ATEMLOS I
18. September 2025 in Kenia ⋅ ⛅ 24 °C
…durch den Tag…
Hallo Ihr Migrations - Spezialisten, hier bin ich, Eure Charlotte. Die Fliegerei, na ja, so bei Lufthansa ist das schon ein bissl anders… Oben geblieben ist ja auch noch keiner und mit meinem Plüschpelzchen wäre ich eh weicher gefallen als die zehn anderen Passagiere. Oder waren es nur sechs ? Pferd hatte ja beschrieben, wie wir loskamen und dann kam (k)eine Überraschung, denn John hat direkt nach MIR gefragt! Ätsch. Die Menschen konnte er ja sehen, ich kam aus dem Rucksack gekrabbelt. Dann hab ich ihm noch Pferd vorgestellt und dann ging es direkt los. Logo, wenn man mitten im Nationalpark landet . Büffel standen Spalier am airstrip. So heißen die plattgewalzten Trampelfluglandeflächen, welche man manchmal nur durch den Windsack ausmachen kann. Die Kiebitze regten sich mächtig auf am Wegrand und der Nationalvogel, die Gabelracke, nahm die Parade ab. Geier besetzten fast jeden freien Baumwipfel und Holger verfiel ins dozieren beim Gelbkehlgroßsporn. Mannometer… ein Glück hatte Paul, der leider verhindert ist, John den Tip gegeben, das extra große Vogelbuch mitzunehmen. Hat er gemacht. Schwein gehabt. Ach ja, die Kenia - Express - Flitzer (umgangssprachlich auch Warzenschwein genannt) scheuchten ihre kleinen Ferkelchen über den Weg, weil sie wohl Angst hatten, dass wir sie zum BBQ mitnehmen wollten. Ein Gleitaar kreuzte unsere Route und der frische Wind plusterte einem Schopfadler die Perücke auf. Und wie aus dem Nichts passierte es. Ganz schnell. Ganz unerwartet. Ganz groß. Die großen Herden der Migration säumten den Weg und aus der Vogelperspektive muss das wie ein breitgeschossener Ameisenhaufen ausgesehen haben. -zigtausende der muhenden und brummelnden Weißbartgnus rannten, schritten, hüpften, standen und lagen um uns herum. Zebras, zu Hundertschaften verbandelt, mischten sich unter die Antilopen und ließen sich treiben von einer unsichtbaren Kraft, die ihnen Jahr für Jahr den rechten Weg zeigte. (Siehe Lehrtafel im Anhang)
Die Natur hatte sich so auf unsere Ankunft gefreut, dass es am Vortag sehr stark geregnet hatte. Alles wirkte wie frisch abgespült und entstaubt. Wasserlöcher waren frisch aufgefüllt und kleine Tümpel luden allerlei Federtier zum Flanieren ein. Hammerköppe, Heilige Ibisse und Reiher klatschten ihre Flügel ab. Eine Schwarzbauchtrappe lugte hinter einem Termitenhügel hervor und Frankoline rannten den Wollhalsstörchen um die Staksbeine herum. Eine Federtierparty allererster Güte. Doch die Worte können nicht beschreiben, was der Anblick der Gnuherden auf den weiten Ebenen mit uns machte. Aus dem Fernsehen kennt man das vielleicht schon, aber es ist mehr als Bild und Ton mit Kuhgestank. Gemüffelt hat es übrigens nicht, weil der Regen hier eine echte Geruchsleistung abgeliefert hatte. John wies auf eine hohe Abbruchkante und meinte, dass wir dort hoch müssten, um unser Haupt zu betten. Hauahaua. Am Fuß des Hanges musste der Jeep stehenbleiben, weil er die Neigung nicht geschafft hätte. Wir wurden geshuttelt (und geschüttelt auch…) und das Vehikel schraubte sich 1800 Meter ü.N. nach oben. Was es von da zu sehen gab, raubte uns den Atem. Unendliche Weite, Wolken warfen Schatten auf Herden wilder Tiere, Schwalben zischten um unsere Ohren und der Barkeeper hatte Tusker kaltgestellt. Dieser Blick brennt sich in den Kopf ein, der nur noch dadurch tiefergedrückt wurde, dass man von der Terrasse des Zeltes noch näher dran war an allem. Allein. Geflasht. Ohne W-lan …Eine Behausung mit Platz für viel mehr als nur uns, inmitten von Sträuchern, Bäumen, sonnenwarmem Blumenduft und einer Kakophonie von Tierlauten, die das Herz höher schlugen ließen. Erschöpft von den vielen Eindrücken bogen wir um die Kurve zum Eingang des Zeltes und dann DAS: (siehe nächstes Kapitel)Weiterlesen

























Reisender
So eine Schlafmütze. Ganz tolle Bilder, danke schön.
ReisenderSo schöne Fotos 👍 Das war für euch ein ganz toller Tag mit sehr vielen Eindrücken👍🙂
Reisender
🙂Der Vogel ist ja niedlich