• Auf Tolstois Spuren…

    27. Januar 2023 in Kenia ⋅ 🌙 23 °C

    …und andere kuriose Rekorde….
    Hallo Ihr Weltmeister ( der Herzen)… hier berichtet Charlotte aus dem Zentrum der großen Zahlen ( außerhalb der Mathematik…)
    Heute ist der Fahrplan eines klassischen Safariurlaubs eingetreten. Sechs Uhr wecken, und hätte es nicht der Wecker oder der Steward auf Wunsch gemacht, die Sonne, die Vögel und alles was Geräusche macht, inklusive besenschwingender Housekeeper, alle haben entschieden, dass sechs Uhr morgens die beste Zeit ist, aus den Federn zu …kriechen.
    Wer uns kennt weiß, wie sehr uns diese Zeit liegt. Doch jede Minute da draußen wird belohnt und so verkleideten sich die Menschen wieder eigenartig und los ging es auf die Rüttelpiste. Der Amboseli ist verhältnismäßig überschaubar, trotzdem fanden wir die tollsten Winkel und übten den Morgengruss mit Greater und Lesser Flamingos. Das ist Neuigkeit No.I im Parktagebuch, denn der Amboseli hat erst durch die Entstehung größerer basischer Gewässer Zuwachs dieser Langhälse erhalten. ( Ihr wisst bestimmt, Lake Natron in Tansania und Naivasha nordwestlich von hier sind die eigentlichen Flamingozentren). Dann besuchten wir das Gemeindezentrum der Familie Tüpfelhyäne, was Holger in reinste Zuneigung in diese Kasten - Truppe versetzte. Bei 13 hörten wir auf zu zählen und wenn man am Abend die Spottings aufzählt, wird auch nicht multipliziert. Also 13 und ein paar Würmchen Hyänen…. Dann hatte der Kilimandscharo entschieden, heute einen Tag wolkenfrei zu machen und es drehte sich das Auto um die Zwei- und Vierbeiner mit dem Schneegipfel im Hintergrund. Dann kam der nächste Rekord. Habt Ihr schon mal Sandhühner gesehen? Ich meine, so ein paar hundert, oder tausend? Auf einem Haufen, also nebeneinander…. Die flattern ans Wasser und sammeln Wasser im Kropf ( Männerarbeit) und dann gehts ab zum Brutplatz. Dann hoppeln ein paar Hyänen dazwischen und mischen die Truppe auf und das Flatterchaos ist perfekt. Paul der Guide sagt, tausend Sandhühner sind Rekord, also….
    Dann Tolstoi. Also nicht der mit dem Stift in der Hand sondern dem Elfenbein im Gesicht. Er und Graig, Michael, TJ und ein Neuer, den haben wir mal fix Napoleon genannt, das sind die Tusker vom Amboseli. Und weil das nicht nur ein Bier ist, sondern das Bier nach den Jungs benannt wurde… lösen wir auf wie Dr.Google: das sind jene sanfte Riesen mit Stoßzähnen ab 1,50m Länge, welche sozusagen bis zum Boden reichen. Megatiere und begehrt, leider. Auch Tolstoi, der ist einem Bauern in die Quere gekommen und starb leider sechs Wochen nachdem er einen Speer ins Bein bekam. Weil er eben Mais gefressen hat, der für den heimischen Brei vorgesehen war. Und Peng, Todesstrafe. Graig hält den aktuellen Rekord, doch unsere mobilen Endgeräte, die wir zur Beweisführung nutzen, haben bei den Distanzen aufgegeben. Klappt dann vielleicht zum Diaabend 😂😂😂 Dann kam ein trauriges Highlight auf den Zettel: in den letzten Monaten sind viele Tiere verhungert. Wasser allein ist gut zum Trinken, doch wenn es den Boden nicht nässt und kein Gras wächst, bleibt der Bauch leer. Wir haben noch nie so viele Kadaver am Wegrand zählen müssen wie heute, hunderte verhungerte Gnus und Zebras. Zum Glück für empfindliche Nasen waren sie schon abgenagt und vertrocknet….
    Dass die Massai in Rufnähe zu den Löwen ihr Vieh weiden ließen, hat uns schon verwundert, doch die Jungs waren entspannt und der Pascha der Katzen trat den Rückzug an. Kuh schlägt Katze. Rekord?
    Dann kam ein alter Zottel aufs Trapez… sicher keine Schönheit (mehr) jedoch mit 14 Jahren der aktuell älteste lebende Löwe in Ostafrika. Seine Majestät Morani der I.
    Weltrekord! Er befindet sich schon im betreuten Wohnen, wird also begleitet… iss ja auch kein Checker mehr mit 14…..wenn man eigentlich nur 8 bis 10 Jahre alt wird als Kerl.
    Am Nachmittag besuchten wir ein Camp, das Kerstin von früheren Aufenthalten kannte. Benannt nach den großen Akazien besuchten wir die schottischen Manager des Tortiliscamp zum Five-a-clock-Tea. Graeme hat ein Buch geschrieben und Kerstin wollte unbedingt eine Signatur. Als Dankeschön gab es ein Fläschchen Rostocker Gin. Außerdem konnten wir das Schulprojekt unterstützen, welches von dem rührigen Schotten ins Leben gerufen wurde. Passend zum Schulbeginn nach zwei Monaten (!!) Sommerferien leerte sich endlich die Reisetasche von Schreibblöcken, Blei- und Buntsiften für die Kids und Kreide für die Lehrer. Immer auch ein klein wenig Gutes tun, wenn man schon mal hier ist…
    Dann gab es kurz vor Feierabend noch einen Flashmob der Blesshühner . Und mit ein wenig Laien-Zählung kamen wir auf knapp 2000 Vögel. Also jene, die auch in Schwaan und Rostock übers Wasser rutschen.
    Also, Ihr Rekordkontrolleure, einige hohe Zahlen waren schon mit am Start, oder?
    Leider können wir nicht abmessen, wieviel das Riesenhippo frisst, was grad immer noch hinterm Elektrozaun schmatzt. Das wäre sicher auch eine respektable Menge…
    Nach so vielem Zählen darf man getrost gegen 22:00 Uhr, also jetzt, ins Bett fallen, oder?
    Rekordverdächtige Textlänge…. Gute Nacht alle zusammen, Lala salama, die Hyänen rufen schon durch die Nacht!!
    Eure Charlotte

    Spotting Liste: Tüpfelhyäne, weitere 7 Löwen, Wasserbock, Glanzstar, Blesshuhn ( außerhalb von Zuhause), Sandhuhn, sehr viele …; Drongo ( was das wohl sein mag?)
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