• Anthropophage
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Transkanada

Un’avventura di 16 giorni di Anthropophage Leggi altro
  • Inizio del viaggio
    1 settembre 2024

    FRA Flughafen

    1 settembre 2024, Germania ⋅ ⛅ 27 °C

    Die echten Weltenbummler steigen in die falsche S-Bahn, wenn sie vom Hbf zum Flughafen wollen. Dann dürfen sie ab Höchst eine Busfahrt antreten.
    Sir Edmund hat sehr gelacht.
    Die Kontrollen in FRA gehen erstaunlich schnell. Früher war das anders 😉😁

    Sir Edmund, der vielgeliebte und hochverehrte Reisebär, genießt eine letzte Weißwurst vor dem Kanada-Abenteuer.
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  • Downtown Toronto

    2 settembre 2024, Canada ⋅ ☀️ 15 °C

    Toronto, die größte Stadt Kanadas, ist mehr als viermal so groß wie Frankfurt, von der Bevölkerung her gesehen, hat aber gefühlt 50mal soviele Hochhäuser. Eine quirlige offenbar nie schlafende, typisch nordamerikanische Großstadt, in der wie überall Baustellen en masse das Autofahren erschweren und in der, wie in Nordamerika überall, öffentliche Verkehrsmittel den europäischen Stand nicht erreichen. Putzig ist eine Straßenbahn, die den Verkehr zusätzlich aufhält und vor allem Touristen befördert. Sie heißt im Volksmund Red Rocket 😉
    Teuer ist das Leben hier auch: zwei Zimmer, Kü, Ba, ca 60 qm in einem der 20- bis 25geschossigen Wohntürme, mit Blick auf die Stadtautobahn kosten umgerechnet 1.800 bis 2.000€ im Monat, kalt. In der Innenstadt, wo es solche Wohntürme auch gibt, ist es nochmal 25% teurer. Am Hafen wohnen nur die Reichen.
    Heute war Labour Day, der hiesige Tag der Arbeit, an dem, wie überall, nicht gearbeitet wird. Wir haben in rund 340 Meter Höhe auf dem Tower gegessen, uns zweimal im Kreise gedreht und eine Flugschau der Luftwaffe über dem Ontariosee auf Augenhöhe erlebt. Kann man mal machen.
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  • PATH Toronto

    3 settembre 2024, Canada ⋅ 🌙 11 °C

    Besonders aufregend an Toronto ist, dass die gesamte Innenstadt von unterirdischen Gängen mit Läden aller Art und Fressecken untergraben ist. Wie Nachbars Vorzeigerasen von Maulwürfen. Ich hatte mich schon gewundert, wo Gucci, Armani, Zara, Sketchers etc sind, weil über der Erde nix oder wenig zu sehen war. Bis ich direkt im Hotel einen Eingang zur PATH genannten Maulwurfstadt fand. Kilometerlang kann man dort von Verkehr, und im Winter den eisigen Winden unbehelligt spazieren, von der U-Bahn ins Büro, vom Büro zu einem Imbiss eilen, oder auch an einem verregneten Wochenende zu einer Shopping-Tour in stets gleichbleibender Temperatur wandeln. Sehr sauber, kaum Drogies, an jeder Ecke SAUBERE Toiletten, Rolltreppen und Rampen von Ebene zu Ebene und zurück ans Tageslicht für Bewegungseingeschränkte. Eine Supersache!
    Morgen geht es endlich auf den Zug, in Allerherrgottsfrühe 😉
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  • Im Zug Tag 1

    4–6 set 2024, Canada ⋅ ☀️ 18 °C

    Klein AAABER mein. Das Abteil im Zug hat es in sich, vor allem die persönliche Toilette 😉😁
    Man hält sich dort aber die wenigste Zeit auf, weil Gesellschafts- und Aussichts- und Speisewagen die allgemeinen Treffpunkte sind. Es gibt auch die "billigen Plätze", abteillos, am Gang, für die, die einfach von A nach B wollen. Sieht nicht einladenden aus. Der ICE ist Welten besser.

    In Kanada ist die Eisenbahn vor allem für den Gütertransport. Fracht hat Vorrang, weil die Schienen den Transportbahnen gehören. Personenzüge sind quasi nur "geduldet" und müssen im Zweifel warten. Die ewig langen Güterzüge stapeln die Container auf Niederflurwagen zwei Stück übereinander. Das macht für die Wirtschaft durchaus Sinn.

    Man wird als Passagier gewarnt, dass Verspätungen durchaus möglich sind. "Wir sind ca 17.20 Uhr am nächsten Bahnhof. Alle Abfahrts- und Ankunftszeiten sind cirka", sagte die Betreuerin meines Wagens freundlich lächelnd. Und dann stehen wir wieder und sieben Minuten lang unterbricht der Güterzug rhythmisch die Sonne am Fenster.
    Im Zug gibt es kein WLAN. Ich kann erst morgen in Winnipeg wieder senden. Entschleunigung pur 🙂🤩

    Gleich hinter Toronto beginnt die Landschaft. Und davon hat Kanada viel und macht auch eifrig Gebrauch davon. Ein paar Villen-Wohnsiedlungen noch an der Autobahn, und dann Landschaft. Niedriger Bewuchs und lichte kleine Wälder, alles noch recht grün. Hin und wieder eine Landwirtschaft, Haus, Scheune und riesige Silos. Mais, Soja und Winterweizen wird vor allem angebaut. Und dann wieder Wald, endlose Kilometer um Kilometer Birkenwald, ein paar Nadelbäume dazwischen.

    Wer von europäischen Hochgeschwindigkeitsstrecken und ihrem ruhigen Schienenlauf verwöhnt ist, bekommt uriges Eisenbahnfeeling vermittelt. Ich wollte mit der Hand und dem Rollerball so ein kleines Tagebuch schreiben, Gedanken festhalten, schweifen lassen und wieder festhalten. Nach fünf Zeilen habe ich aufgegeben. Ich konnte selbst nicht mehr entziffern, was der Zug mir da diktiert hatte. Als sei ein Huhn nach einem Tritt in die Tinte davongerannt . Schon das Tippen aus der freien Hand ist nicht ohne - Autokorrektur oder nicht. Güterzügen ist das egal.

    Das Video gibt eine Idee, wie lang der Zug ist ... rund 800 Meter 😉😁
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  • Im Zug Tag 2

    5 settembre 2024, Canada ⋅ ☁️ 9 °C

    Fichtenwald. Stundenlang. Dazwischen Seen, kleine und etwas größere. Hinter jeder Biegung. Wie sich Mäxchen Kanada vorstellt. Dabei flacher Felsengrund. Die Loks haben wenig Arbeit. Und Regen. Gut, dass ich meine "heute ist ein schöner Tag"- Brille habe. Das gelbe Glas hellt das trübe Wetter auf, schärft die Konturen und unterstreicht die wenigen Farben, die grünen Nadeln der Fichten, die helleren der Lärchen, die Blätter der weißborkigen Birken und gelegentlichen Espen, deren Laub wie sprichwörtlich im Fahrtwind zittert. Dazwischen, ganz vereinzelt, die knallig roten Beeren der Ebereschen. Nur wenige Laubbäume sind schon im herbstlichen Wechsel. Gleich neben den Gleisen unzählige Wasserläufe, Biberdämme und Burgen, überflutete Wiesen.

    Der Tag gestern ging blöd zu Ende. Ich habe den Motor meiner Elektrozahnbürste in Toronto im Hotel vergessen. Der Stummel ist wenig hilfreich. Zum Glück gibt es im Zug sowas mit Holzstiel und ganz untechnisch zu kaufen.

    Ein Halt mitten im Nirgendwo. In den Bäumen ist eine Ansiedlung versteckt. Eine jetzt nasse Teerstraße führt in den Wald. Drei, vier Menschen in bunten Regenjacken steigen in aller Gemütsruhe ganz vorne zu. Eine lange Rolle irgendwas wird von anderen dort im Frachtwagen verstaut. Ich kann alles von unserem Aussichtswagen in der Zugmitte aus beobachten. Es gibt davon drei. Alles geht ohne jegliche von Fahrplänen diktierte Hektik. Wir fahren weiter, als alles erledigt ist. Der Regen bleibt. Die undurchdringlichen Wälder auch. Die beiden Loks pumpen dichte Wolken braunschwarzer Dieselabgase aus ihren Rücken.
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  • Im Zug Tag 3

    6 settembre 2024, Canada ⋅ ☁️ 12 °C

    DB-Geschädigten, die einen Zug vor allem nehmen, um, das Wort sinuiert es, zügig von einem Punkt zum anderen zu gelangen, sind Halte auf offener Strecke ein Graus. Bei dieser Reise sind sie akzeptiert. Auch hier weiß niemand, wann es weiter geht und einen guten Grund wird es wohl haben. Niemand schimpft. Und die sehr freundlichen, stets auch auskunftsfreudigen Zugbegleiter, vor allem Begleiterinnen, werden nicht mit Vorwürfen und Fragen nach dem Warum und "wann geht es endlich weiter" überhäuft. Sie könnten eh nicht helfen. Die Zeit bekommt eine andere Bedeutung, und das ist der eigentliche Luxus. Schwatzen, die Aussicht und das wirklich vorzügliche Essen genießen, ein Buch lesen oder hören oder auch zwei, den Zug schwankenden Schrittes durchtorkeln, damit die Gelenke nicht steif werden, die Waggons des entgegenkommenden Güterzuges zählen - 192. Dann geht es weiter. Der Turn im Speisewagen ist der Taktgeber, nicht die nächste Station, Abfahrt oder Ankunft.

    Schlafen im Zug ist nicht für jeden. Die Kajüte ist eng, das Bett hüfthoch aber bequem, wenn erst der beste Weg rein und raus zwischen Tür, Waschbecken und Gepäckablage erkannt ist. (Tipp: Tür zunächst offen lassen und nur den Vorhang zuziehen. Aufsteigen, Tür von der Bettkante aus schließen.) Gegen Geräusche helfen Ohrstöpsel. Nur das Klack Klack der auf vielen Strecken außerhalb der Ballungsgebiete nicht nahtlos verschweißten Schienen teilt sich dem Körper trotz dicker Matratze samt Auflage mit. Für mich war es eine willkommene Meditations- und damit Einschlafhilfe. Die Klimaanlage ist nicht abstellbar und individuell auch nicht zu regulieren, trockene Augen und Nase am Morgen zwangsläufig. In regelmäßigen Abständen wird der Umluft ein süßlich-penetranter Lufterfrischer beigegeben, der sich in Haar und Kleidern festsetzt. Eklig.

    Von Ontario nach Manitoba und dann weiter nach Saskatchewan hat sich die Landschaft verändert. Weg mit dem Wald. Lang lebe die Landwirtschaft. Keine baumbestandenen Hügel und Kuppen mehr, flaches Land bis zum Horizont. Die Prärie reicht vom nördlichen Polarkreis bis nach Süden in die USA. Der Morgennebel umfängt das langwellige Land. Die riesigen Schläge um die verstreuten Farmen sind unterbrochen von Knicks, um Wind und Erosion zu mindern, und gelegentlichen Ententümpeln, von Schilf umrandet. Gegen diese Felder wirken die ehemaligen LPG-Äcker wie Tagelöhner-Parzellen. Die meisten Orte entlang der Strecke laden aber eher nicht zum Kennenlernen ein. Ein Chevrolet-Händler, ein Ford-Händler, die Parkplätze jeweils voller Pickups, eine John-Deere-Niederlassung mit Mähdreschern und andrem grünem Großgerät, ein Motel, abseits der nur innerorts geteerten Hauptstraße kleine pastellfarbene Häuschen ... you are now leaving Young, Saskatchewan. Cardlock, 12 staubige Kilometer geradeaus weiter, protzt mit einer zweitürmigen Backsteinkirche.

    Das Handy-Zeitalter hat eine den Naturfreund verdrießlich stimmende Nebenwirkung: Entlang der Gleise zerfallen die früher lebensnotwendigen Telefonmasten, stürzen in Bäche, werden von aufstrebenden Bäumchen umfangen und überwuchert, brechen zerrottend in die Knie. Die Kupferkabel hängen lose, traurig und nutzlos zur Erde. Wertvoller Rohstoff eigentlich, aber nicht in einem Land mit einigen der größten Kupferreserven der Erde.

    Nach etwa 12 Stunden durch eher eintönige Felder nimmt der Bewuchs wieder zu. Die Landschaft wird kurzwelliger, hügeliger und sperrt sich mehr der Bearbeitung von Menschenhand. Bäche bahnen sich den Weg. Zwischen den niedrigen Birken und Espen grasen hier und da Rinder. Alberta bound. Meine vom langen Sitzen geschundenen Knie frohlocken. Laufen heißt in den nächsten Tagen das Panier.
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  • Transfer nach Banff

    7 settembre 2024, Canada ⋅ ☀️ 22 °C

    Aufregung im Bus rund 130 Kilometer nach Antritt des Transfers von Edmonton über Calgary nach Banff: Am Amarturenbrett brennen zwei Kontrollleuchten. Der Fahrer telefoniert mit einem Mechaniker. Meinen Hinweis, Sir Edmund sei einer der besten Motorenschrauber der Welt, finden nicht alle der 14 Mitreisenden witzig. Sie neigen viel lieber zur Panik, dass wir auf der Autobahn stranden, und sehen sich möglicherweise schon von hungrigen wilden Tieren bei Einbruch der Dunkelheit umzingelt. Schließlich sind wir in der kanadischen Wildnis. Einmal Motor aus, Neustart, weiter geht's. Sir Edmund hatte doch Recht.

    Die Fahrt auf der dreispurigen, schnurgeraden Autobahn geht nahezu unmerklich aber stetig bergan. Calgary liegt auf mehr als 1.000 Meter. Die Landschaft ist eine langweilige Agrarfläche, bis an den Horizont.

    Calgary ist eine Millionenstadt, auch wenn man es ihr nicht auf den ersten Blick ansieht. Sieh zehrt vom Renommee, dass 1988 hier die Olympischen Winterspiele veranstaltet wurden. Und von hier geht es in die Rocky Mountains, sie erscheint also auf den Autobahnschildern - sonst müsste man sich ihrer nicht erinnern ... oder vielleicht doch, wenn man Cowboy-Fan ist. Einmal im Jahr findet hier die Calgary Stampede statt, nach eigener Einschätzung dss größte Rodeo der Welt.

    Anders als die Alpen, steigen die Rockies eher unvermittelt aus der Hochebene auf. Das macht sie umso imposanter.

    Banf ist das klassische Urlauerressort in den Bergen. Hotels, Geschäfte, Bars, Restaurants, und es wimmelt von Besuchern. Mit unserer Gruppe ist der Altersschnitt der Gäste weiter gestiegen. Geschieht ihnen Recht 😉
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  • Banff Tag 1

    8–12 set 2024, Canada ⋅ ☀️ 14 °C

    Reiseveranstalter neigen, nach meinem Dafürhalten, manchmal zum Overkill. Bemüht, keine Gästewünsche offen zu lassen, packen sie Tagesprogramme übervoll. Es gibt keine Pause, kein Atemholen, vom Frühstück um 07.00 Uhr bis zum Nachtmal zwölf Stunden später.

    Schon um 08.20 wurde der erste Hikingtrail in den Rockies in Angriff genommen. Wie so oft, so untertreiben auch in Kanada die Tourismusbüros mit den Entfernungsangaben, um den Zaghaften nicht mit der Wahrheit zu verprellen. Eine läppische halbe Meile, also rund 800 Meter (!) Sollten die Wasserfälle in der Johnston Klamm bei Banff vom Parkplatz entfernt sein. Bei der Rückkehr zum Bus hatte ich zu früher Stunde gut vier Kilometer zurückgelegt, meldete mein Schrittzähler. Der teilweise an der Wand befestigte Pfad war auch in früher Stunde gut besucht, wobei es nichts gibt, was es nicht gibt: Mann mit rotem Vollbart, kurzen Hosen, Cowboystiefeln (denkbar ungeeignet) trug eine wohlgenährte Siamkatze angeleint auf seinen Schultern stehend durch die Klamm. Von wegen, mein Getue um Sir Edmund sei etwas eigen.

    Runter vom Berg, rein in die heißen Quellen. Schwefelwasser dringt aus dem Berg ins Becken, wo sich bei 40°C Menschen aalen. Nicht mehr als 10 Minuten am Stück, mahnt die Schrift an der Wand, zwei Sitzungen sind noch gesund. ... Raus aus dem Becken, rauf auf das Boot. Dazwischen immer wieder Abschnitte auf dem Highhway, rein in den Bus, raus aus dem Bus. Rundfahrt auf dem See Minnewanka. Das ist Sioux für Geist des Wassers. Dieses ist ganzjährig nur 3°C warm, was die Anweisung des Bootsführers zum Anlegen der Schwimmwesten im Falle einer Havarie obsolet macht. Die Überlebenschancen für die 43 Passagiere in dieser Wassertemperatur mitten auf einem 22 Kilometer langen und 3 Km breiten See sind praktisch null, mit oder ohne Schwimmweste. Nach zehn Minuten ist der Mensch erfroren.

    Abendessen im trauten Kreis, in dem die ersten Animositäten, Allianzen und Gegenallianzen sichtbar werden. Ich beobachte grinsend.
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  • Banff Tag 2

    9 settembre 2024, Canada ⋅ ☁️ 10 °C

    In Hotels neige ich dazu, wie ein Schichtarbeiter am Hochofen zu frühstücken. Zwei Drittel der notwendigen Tagskalorien in einer guten haben Stunde, schon vor 08.00 Uhr, machen träge und belasten nicht nur mein Gewissen. Aber gerade im Urlaub müssen Opfer gebracht werden. 😉😁

    Ganz schön windig in knapp 2.200 Meter auf dem Schwefelberg (Sulphur Mountain), in dessen Quellwassern ich gestern gebadet habe. Ein Hoch auf den Erfinder der Seilbahn, bei der sich, wie bei einigen anderen Touristenattraktionen, die Kanadier als Organisationstalente erweisen. Mit dem Ticketkauf, am besten am Vortag online, gibt's den minutengenauen Zeitpunkt für Berg- und Talfahrt. Wer den nicht einhält, ist gekniffen. Leider ist es sehr dunstig, teilweise wegen der Waldbrände rundum. Es liegt immer so ein Hauch erloschenen Kaminfeuers in der Luft.

    Das ist jetzt aber schade: Gerade hat die Helikopterfirma angerufen und den geplanten Hubschrauberflug abgesagt. Zu windig, zuviel Rauch von den inzwischen zwar kontrollierten aber keineswegs gelöschten Waldbränden. Und das Wetter soll heute noch umschlagen, von hochsommerlichen 28°C auf 17° und Regen. Banff liegt etwa auf der Höhe von Kassel, beide knapp über dem 51° nördlicher Breite. Und doch wähnt man sich der Arktis hier viel näher. Human perception, misleading, zumal dies hier ein super Wintersportort ist mit Schneegarantie von Oktober bis April.
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  • Banff Tag 3

    10 settembre 2024, Canada ⋅ ☁️ 6 °C

    Die dichten Morgennebel, die uns beim Frühstück die Sorgenfalten über die Stirn trieben, sind von der Sinne verjagt. Moraine Lake und Lake Louise, zwei Bergseen in der Gegend um Banff, präsentieren sich touristisch pittoresk. .Und sie haben neben uns viele hundert andere Besucher gelockt, Rüdesheim Drosselgasse in den Rocky Mountains. Besser ist das, man poliert sein Japanisch auf. Und allen drängt die Zeit. Die Touri-Busse stehen an der Parkplatz-Einfahrt in der Schlange. Mehr als 20 Minuten Aufenthalt gibt auch unser straffer Plan nicht her, zu wenig, um abseits der Fotospots ruhig zu verweilen. Aber schön ist es dennoch, auch weil die Sonne strahlt. Mit mehr Zeit könnte man sich glatt zum Kanufahren verleiten lassen. Aber ein Kanu für eine Stunde zu leihen, kostet umgerechnet 130€. Da gehe ich lieber übers Wasser, macht auch mehr Eindruck 🤣

    Der Weg zu den Gletschern im Columbia Icefield quer durch die Rockies ist spektakulär. Felsformationen und Hänge mit den Resten von Gerölllawinen wetteifern darum, wer am tiefsten beeindrucken kann. Der Bergfichtenwald ist unaufgeräumt. Der Zustand würde jedem pflichtbewussten deutschen Forstassessor den Angstschweiß auf die Stirn treiben ... wenn das dem Oberförster zu Ohren kommt. Hier räumen halt keine Kettensägen auf, sondern ein gelegentlicher Großbrand schafft Platz für Neues. Und auch das kommt von ganz alleine.

    Auf dem Skywalk am Rande des Gletschereises haben Sir Edmund und ich uns 280 Meter über Grund auf den Glasrundweg gemacht. Auch das ein Erlebnis der besonderen Art. Beim ersten Schritt greift die Hand ganz unwillkürlich nach dem Geländer 😉😁

    Heute abend wird gepackt, morgen geht's in aller Herrgottsfrühe auf den nächsten Zug, den Rocky Mountaineer. Erst dort gibt es Frühstück.
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  • Rocky Mountaineer Tag 1

    11 settembre 2024, Canada ⋅ ☁️ 6 °C

    Nein, 05.00 Uhr aufstehen ist nicht wirklich meins. Aber morgendlichen Hektik folgt die Entschleunigung auf Zug Nr 2,, dem Rocky Mountaineer. Wir werden mit dem Bus zum Zug gebracht, zu den drei Lokomotiven und Wagen 19. Unsere Plätze sind im Wagen 01 😉😁, 690 Meter entfernt fast am anderen Ende des Diesellindwurms. Hinter uns kommen nur noch die Baggage- und Versorgungswagen, darunter ein Schlaf- und Aufenthaltswagen für einige Ersatz-Lokführer, die nach sechs Stunden die Crew im Cockpit ablösen. Dazu hält der Zug mitten auf der Strecke.

    Morgenlauf ist angesagt, es ist frisch und es nieselt. Ich habe die nächsten zwei Tage einen Doppelsitz im 1. Stock des Panoramawagens für mich alleine, Luxus. Verstellbare, beheizbare Feauteuilles, Klapptisch inklusive. Gegessen wird aber unten, im Erdgeschoss des Doppelstockwaggons. Dieser hat direkt neben der Treppe einen Aufzug, um Gehbehinderten oder Rollstuhlfahrern den Auf- und Abstieg zu ermöglichen. Vorbildlich. Die Welt zieht mit 50 bis 60 Km/h am Fenster vorbei. Der Zug ist all inclusive, die einschlägig Betroffenen haben enthusiastisch applaudiert. Getränke werden am Platz serviert, Barwagen hat es keinen, anders als im Canadian. Natürlich gibt es Säfte und Softdrinks und Knabberzeug.

    Die Landschaft ist beeindruckend, manchmal atemberaubend, wenngleich in ihren Grundzügen nicht ständig wechselnd. Wald, Berge, Flüsse, Seen, Seen, Flüsse, Berge, Wald. An den Ufern der Gewässer stehen Laubbäume, dann geht es in Nadelwald über. Die Farbe der Wasserläufe reicht von gletschergrau über moorbraun bis smaragdgrün. Der Herbst ist noch zu jung, um schon Farbe in das Laub gezaubert zu haben. Nur vereinzelt zeigt sich zaghaftes Braun und Gelb. Die Berge rücken mal ganz nahe an den Zug heran, mal geben sie dem Blick Raum.

    Das Zugpersonal ist ganz bezaubernd. Ständig kommt jemand und fragt nach Wünschen. Was zu knabbern? Was zum trinken? Etwas Lesestoff? Besondere Sehenswürdigkeiten werden angekündigt, damit die Kamera bereitgehalten wird. Der Zug fährt dann besonders langsam, um eine gute Schussmöglichkeit zu geben. Über die Bordanlage gibt es Erklärungen zu der jeweiligen Besonderheit. Nur eines nervt mich: Die Aufzugsmusik, mit der der Wagen leise aber stetig berieselt wird.

    Nach 12 Stunden, spektakulären Aussichten und 3 warmen Mahlzeiten, wird es aber langsam Zeit, dass wir im Übernachtungsort Kamloop eintreffen. Rumlaufen geht nur sehr begrenzt, die Knie schmerzen und morgen ist auch noch ein Tag. ❤️
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  • Rocky Mountaineer Tag 2

    12 settembre 2024, Canada ⋅ ☀️ 17 °C

    Kanadische Nächte sind kurz. Nicht nur, weil der Sommer doch schon weit hinter uns liegt. Aber Züge fahren früh, obwohl der Weg das Ziel ist. Nach der Übernachtung in Kamloops wird die Gegend zunächst flacher und trockener. Stundenlang folgen wir dem Lauf des Thompson Rivers. Der gräbt sich durch eine Wildwest-Landschaft, die an die John-Ford-Klassiker erinnert. Hier und da haben Weißkopf-Seeadler in die Wipfel der spärlichen Bäume gebaut. Die Vögel jagen im Niedrigwasser führenden Fluss nach Beute, sind aber ohne gutes Teleobjektiv nicht zu bannen. Der felsige Flussgrund hält zu Hunderten die Reste einst mächtiger Bäume gefangen die astlos und bleich darauf warten, mit der Schmelzflut des nächsten Frühjahrs weiter dem Fraser River entgegen und dann in Richtung Pazifik zu reisen - falls noch etwas von ihnen übrig bleibt. Auf der anderen Flussseite arbeiten sich lange Güterzüge nach Norden. Rechts die Gesellschaft CN, links ist der Konkurrent CP Eigner der Straße aus Eisen.

    Dann sind die Berge zurück und werfen sich Fluss und Zug entgegen. Die Enge heißt Devil's Gorge, Teufelsschlucht. Sie zieht Wildwassersportler an, vor allem im Frühsommer, wenn es hier brodelt und kocht und weißer Schaum die jetzt sichtbaren Felsen nur noch erahnen lässt. Die Schienen zwisch Flussufer und Steilwand werden von zahlreichen Überbauten und Tunnels vor Felsstürzen geschützt. Und auch die dichte Vegetation kehrt am Zusammenfluss von Thompson und Fraser zurück. Der Fraser führt jede Menge Sedimente mit, der Thompson ist klar, weil er auf seinem Weg in mehreren Seen die Möglichkeit hat, diese zurückzulassen. Und so dauert es mehrere Kilometer, bis sich die Wasser beider Flüsse durchmischen. Douglasien, Fichten Espen und Lärchen schauen zu.

    Je näher wir dem Pazifik kommen, desto üppiger wird die Vegetation. Desto höher werden auch wieder die Berge, die die regenschweren Wolken aus dem Westen melken und für das Grün sorgen. Der Wald ist endlich so dicht, dass Sylvester Stallone seine ersten Abenteuer als Rambo hier bestehen konnte. Der Fraser wühlt sich weiter durch das Gestein, strudelnd und wirbelnd, bis er sich an einer breiteren Stelle vorübergehend ausruhen kann und schließlich den Canyon hinter sich lässt und träger wird.

    Dann sind sie Berge plötzlich weg. Flaches Ackerland, wieder, bis zum Horizont. Mais, Blaubeerplantagen, Apfelbäume und auch Siedlungen und Industriebetriebe. Holz wird hierher geflößt und verarbeitet. Für die, die auf der Karte nachsehen wollen: Mission City.

    Portman Bridge .... Vancouver wir kommen.
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  • Vancouver Tag 1

    13–15 set 2024, Canada ⋅ ☁️ 14 °C

    Kehrtwende, 180°. Aus der weitgehend unberührten Natur, die die Gedanken befreit und zum fliegen einlädt, in die menschengemachte, reglementierte Struktur der Großstadt, die zur Wachsamkeit zwingt und die die Gedanken an die kurze Leine nimmt. Moderne Hochhäuser aus Beton und Glas neben Backsteinbauten, die keine 100 Jahre alt, aber hier schon historisch sind. Wie schon in Toronto, und anders als etwa in Frankfurt, sind die Wolkenkratzer nicht fast nur Bürozweckbauten, sondern sie sind vielfach Wohnsilos mit Schwimmbad und grüner Insel auf dem Dach, Sonnenschirmen auf den Balkons, und ja, sogar einmal einer Mexiko-Flagge am Geländer im 31 Stockwerk . Die Architekten haben sich große Mühe gegeben, Struktur und Aussehen der Fassaden interessant zu gestalten, von nach inn oder aussen verlaufenden Erkern, Spiegelglas in vielen Formen und meist dunklen Farben bis hin zu Bögen, die für Unterbrechungen sorgen. Kampf der Eintönigkeit.

    Kurz nach der Stoßzeit und damit dem Arbeitsbeginn in Büros und Kontoren bevölkern Touristen Downtown Vancouver. Busse spucken in Haltebuchten ein vielsprachiges Stimmengewirr aus, saugen es 25 Minuten später wieder ein und hasten zur nächsten Sehenswürdigkeit. An der Dampfuhr in Hafennähe, einst aufgestellt, Besucher in die Innenstadt zu locken, stehen Japaner, Deutsche, Luxemburger, Österreicher, Schweizer, Italiener, Südamerikaner und Australier jetzt zur vollen Stunde bunt durcheinander vor dem technischen Wunderwerk und warten auf das Spektakel. Dabei zeigt die Uhr eine gespaltene Persönlichkeit: Zur vollen Stunde, so weiß man, ertönt der Beginn des Westminsterschlages und die Pfeife kräht lauthals dampfend deren Zahl. Alle warten gespannt. Der große Zeiger rückt auf die 12 vor - nichts geschieht. Phlegmatisch schiebt sich der Zeiger weiter. Der Blick aufs Handgelenk zeigt, es ist ja noch gar nicht neun Uhr. Erst als der Zeiger unter der ständigen kleinen Dampfhaube auf die achte Minute nach der 12 weist, geschieht es endlich. Die Spannung löst sich. Es pfeift, neun Mal. Die Frage bleibt unbeantwortet, wie erkennt das handwerkliche Meisterstück den Unterschied zwischen der ihm eigenen sowie von ihm auch angezeigten und der realen Zeit. Der Chronometer geht laut Zifferblatt zwar acht Minuten vor, per Pfeife aber acht Minuten nach. Die contradictio in ipso.

    Über den Besuch der Hängebrücke über den malerischen Capilano-Bach auf einer der Stadt vorgelagerten kleinen Insel sei nur angemerkt: Disneyland als lehrreiches Naturerlebnis verbrämt.

    Wie schon in anderen Städten am Weg, ist auch in Vancouver bemerkenswert, dass ethnische Vielfalt ein großer Vorteil, ja ein Touristenmagnet sein kann. Das gilt natürlich für viele nordamerikanische Metropolen. Ob Chinatown, Little Italy, German Town oder French Quarters, Besucher UND "Einheimische" kommen gerne hierher, statt die Viertel als "einschlägig" zu verleumden und zu meiden. Im Gegenzug fühlen sich die Ethnien generell zuerst als Kanadier, ohne dabei ihre Herkunft zu verleugnen oder diese gar zu verachten. Es würde keinem etwa aus dem Iran Zugewanderten einfallen, bei einem Fußballspiel zwischen beiden Ländern kanadische Fehler lauthals zu bejubeln oder kanadische Spieler mit iranischen Wurzeln auszupfeifen. Warum fällt uns dieser Spagat in Europa so schwer?

    Am Nachmittag regnet es. Raincouver sagen die Hiesigen.
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  • Vancouver Tag 2

    14 settembre 2024, Canada ⋅ ☁️ 14 °C

    Den ersten Blas gab es 18 Minuten nach dem Auslaufen aus Vancouver Richtung Victoria auf der Insel. Backbord achteraus stieg das weiße Wölkchen aus dem Wasser, zu weit allerdings, die Spezies zu bestimmen. Einige Japaner auf meinem Deck wurden so aufgeregt, als würde gleich das Mittagessen serviert. Nach dem dritten Blas war Schluss mit der Darbietung. Die Fähre windet sich zwischen den kleineren Inseln durch, das Wasser ist ruhig, das Wetter sosolala. Ich bin noch so müde, dass ich immer wieder wegnicke.

    Vancouver Island ist zwar, wie der Name sagt, eine Insel, aber eine sehr große Insel. Sie ist nur etwas kleiner als Brandenburg, fast so groß wie Baden-Württemberg, und hat dabei gerade soviele Einwohner wie Frankfurt am Main. Der Hauptort Victoria ist Hauptstadt der kanadischen Provinz British Columbia, die immerhin 2,5mal so groß wie die Bundesrepublik ist, allerdings nur etwas mehr als 5 Millionen Einwohner hat. Mildfeuchtes Klima fördert die Vegetation, Palmen sind in den Tälern und an der Küste nicht selten. Das Ehepaar Butchart, in der Zementindustrie im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert reich geworden, schuf in der Nähe von Victoria ein Gartenreich mit vielen Themen, das auch im Frühherbst in seiner noch üppigen Blütenpracht erahnen lässt, wie atemberaubend es in seiner Hochzeit sein muss. Atemberaubend müssen dann auch die Zuschauermassen sein, denn noch Mitte September geht es streckenweise nur im Gänsemarsch voran.

    Victoria selbst erfreut mit einer sehr überschaubaren Anzahl hoher Häuser und schmiegt sich vor den Hügeln im Hinterland an den Pazifik. Auch hier sind Touristen in der Überzahl. Viele kommen nur für einen Tag mit Bussen und anderen Autos vom Festland. Der Fährbetrieb ist regelmäßig und zuverlässig. Gelassenheit, heißt die Parole allenthalben, auch bei der Tea Time im imposanten Empress-Hotel, bei der die Etagieren auf drei Ebenen mit typisch britischen Köstlichkeiten randvoll gefüllt sind. Das einzig aufregende an einer Rundfahrt mit dem Doppeldecker-Sightseeingbus ist die Angst, es nicht rechtzeitig zurück zum Treffpunkt zu schaffen, weil am Stadtrand eine Weißwedel-Hirschkuh samt Kalb den Straßenverkehr zur Rücksicht zwingt.

    Zuverlässig bringt uns das 19-Uhr-Boot wieder nach Vancouver, zum Kofferpacken und Abschied nehmen. Alle sind für die Rückflüge am Sonntag bei den verschiedenen Airlines online eingecheckt. Hoffentlich beginnt der drohende Streik bei Air Canada erst am Montag.
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  • Vancouver Abflug

    15 settembre 2024, Canada ⋅ ☀️ 17 °C

    Psychologen mögen es ergründen, ICH bin ein armer Konrad, ich weiß mir kein Rat. Auf dem Herflug war meine Stimmung besser, viel besser, und ich weiß keine Ursach. Ist es einfach, dass ich weiter reisen möchte? Sind es die nervigen äußeren Umstände der Rückreise? Bin ich wieder im Grinch-Modus, generell? Vegetative Disharmonie?

    Dieser Flughafen ist im Vergleich zu FRA ein Witz. Der "Fast Bag Drop" ist händisch und dauert eine Stunde. Die Security dann nochmal so lange. Ich hätte 350€ verdienen können, wenn ich auf Premium Eco verzichtet hätte: überbucht. Aber ich will Platz, Geld hab ich eh keins 😉 Nach dem elektronischen Check-in bei der Anreise haben Auto-Bagdrop und Security zusammen keine 20 Minuten gedauert. Gut, dass die Zeiten beim Rückflug großzügig geplant waren.

    Heute morgen habe ich bei IGA noch Panzerband gekauft, weil mein großer Koffer beschädigt war, AN EINEM SONNTAG. Und das Personal im Supermarkt war freundlich wie immer, keine "Ich arme Sau muss am Sonntag arbeiten"-Fresse. Bis nach Hause hält das, und wenn nicht, ist die Schmutzwäsche weg. So what? Warum schleppen Menschen ihre gesamte bewegliche Habe beim Fliegen in die Kabine?

    Von Warteraum aus schau ich auf die Rocky Mountains. Die Wolken hängen auf halber Höhe vor den Bergen. Ich fliege mit ihnen, über die Wälder und die Seen in den Tälern. Ich habe sie von nahem gesehen, und das war gut so. Sie sind in meinem Herzen, immer.
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    Fine del viaggio
    16 settembre 2024