusik, mit der der Wagen leise aber stetig berieselt wird.
Nach 12 Stunden, spektakulären Aussichten und 3 warmen Mahlzeiten, wird es aber langsam Zeit, dass wir im Übernachtungsort Kamloop eintreffen. Rumlaufen geht nur sehr begrenzt, die Knie schmerzen und morgen ist auch noch ein Tag. ❤️Read more




















