Federn haben & Federn lassen
May 16 in Botswana
☀️ 26 °C
Die Maus war tot.
Eine der Eulen, die letzte Nacht um unser Haus patrouillierten, hat sie als Morgengabe hinterlassen.
Anders als das andere kleine Getier unter unserer Behausung, das durch die kleine Ginsterkatze noch vor dem Schlafengehen gejagt wurde. Verputzt. Samt und sonders. Oder verjagt, wer weiß das schon genau.
Wir schlichen zum unzeitlichen Frühstück und spähten ergebnislos nach neuen Katzentatzen auf dem nebelfeuchten Weg. Kerstin hat wieder mal Dummheiten gemacht und gestern Abend dem Personal den Schweigefuchs beigebracht. So wurden wir dann auch heute begrüßt. Fantastisch! Nur einer hatte es nicht so gerafft und war eher nach Wacken zu verorten und hat sich dann auch gleich im Headbanging versucht, wurde jedoch jäh unterbrochen. Pferd wollte grad schon mitmachen 🙈
Wieder wurden wir verpackt wie Dönerrollen und schon ging es auf die Piste.
Ein Hase hoppelte verschlafen über den Weg und auch ein Schakal hatte noch keine richtungsweisende Idee, wie er diesen frösteligen Morgen beginnen sollte. Es ist nur eine kurze Zeitspanne zwischen den ersten orangefarbenen verheissenden Sonnenstrahlen und gleißendem weisheissen Licht, welches dann aber wenigstens das Auftauprogramm ankündigt. Während dieser Minuten glitzern Spinnweben golden im Zwielicht und zeugen von schneller Webarbeit der Achtbeiner.
Dann wurde es turbulent. Zuerst der Helikoptervogel. So nennen die ein fasanenähnliches Geschöpf, was bei Unbehagen oder sonstigen Störfaktoren steil und ohrenbetäubend aufsteigt, um seine Meinung kundzutun. Beeindruckend. Dieser Typ, natürlich produzieren sich ausnahmslos Männchen so, hat einen Verwandten, den sie dann Suizide Bird nennen, weil er, nachdem er sich steil in die Lüfte nach oben geschraubt hat, wie ein nasser Sack im Kamikazestil nach unten fallen lässt. Ach Du liebes bisschen, sind alle gaga hier ? Der große Bruder, eine Großtrappe, ist zur Abwechslung mal nicht so ausgeflippt, stolziert aber ganz schön angeberisch durch die Kante. Weil er der Nationalvogel ist. Klar, die Gabelracke haben ja schon die Kenianer für sich beansprucht, obwohl hier viel mehr davon rumflattern. Und damit die Sache rund wird, haben wir noch einen bestimmten Webervogel, dessen Pieptöne hier in Botswana die Nachrichten ankündigen. Doch gaga.
Stellt Euch vor, bevor der Jens Riewa vom Teleprompter abliest, gibts erst mal einen Adlerschrei, oder so 🤔 wobei ein Kiekeriki bei Dunja Halali würde mein kleines Hippoherz erfreuen…..
Den riesigen Abdrücken seiner Stampfbeine und der Größe seiner Hinterlassenschaften zu schlussfolgern, war ein mächtiger Elefantenbulle ganz in unserer Nähe. Doch wer will sich Samstags zum Frühstück schon stören lassen? Er hielt sich bedeckt und bei den schmalen Fahrwegen war es eh nicht schlimm, wer weiß schon, in welcher Laune man so einen einzelnen Riesen antrifft?
Die Uhr schlug 9, als ein beeindruckend großer Leopard den Fahrweg querte. Und obwohl sich der Fahrer entschlossen hatte, so einigen -zig Sträuchern mit dem Rammschutz den Gar auszumachen, ließ sich auch der Fleckpanther nicht mehr fototauglich aufspüren. Es iss wie es iss, würde Steffi sagen.
Auf dem Weg zum Airstrip, Terminal 2, passierten wir einige wenige hohe Bäume, aus denen die Größte aller Eulen hervorlugte. Dass diese Verreaux‘s Eagle Owl pinkfarbene Lider hat, war nun tatsächlich umwerfend zu erfahren, so weit hat aber das Fernglas dann nicht gereicht.
Tatzen und Tätzchen, Hufe und Krallen ließen sich dann doch noch aus dem Sand entziffern, sogar Wildhunde will man erkannt haben… wers glaubt! Außer den Kudus ließ sich nämlich keiner mehr blicken. Jene aber wiegten bedächtig ihre gedrehten Hörner und gaben uns erst danach eine Abfuhr.
Aufgeschreckt flüchtete eine Warzenschweinmutter mit ihren Sprößlingen und sogar eine Handvoll Zebras schnaubte hinterm Busch.
Ganze Flugstaffeln an Tauben stoben durch die Gegend und die Sandhühner scheuchten sichtlich pikiert von dannen, als wir deren Wasserloch für eine Kaffeepause okkupierten. Der Tag hätte so schön werden können, auch wenn die meisten Säuger auf dem Wochenmarkt einkaufen waren, ja, wäre da nicht, grad als wir querab vom Camp den letzten Bogen in die Einfahrt nahmen, eine mörderische große schwarze Mamba in Erscheinung getreten. Zielsicher schlängelte sie sich, irritierend silbrig das Licht reflektierend, auf die Behausungen zu und Kerstin verordnete uns sofort Stubenarrest und sich selber Poolsperre.
Nun sitzen wir hier. Menno. Die Menschen gönnen sich eine Massage, damit sie schön locker sind, wenn es nach der Hitze des Tages zu den Bushmännern geht. Wir sind gespannt, hat man uns doch verraten, dass Holger danach Pfeil und Bogen kann und Kerstin Feuer mit nem Stückchen Strauch anzünden. Oder andersherum?🤔 wir werden sehen…. Dann gehabt Euch erst mal wohl und genießt Euren Einkaufssamstag, mal sehen, was hier noch so passiert,
Eure Charlotte!Read more















TravelerLiebe Charlotte, deine literarischen Ergüsse sind ja wieder mal traumhaft und wunderschön zu lesen. Aber pass nebenbei bitte auf deine Menschen gut auf, dass denen bloß nichts passiert. Die werden hier noch gebraucht. Weiterhin tolle Ergebnisse und immer schön Abstand zu Mambas und Co.
TravelerJa Bernd, das stimmt, Charlotte muss aufpassen, Holger und Kerstin werden zu Hause noch gebraucht 👍
Kerstin BuchheimHallo Ihr Menschen daheim! Habt mal keine Angst! Und wenn’s vorbei sein sollte, Ihr wisst ja, was zu tun ist. Doch so weit wirds nicht kommen. Uns geht’s gut, gestochen hat uns noch nix außer dem Safari - Bug. Und vom Bushwalk sind wir auch BEIDE zurückgekommen. Gehabt Euch wohl 💕💕