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Dikgakgamatso Okavango

„Botswana – Wo Stille spricht und Weite trägt“ Read more
  • Trip start
    May 13, 2026

    Motlotlo

    May 10 in Germany ☁️ 13 °C

    ….sagt man in Botswana, wenn man positiv aufgeregt ist.
    Und da bin ich wieder, liebe MitleserInnen unseres Tagebuchs, Eure Charlotte!

    Was hier los ist, ich sag’s Euch…die Menschen sind aufgeregt, haben jedoch durch ihre ausgedehnte Vorbereitungszeit versucht, etwas Druck aus all dem zu nehmen, was Blutdruck und Neugier und überhaupt alles , was Irritationen erzeugen kann, aus dem Programm zu nehmen. Und dann kam
    PHOENIX
    genau, nicht der Flattermann aus der Asche sondern der TV Sender. Genau heute, nachdem wir die Klamotten vom Bügelbrett in die Taschen geschoben haben, immer wieder mit Zwischenwiegen wegen der Gepäckbeschränkung, kam eine Doku übers Okawangodelta. Okay, der Sparfuchs würde sagen, schau ich mir an und spare mir die Reise, meine Menschen sind aber total aufm Trip und werden wohl tatsächlich, in meiner Begleitung selbstverständlich, an den Start gehen und die Reise ihres Lebens antreten. Oder so. Sagen sie ja jedes Mal und so ein bissl Aufregung ist ja nicht verkehrt, scheint ja aber schon was Besonderes zu werden. Ich hab mal angefangen, die Bücher auszusortieren, denn es gibt wieder Limits für den Ballast und grad das Vogelbuch alleine schmettert ein Kilo auf die Waage… alte Lieder in neuem Outfit.
    Im Endspurt gibt’s noch neue Fleecejacken und leichtere Reisetaschen, neue Schächtelchen für die Pillen des Alltags und vielleicht fällt sogar noch ein bunter Fetzen für mich ab, schließlich kommt am Ende der Tournee ein Flussschiff auf den Plan… Dresscode? Die Menschen sind pragmatisch und sagen, es iss wie es iss, also das Gleiche, wie Steffi sagt…. Man wird uns schon mögen, ganz gleich, was wir uns überziehen…
    Ich hab heute mit Pferd Elefantenquartett gespielt, auf den Landkarten unsere Reiseroute nachgeschaut und auch schon mal meine Garderobe sortiert, Ihr werdet staunen, was da so an Neuem auf den Plan kommt. Kerstin hat sich ganz schön reingehängt, in der Hippo-Modeszene für mich was aufzutreiben. Bleibt gespannt, Leutschings ✌🏻
    Also denn, am Mittwoch geht es los, wenn Ihr Lust habt, kommt einfach mit. Mal sehen, ob mich die Muse küsst und ich wieder ein paar Worte finde, Euch an unserer bestimmt aufregenden Reise teilhaben zu lassen.
    „Tswelela o le thlaga „ sagt man auf Swan, neugierig zu bleiben…
    Leider kommen wir mit Kerstins Suaheli keinen Schritt voran und wir fangen von vorne an. Nun denn….
    Wir lesen uns, wenn ihr wollt, beste Grüße, Eure Charlotte !
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  • Himmelfahrt

    May 14 in South Africa ☀️ 10 °C

    Guten Morgen Ihr Lieben am Feiertag,
    Hier ist Charlotte, frisch gebügelt aus dem Flugzeug ✈️
    So jetzt testen wir erst mal, wie sich südafrikanischer Boden unter den Stummelbeinchen anfühlt und dann geht’s wieder “up in the air”… 🛫
    Wir werden jetzt mal nicht hektisch, weil der Text von gestern oben am Himmel kleben geblieben ist… kein Wunder bei -50 Grad… wer den verpasst hat, hat ihn verpasst. Ich bekomm nämlich diesen Urlaub Mecker, wenn ich zu viel doppelt schreib… damit auch keiner der Durchreisenden verloren geht, hat man uns brav am Gate abgeholt und durch den Flughafen geschleust, wahrscheinlich hatten die hier auch schon mal ein „Terminal-Erlebnis „ wie Tom Hanks. Jetzt gibt’s gemütlich Frühstück aus südafrikanischen Straußeneiern und dann fliegen wir wieder ein Stück zurück nach Maun in Botswana. Und ab da übernimmt die Frau Pârvu vom Reisebüro und Kerstin hat fertig mit der Organisiererei. Urlaub für ALLEEEEEEE!
    Also, wie die das wieder gemacht haben in Bad Elster? Hier kann zwar keiner unsere Namen aussprechen, aber auf leuchtenden Displays in die Höhe halten und so fühlten wir uns keinen Atemzug unbetreut. Taschen abgegeben, kein Augenrollen beim Wiegen ( ein Glück, denn wir haben im Flugzeug einen Schlafanzug bekommen und der hätte sonst sein Leben in Maun als Putzlappen gefristet.)
    Und mit der Himmelfahrt war es dann ja auch noch nicht vorbei, den Mack Air sammelte uns auf und so wie die Kids in der Kita abgeholt werden, saßen wir wie die Hühner auf der Stange und warteten, bis jemand versuchte, unseren Namen laut in die Halle hineinzurufen. „ Bottchem“ war zu verlauten und das waren wir vier. Ach Du dicke fette K…. Hat Holger wohl gedacht, denn nur hinter einem der aufgereihten Flugzeuge leuchteten unsere Reisetaschen. Hinter dem kleinsten 😅.
    Angus hieß der junge Pilot, der uns ins Decpetion Valley brachte. Mit 160 Knoten über Grund brachte er die einmotorige Cessna ziemlich schnell auf Höhe und sein Copilot, Holger !!, staunte nicht schlecht über den weiten Blick , den man von da vorne hatte. Wir klebten mit Kerstin auf der hintersten Bank, es gab ja aber nur einen Platz hinter den Flugzeugführern. Eine halbe Stunde später setzten die kleinen Good Year - bereiften Räder des Fahrwerks auf der Piste auf und staubten die Hundertschaft an spaliergackernden Perlhühnern mächtig ein. Ruh heißt der erste Guide und lavierte uns hinter flüchtenden Frankolinen „warum vergessen die, dass sie fliegen können?“ zum ersten Camp unserer Reise. Frauenchor inklusive erreichten wir das Domizil gut 24 Stunden nachdem wir unsere Wohnung verlassen hatten. Guter Schnitt 👍🏻
    So eine erfrischende Dusche hat doch was… Klamotten geparkt, Wein verkostet und ans Feuer gesetzt. Wir freuen uns auf alles was kommt und mit dem Stachelschwein neben der Bar ging’s los.
    Schön ist es auf der Welt zu sein, genießt das lange Wochenende,
    Sala Sentle - machts schön und wir lesen!
    Eure Charlotte
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  • Auf dem Holzweg…

    May 15 in Botswana ☀️ 26 °C

    Hallo Ihr Fährtenleser und Naturliebhaber,
    Hier haut Charlotte wieder auf die Tastatur.
    Beängstigend still war es, als wir vor Zehne durch die kalte Abendluft Richtung unserer Behausung stiefelten. Wieder begleitet, damit uns keiner wegfängt. Diesmal vom Barkeeper, wer weiß, womit er uns rausgehauen hätte 🤔? Es fehlte jegliches afrikanisches Grundrauschen, was man so kennt, egal ob vom Hippopool oder Savanne. Aber wir sind ja auch in der Wüste, sagt man. Sieht nicht so aus, doch am Fahrweg sieht und spürt man, dass überall weicher Sand ist. Die Bandscheiben bedanken sich und auch sonst liefert das sandkastengeeignete Silikat eine dämpfende Unterlage.
    Zum Sternenhimmel gibt’s nicht viel zu sagen, außer MEGA! Keine Lichtquelle verdirbt dir den staunenden Blick nach oben und eröffnet nie vorher gesehene Bilder aus Millionen strahlenden Punkten.
    Ohne Gesäusel aus den Baumwipfeln und das Zikadenzirpen vermissend, warfen wir uns in unruhigen Schlaf. Derweil sank das Quecksilber in den einstelligen Bereich und wollte sich da lange nicht wegbewegen.
    Wie die Menschen immer sind, zottelten sie sechs Uhr wortlos über die wegführenden Holzplanken zum Morgenkaffee. Und da waren sie! Deutliche Abdrücke von Leopards Samtpfötchen, die durch seinen Querfeldeinmarsch zu Sandpfötchen geworden waren. Gleich hinter unserer Behausung hat er zwei Mal den Weg gekreuzt und inspirierte mich zum Titel unseres Tages. Der Mond zeigte die schmalste aller Sicheln und so wäre uns ohne den Guide, der uns heute morgen abholte, der Barkeeper schlief sicher noch, diese Fährte gar nicht aufgefallen.
    Die beiden Menschen waren noch zu reaktionslos und unterkoffeiniert, dass sie weitab einer Idee zur Tatortsicherung waren. Schade, die Schlafmützen.

    Wenn ein großer Community - Tisch am Abend sehr illuster sein kann, hat man wenig Bock um sechs Uhr morgens in fremde zerknitterte Gesichter zu blicken oder gar Konversation zu üben. Nicht mal ein Stachelschwein war zu sehen, von dem man sich hätte ablenken lassen können. Verdammt.
    Die Frühstücksmamsell oder wie die freundlichen Dinger hier heißen, hat Kerstin auf den Kaffee gleich noch zwei Espresso draufgepumpt, um wenigstens die Basisfunktionen des Körpers abzusichern und schon zeichnete sich der Sonnenaufgang mit orangenen Streifen am Horizont ab.
    Dann kam ein tauglicher Spot für die versteckte Kamera zum ersten Ausflug, denn uns wurden - wir sollten sie ganz schnell liebgewinnen - gefütterte Ponchos übergestülpt, als hätten wir einen Ausflug in die Arktis geplant. Doch die Jungs hier wissen schon, was sie tun und sollten mit ihren Vorkehrungen Recht behalten. Außerirdische hätten uns wahrscheinlich als Deserteure eines Bio - Krieges beschrieben (schaut selbst!) , aber gefroren hat schon mal keiner. Das haben wir den Täubchen überlassen, die frostriert in den Büschen hingen und auf etwas Wärme warteten. Die Frankoline hatten auch über Nacht nicht gelernt, dass sie fliegen können und lieferten sich mit den Perlhühnern Wettrennen vor unserem Wagen.
    Anderes Land, andere Sitten: außer dem Fahrer, einem witzigen Guide mit Biolehrer-Hang, thronte über der Kühlerhaube der „Spotter“, den wir auf See auch Ausguck nennen würden. Ohne Helm und ohne Gurt aber mit spürbarem Eingeboreneninstinkt lavierte er den Fahrer mit kurzen Handzeichen durchs Gelände. Trotzdem haben wir den Löwen zuerst gesehen, denn der Schauinslandmann war wohl von einem Adler abgelenkt. Holzweg eben. Ätsch, gewonnen. Dann schenkte uns der Safarigott am Freitagmorgen vor Achte ein siebenköpfiges Löwenrudel auf jenem Airstrip, der uns gestern aufgenommen hatte. In besten Lichtverhältnissen, sich geschmeidig bewegend und hungrigen Auges witterten und beobachteten sie die direkt auf sie zustaksende Antilopen. Ein unglaubliches Schauspiel, wie sie sich flach auf den Boden drückten und nur abwarten mussten, dass das Unvermeidliche geschieht. Eine Löwin brach zur Ringfahndung auf, um von hinten etwas Fluchtdruck aufzubauen. Die Spannung war greifbar und nur die Biogasponchos raschelten beim Griffwechsel zwischen Kameras und Feldstecher. Obwohl wir gar keine Guckgläser gebraucht hätten, denn es waren keine zwanzig Meter zwischen uns. Der Späher war inzwischen ins Wageninnere geschlüpft und das war nicht verkehrt, denn als die Miezen ziemlich schnell ihren Plan aufgaben, uns ein blutiges Schauspiel zu liefern, schabten sie entlang der Landroverkarosse ins Gebüsch.
    Pferd meinte, dass sie uns nur nicht den Urlaub verderben wollten. Denn was kommt danach, wenn sieben Löwen auf freier Fläche ein Impala reißen?? So was darf erst am letzten Tag eingespielt werden, müssen wir der Frau Penzel noch sagen. Die BBC hätte uns Höchstpreise gezahlt.

    Wären die Löwinnen mit ihren jungen Burschen nicht im Dickicht verschwunden, es hätte noch Stunden dauern dürfen. So aber rollten wir vom Feld, nur um hinter einer Biegung, der Blickrichtung des inzwischen wieder aufgebockten Spähers folgend, einen Riesenhaufen Mist zu entdecken. Also echten Mist.
    Deren Erzeuger schmatzten sich in unsere Richtung und ließen ihre massigen Körper zwischen den Büschen große Schatten werfen. Zwei Breitmaulnashörnern bahnten sich den Weg auf uns zu und wurden nicht argwöhnisch, weil der Guide den Motor laufen ließ und sich somit keine Veränderung für ihre Puschelohren ergab. Phenomenal für den ersten Morningdrive, dem noch einige folgen werden.

    Über einer weiten Ebene der Kalahari sammelten sich an die zwanzig Blackwing Kites und suchten sich das kreuchende Frühstück zusammen. Ein Bataleur, was ein schicker Adler ist, zog hoch oben seine Kreise und Erdhörnchen und Erdmännchen spielten mit Schabrackenschakalen Fangen.
    Alles grünt und es gibt noch einige Wasserlöcher, die bald zu Schlammsuhlen und später zu trockenen zerfurchten Senken degenerieren werden. Geier nutzen die nun dann doch wärmende Sonne als Federtrockner nach einem reinigenden Bad und breiten ihre Schwingen aus. Enten schnattern übern Teich und ein Graureiher wartet auf schuppige Beute. Afrika at its best 👌🏻.
    Im Zwiebelschälmodus passten sich die Menschen den steigenden Temperaturen an und wie es uns beiden Pelzchen geht, interessiert keinen.
    Jetzt nach dem frühen Lunch bin ich wieder gut genug. Sitz mit Kerstin draußen im Schatten und außer einem Drongo hören wir wieder….nichts. Die Kerle pennen, Haben ja auch schon ein Bier gezischt. Diese Stunden zwischen den Ausfahrten sind Erholung für Körper und Seele. Jeder nach seiner Façon.
    Orangebraune Monarchfalter wirbeln durch die Luft und wo gestern Abend sich die gepriesenen Kapohreulen die weißen Schwingen abklatschten, äsen jetzt lautlos die Impalas. Mannomann, wenn das so weitergeht….
    In zwei Stunden ist Teatime wie bei Königs und dann geht’s wieder aufs Gefährt. Wenn mir was vor die Linse kommt, melde ich mich wieder.
    Bis dahin, nicht drängeln beim Wochenendeinkauf!
    Eure Charlotte
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  • Kalahari Diva die 1.

    May 15 in Botswana 🌙 20 °C

    Diese Wüste, die nicht so aussieht, präsentiert sich am Nachmittag in einem anderen Outfit. Nach der Teestunde und Studien gelbschnabeliger Hornvögel (“ Flying Banana”), snacken wir noch ein Hühnerbeinchen und begeben uns in die lenkenden Hände unseres Guides. Es geht hinaus in die zugewachsenen Sandebenen der ehemaligen Wüste. Sie gibt den Duktus vor.
    Wie eine Diva… unnahbar, ihre Juwelen verbergend und hochnäsig kratzbürstig.
    Durch die ausgiebige Regenzeit hat die Vegetation stark zugelegt und auf den halb zugewucherten Wegen ranken die Ausleger der Akazienbüsche übers Canvasdach des Fahrzeuges. Die Widerhaken der Dornen verursachen ein quietschendes Geräusch, wenn sie versuchen, das Gewebe zu zerfetzen. Schaffen es nicht und schwingen beleidigt zurück . Die scheidende Sonne lässt alles im Zwielicht erscheinen und bastelt Scherenschnittkonturen längs des Weges. Wie ein bockiges Fräulein verbirgt sie ihre Schätze, bis, ja bis der Spotter eine Bewegung im hohen Gras wahrnimmt und eine Löwenmutter mit drei Youngstern den Blick auf sich freigibt. Ja, Diven sind manchmal auch gnädig….
    Lustig die kleinen Racker zu beobachten, verpassen wir zwar den Sundowner, tun das jedoch gern.
    Nichtsdestotrotz halten wir an einer überschaubaren Kreuzung und packen die Kühlboxen aus. Im scheidenden Tageslicht, die Frankoline suchen bereits ihre Schlafplätze in den Bäumen auf, wird ein kühler Sauvignon Blanc in Zinnbecher gefüllt und salziges Popcorn vervollständigt den ersten Sundowner für Holger. Perfectly imperfect würde der dozierende Safarikenner skandieren.
    Der Sandmann war noch nicht auf dem Bildschirm daheim, da schwirrten bereits Fledermäuse um unsere Köpfe auf dem nächtlichen Weg zurück.
    Die getupfte Eule mit großer Flügelspannweite wartete uns am Wegrand auf, bevor wir ins Camp einfuhren. Ein schmackhaftes Dinner, kühler Wein am Buschfeuer, das Stachelschwein als GutenNacht-Maskottchen … ein faszinierender erster Safaritag neigt sich dem Ende.
    Ich geh vor mit Pferd und die Menschen folgen sicher auch bald,
    Machts mal gut und erfreut Euch am Wochenende !
    Eure Diva Charlotte 💋
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  • Federn haben & Federn lassen

    May 16 in Botswana ☀️ 26 °C

    Die Maus war tot.
    Eine der Eulen, die letzte Nacht um unser Haus patrouillierten, hat sie als Morgengabe hinterlassen.
    Anders als das andere kleine Getier unter unserer Behausung, das durch die kleine Ginsterkatze noch vor dem Schlafengehen gejagt wurde. Verputzt. Samt und sonders. Oder verjagt, wer weiß das schon genau.
    Wir schlichen zum unzeitlichen Frühstück und spähten ergebnislos nach neuen Katzentatzen auf dem nebelfeuchten Weg. Kerstin hat wieder mal Dummheiten gemacht und gestern Abend dem Personal den Schweigefuchs beigebracht. So wurden wir dann auch heute begrüßt. Fantastisch! Nur einer hatte es nicht so gerafft und war eher nach Wacken zu verorten und hat sich dann auch gleich im Headbanging versucht, wurde jedoch jäh unterbrochen. Pferd wollte grad schon mitmachen 🙈

    Wieder wurden wir verpackt wie Dönerrollen und schon ging es auf die Piste.
    Ein Hase hoppelte verschlafen über den Weg und auch ein Schakal hatte noch keine richtungsweisende Idee, wie er diesen frösteligen Morgen beginnen sollte. Es ist nur eine kurze Zeitspanne zwischen den ersten orangefarbenen verheissenden Sonnenstrahlen und gleißendem weisheissen Licht, welches dann aber wenigstens das Auftauprogramm ankündigt. Während dieser Minuten glitzern Spinnweben golden im Zwielicht und zeugen von schneller Webarbeit der Achtbeiner.
    Dann wurde es turbulent. Zuerst der Helikoptervogel. So nennen die ein fasanenähnliches Geschöpf, was bei Unbehagen oder sonstigen Störfaktoren steil und ohrenbetäubend aufsteigt, um seine Meinung kundzutun. Beeindruckend. Dieser Typ, natürlich produzieren sich ausnahmslos Männchen so, hat einen Verwandten, den sie dann Suizide Bird nennen, weil er, nachdem er sich steil in die Lüfte nach oben geschraubt hat, wie ein nasser Sack im Kamikazestil nach unten fallen lässt. Ach Du liebes bisschen, sind alle gaga hier ? Der große Bruder, eine Großtrappe, ist zur Abwechslung mal nicht so ausgeflippt, stolziert aber ganz schön angeberisch durch die Kante. Weil er der Nationalvogel ist. Klar, die Gabelracke haben ja schon die Kenianer für sich beansprucht, obwohl hier viel mehr davon rumflattern. Und damit die Sache rund wird, haben wir noch einen bestimmten Webervogel, dessen Pieptöne hier in Botswana die Nachrichten ankündigen. Doch gaga.
    Stellt Euch vor, bevor der Jens Riewa vom Teleprompter abliest, gibts erst mal einen Adlerschrei, oder so 🤔 wobei ein Kiekeriki bei Dunja Halali würde mein kleines Hippoherz erfreuen…..

    Den riesigen Abdrücken seiner Stampfbeine und der Größe seiner Hinterlassenschaften zu schlussfolgern, war ein mächtiger Elefantenbulle ganz in unserer Nähe. Doch wer will sich Samstags zum Frühstück schon stören lassen? Er hielt sich bedeckt und bei den schmalen Fahrwegen war es eh nicht schlimm, wer weiß schon, in welcher Laune man so einen einzelnen Riesen antrifft?
    Die Uhr schlug 9, als ein beeindruckend großer Leopard den Fahrweg querte. Und obwohl sich der Fahrer entschlossen hatte, so einigen -zig Sträuchern mit dem Rammschutz den Gar auszumachen, ließ sich auch der Fleckpanther nicht mehr fototauglich aufspüren. Es iss wie es iss, würde Steffi sagen.

    Auf dem Weg zum Airstrip, Terminal 2, passierten wir einige wenige hohe Bäume, aus denen die Größte aller Eulen hervorlugte. Dass diese Verreaux‘s Eagle Owl pinkfarbene Lider hat, war nun tatsächlich umwerfend zu erfahren, so weit hat aber das Fernglas dann nicht gereicht.
    Tatzen und Tätzchen, Hufe und Krallen ließen sich dann doch noch aus dem Sand entziffern, sogar Wildhunde will man erkannt haben… wers glaubt! Außer den Kudus ließ sich nämlich keiner mehr blicken. Jene aber wiegten bedächtig ihre gedrehten Hörner und gaben uns erst danach eine Abfuhr.
    Aufgeschreckt flüchtete eine Warzenschweinmutter mit ihren Sprößlingen und sogar eine Handvoll Zebras schnaubte hinterm Busch.
    Ganze Flugstaffeln an Tauben stoben durch die Gegend und die Sandhühner scheuchten sichtlich pikiert von dannen, als wir deren Wasserloch für eine Kaffeepause okkupierten. Der Tag hätte so schön werden können, auch wenn die meisten Säuger auf dem Wochenmarkt einkaufen waren, ja, wäre da nicht, grad als wir querab vom Camp den letzten Bogen in die Einfahrt nahmen, eine mörderische große schwarze Mamba in Erscheinung getreten. Zielsicher schlängelte sie sich, irritierend silbrig das Licht reflektierend, auf die Behausungen zu und Kerstin verordnete uns sofort Stubenarrest und sich selber Poolsperre.
    Nun sitzen wir hier. Menno. Die Menschen gönnen sich eine Massage, damit sie schön locker sind, wenn es nach der Hitze des Tages zu den Bushmännern geht. Wir sind gespannt, hat man uns doch verraten, dass Holger danach Pfeil und Bogen kann und Kerstin Feuer mit nem Stückchen Strauch anzünden. Oder andersherum?🤔 wir werden sehen…. Dann gehabt Euch erst mal wohl und genießt Euren Einkaufssamstag, mal sehen, was hier noch so passiert,
    Eure Charlotte!
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  • Walking with the Bushman…

    May 16 in Botswana 🌙 20 °C

    Hallo daheim und außerhalb, hier ist Charlotte, Eure Abenteurerin!
    Wir beginnen mit der 1 Million - Frage: was ist Liebe?
    Antwort: wenn beide vom Bushwalk zurückkommen… 💪🏻

    Es sollte mit den klicksprechenden Buschmännern zu Fuß in den Busch gehen. Da waren wir wohl alle vier skeptisch. Doch es entpuppte sich zum entspanntesten Folkloreabend, den wir in dieser und der andren Hemisphäre erlebt haben.
    Keiner rüttelte am Anzug, um Dich zum Tanzen zu bringen, niemand schleppte Dich zu einem Verkaufsstand und es wurde auch von keinem Teilnehmer erwartet, dass man sich zum Affen macht, indem man um die Wette mit anderen sich die Hände aufreibt, um Feuer zu machen.
    Wir folgten den Demonstrationen der Einheimischen gespannt und sollten nachvollziehen, wie ein Giftpfeil präpariert und verstaut sein will, dass nur alte Frauen am einzigen Event des Jahres was vom Selbstgebrauten abbekommen und worüber man am abendlichen Feuer spricht. Da die vier original gekleideten Eingeborenen uns durch ihren Job im Camp bekannt waren, gab es keine Barrieren während dieses aufklärenden Schauspiels.
    Zurück nach einem Sundowner ins inzwischen besser gefüllte Camp schnabulierten wir feinste Fleischspeisen, bevor wir das erste Mal zum Packen kamen, denn morgen geht’s ins Delta,
    Okawango wir kommen !
    Leutschings, habt Spaß beim Pokalfinale, wir pennen im wlanfreien Häuschen unserem nächsten Kapitel entgegen!
    Eure Charlotte und die anderen Buschgänger
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  • Sonntagsausflug

    May 17 in Botswana ☀️ 21 °C

    Sonntagmorgen 6 Uhr
    Zehnfaches multilinguales Schweigen. Das lauteste Geräusch macht der knusprige Toast, wenn er zwischen schottische, holländische oder französische Kiefer gerät. Meine Menschen knistern nicht. Die schlürfen erst mal ihren Kaffee und runzeln die Stirn, wie die anderen warmen Haferbrei in sich hineinschlabbern.
    Muss ja nicht sein, wenn’s Spiegelei gibt.
    Dann auf zur Morgenpirsch und welcher Platz gibt als erstes Vierbeiner her, um die tierhungrigen Objektive zu füttern? Der Airstrip. Auf dem Weg dahin hüpfen Steinböckchen davon und die Webervögel lüften ihre Nester im kühlen Morgenwind. Wir schauen den Impalajungs zu, wie sie sich im Nahkampf üben und erspähen zwei Neuankömmlinge. Hartebeest, das sind Kumpels von den Gnus nur schöner, gesellen sich an den Rand der Landebahn. Kreuz und quer springen übermütige Schabrackenschakale und wie ein Pfeil schiesst ein Karakal über die Landebahn. Diese luchsartige Mietze mit wunderschönen Puschelohren schließt Freundschaft mit einem der Schakale und tobt mit ihm, von der aufgehenden Sonne gewärmt, durchs kniehohe Gras. Wie an einem normalen Familiensonntag daheim. Die Eltern wollen noch schlafen und die Kids toben. Einen Steinwurf weiter steigert sich der Spieldrang zweier anderer Schakale, die die beiden Hartebeest‘ als Spielkameraden auserkoren hatten und jagen sich energiegeladen durch die Ebene.
    Es war ein schöner Lachmoment. Viele sollten bis zum Mittag nicht dazukommen. Warum auch? Sonntags geht es in die Kirche, da können nicht so viele Säuger Parade abhalten. Die gackernden Hühner bleiben natürlich draußen, hören eh keiner Predigt zu. Die hätte Holger gut verkraften können, denn er machte sich einen Gag mit einer Wildkamera. Hoffentlich finden wir seine Faxen nicht mal irgendwo im Netz 🙈🙈🙈
    Ein „ hooded volture“, also ein Geier mit Kopfbedeckung, hatte sich an ein Wasserloch verirrt, denn der Guide erklärte uns, dass er in den Norden gehört. Pferd war sich sicher, dass der uns schon mal ausgespäht hat.
    Dann hieß es Abschiednehmen von der Kalahari und ihren inzwischen gut bewachsenen Dünen.
    Ein letzter Schwenk um die Startbahn, damit unser heute etwas größer ausfallendes Flugzeug, 12 Passagiere würden reinpassen, auch kein Frankolinhuhn in den Propeller kriegt, dann warten. Auf die Minute landete die Cessna, kurz nachdem ich dann doch noch mein Selfie auf dem Tracker - Sitz bekommen habe. Tschacka 💪🏻
    Der Windsack blähte sich mächtig auf und bereitete sich auf seine Anzeige - Aufgabe vor.
    Dann kam der Luftbus und nahm uns nach Maun mit zum Umsteigen. Holger pennt inzwischen schon im Buschflieger, also unaufgeregt wie erwartet. Gleich soll es weiter nach Norden gehen und dann hoffe ich, ein paar Familienmitglieder zu treffen. Machts also erst mal gut.
    Ach so, Nachtrag: ein freundlicher Abonnent unseres Reiseberichtes hat korrigiert, dass das Pokalspiel erst in einer Woche stattfindet. Und nein, es gibt kein ( geplantes)Nachrichtenloch bis zum Pokal, ich kritzel weiter ✌🏻
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  • Schau‘ mir in die Augen, Kleine…

    May 17 in Botswana ⛅ 22 °C

    Eine Stunde fliegen und ZACK biste in einer anderen Welt.
    Schaut nur hin.

    Okawango.
    Das Flugzeug spuckt uns dort aus, wo der Pfannenstiel in das weite Netz an Wasserarmen mündet. Da hat die Frau Pârvu aber was Schickes ausgesucht!
    Gottseidank ist der Club der Hundertjährigen aus Donaldland in der Maschine geblieben…..
    Unser Camp ist nur übers Wasser zu erreichen. Eine Insel also.
    Unser Guide und sein Vizeadmiral ( er heißt General, ohne Schnack) holen uns ab und der erste Eindruck einer Gegend, die man nur aus dem Fernsehen kennt, ist umwerfend. Papyruspflanzen säumen den Weg, kilometerlang.
    Kerstin gibt ihren Einstand, indem sie den Kugelschreiber für die Verzichtserklärung ins Wasser fledert… ein Glück, dass der Guide gute Reflexe hat….
    Holger schaut erstaunt in die Tiefe des Wassers und ist ob der Klarheit des kühlen Nass‘ schwer beeindruckt. Was er wohl erwartet hat? Über uns legt sich eine Decke lieblichster Naturgeräusche. Zirpen und Zwitschern, dass einem die Ohren übergehen. Hadada Ibisse lärmen mit den Fröschen um die Wette, Schwadrone von Kuhreihern ziehen ihre Linien am abendlichen Himmel und wir erfreuen uns an der ersten Ausfahrt, ganz allein, zum Sonnenuntergang. General lud zur Happy Hour ein, ohne zu wissen, dass es da doppelte Ration gibt. Kerstin hat es ihm erklärt. Ha.
    Highlight war der Snack! Traditionell gibt es immer was zu Beißen dazu. Nüsse, Chips, getrocknete Früchte. Und heute…ENDLICH Biltong! Getrocknetes Wildfleisch! Eine Delikatesse, die ja ursprünglich daher rührt, dass die Ureinwohner keinen Kühlschrank hatten… lecker gewürztes Fleisch, knochentrocken und hart. Wer‘s mag 🤔🤔
    Meine Familie habe ich noch nicht getroffen, aber gehört! Mimi, die Campmanagerin hatte sich eine Überraschung ausgedacht.
    BBQ in der Boma. Nach dem Intervallfasten von heute war es höchste Zeit, nach 13 Stunden was zwischen die Kiemen zu bekommen….
    Gut, dass wir alle vier tanzen mussten, da konnte keiner eine Aufnahme davon machen 🙈
    Haben grad noch die Oma daheim angerufen, die sich nach der Mamba - Story Sorgen gemacht hat. Aber echt mal, wer will uns schon verputzen?
    Macht Euch mal keinen Kopp, Pferd und ich passen schon gut auf die Großen auf!
    Gute Nacht erst mal, Tatort kommt ja aus der Retorte und so hoffen wir, dass Ihr alle einen anderen vernünftigen Abend habt!
    Eure Charlotte
    Over and out
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  • Waterworld

    May 18 in Botswana ☀️ 25 °C

    Nichts darf man!
    Wie doof ist das denn? Die Menschen machen eine große Bootstour über vier Stunden und wir dürfen nicht raus, menno. Kerstin hat es verboten, denn es gibt Affen zuhauf und das könnte unseren Weg- und Untergang bedeuten. Na ja, vielleicht haben sie sich auch was dabei gedacht 🤔
    Es war eine Nacht ganz nach unserem Geschmack und außerdem luxuriös eine Stunde länger. Umhüllt von den Geräuschen einer Nacht am Fluss quakten die Frösche, was das Zeug hielt. Die Zikaden spielten die zweite Stimme und aus der Ferne brachte sich ein ziemlich großer Löwe ein. Jedenfalls, was den Bass betraf.
    Ein regelrechter Baumwipfelpfad führt auf Höhe der Palmenkronen über das Inselchen, wo wir unser Haupt betten. So hoch und so viel Wasser, erlaubt es uns 24/7 allein umherzuspazieren. Nur eben nicht, wenn man so klein und wegtransportierbar ist wie Pferd und ich….
    Ausgeruht durften wir zum Frühstück jenen Honig ( umwerfend speziell!) probieren, den die Bienenstöcke produzieren, welche Holger gleich bei Ankunft erspäht hatte. Es ging also für die Großen ganz allein auf einer Aluschute, wie sie wohl die Alliierten in der Normandie benutzt haben müssen, den Hauptkanal entlang, was der Okawango ist und dessen Swan- Namen ich nicht schreiben kann, erst klickt‘s und dann kommt so was wie Knocha oder so…

    Hier gibt’s keine Straßenschilder und man fragt sich, woher die Guides wissen, wo sie lang müssen. Und auch wieder heimfinden. Andererseits, wenn man seit acht Jahren nix andres macht, sollten sie es auch drauf haben. Das klare Wasser strömte in einer Geschwindigkeit und wirbelte in Strudeln, das man sich fragt, warum aus Botswana keine Wildwasserkanuten herkommen?
    Es eröffneten sich sumpfgrasige Flächen und der Geruch gab die Garantie, dass hier Getier unterwegs ist. Die Lechwe-Antilopen kommen mit ihren Schwimmhäuten an den Füßchen ganz gut zurecht. Dass die Vorderbeine kürzer sind als die Hinterläufe wussten wir aber noch nicht. Springt sich besser durch den Matsch!
    Noch immer strömt das Wasser, was sechs Monate aus Angola gebraucht hat, in die Ebenen ein und produziert eine Festtafel für alle Vögelchen, die Fisch und Insekten mögen. Gelbschnabelstörche wärmen ihr Gefieder in der langsam aufsteigenden Sonne, ein prächtiger Fischadler bricht zur Morgenpatrouille auf und erstmals lassen sich elegante Kraniche auf den Hügelchen nieder, die das steigende Wasser noch nicht vereinnahmt hat. Mini- , Midi- und Maxikrokodile ereifern sich mal mehr mal weniger über die Störung ihres Sonnenbades und gleiten teils protestierend in die flachen, doch stark strömenden Fluten. Es ist echt besser, nicht verträumt die Hand durchs kühle Nass gleiten zu lassen….
    Einmal mit Schwung um eine Schilfecke und wumms, fast nen großen Hippobullen gerammt. Nun ja, ganz so eng wars nicht, klingt aber nicht schlecht 😳 der hatte so gar keine Lust auf uns und ließ unser Leichtmetallboot links liegen, bevor er abtauchte.

    Was aussieht wie ein schwimmendes Erdbeerfeld sind Wasserkastanien, mit denen ein Sammler dieser Pflänzchen im deutschen Aquarienhandel ne Stange Geld machen könnte! Ein Otter gleitet neben dem Boot, ähnlich einem Wal, und lässt sein glänzendes Pelzchen aufblitzen, bevor er wieder abtaucht.
    Dahin, wo all die Welse und Hechte und Barsche und vor allem Tigerfische sein sollen, die Holger am Nachmittag fangen will. Bleibt spannend, Ihr fleißigen Bienchen daheim und Ihr Pensionäre und alle die es werden wollen!
    Ich meld mich, wenn der Petrijünger fertig hat!
    Jetzt genießen wir nämlich ein paar Stunden ganz alleine dieses Traumcamp. Keiner da, darf so bleiben. Wird‘s aber nicht.
    Derweil ölen die unterschiedlichsten Piepmätze ihre Stimmen und singen uns in den Mittagsschlaf.
    Machts mal gut und hasta na siesta, oder so…..
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  • Petri Heil!

    May 18 in Botswana ⛅ 21 °C

    Hurra wir dürfen mit! Schnell noch den Sonnenschutz eingepackt und dann ab aufs Angelboot.
    Die Wasserläufer führten ein Balett zur Begrüßung auf und die Eisvögel, hier Kingfischer genannt, rückten die Brillen zurecht. Denn was sie gleich sehen sollten, werden sie ihrer Kindsbrut noch erzählen.
    Holger nahm eine beliebige Angel in die Hand, orientierte sich kurz mit der Kurbel auf der anderen Seite ( so wie sie hier nur falsch gewickelt sind ) und mit dem ersten Wurf holte er seinen ersehnten Tigerfish raus. Dass war Zeitrekord und brachte das Anglerherz zum Klopfen. Das Catch & Release gepredigte Vorgehen haben wir mal außer Acht gelassen und verpetzen die Jungs nicht. Wird bestimmt schmecken der Belegschaft…..
    Der Schlangenhalsvogel staunte nicht schlecht, als der zweite Tiger mit dem dritten Wurf angelandet wurde. Nach zehn Minuten stand es 2,5 zu 1 für Deutschland gegen Botswana. Einer bekam nur nen halben Punkt, weil er auf dem Weg nach draußen das Weite suchte….
    Da lachen sogar die Hippos hinter dem Schilfgürtel, wie schnell das geht. Dabei haben die Guides vorab zu beschwichtigen gesucht, falls Holger nichts fängt. Ha Ha, die kennen den Rostocker Angler nich!
    Als es schon 5:1 stand, kam ein Eisvogel vorbei zum Petri Heil wünschen, die beiden konnten sich recht gut leiden 😎
    Das Duell, Holger gegen die beiden Guides, endete 5:6 für uns.
    Holger im siebten Anglerhimmel, wir unser Selfie mit Ozil und General im Sack und morgen erst Frühstück um acht. URLAUUUUB🙈!
    Gute Nacht Ihr großen und kleinen Fernsehkieker, morgen geht’s in den Einbaum, ich muss noch den Schwimmring aufblasen !
    Eure Charlotte
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  • Pula!

    May 19 in Botswana 🌙 21 °C

    Heute wollen wir ein Stück weiterziehen. dafür durften wir voll bummeln heute.
    Geweckt wurden wir von einem bekannten, doch nicht erwartetem Geräusch.
    Regen klopfte aufs Zeltdach. Weich und regelmäßig. Pula. Regen.

    Erst um acht wartete der Koch mit den Frühstückseiern auf uns. Schnell noch ein Check der Umgebung, denn wir hatten den Kudu gestern nicht fotografiert. Dumm nur, dass es eine seltene Sitatunga Antilope war, die ähnlich aussieht und wir nicht kannten. Lehrgeld bezahlt, heute war kein Lämmerschwanz zu sehen. Die Bartvögel stimmten zum Abschiedskonzert an und die Glanzstare hatte ihr schönstes Blau angelegt. Den Poncho als Schutz gegen die Spritzer von vorn machten wir uns auf den Weg zum Airstrip. Und ich sag Euch Leute, redliche Vögel mögen auch keinen Regen. Nur die Fischpiraten, also die Kormorane, flatterten über unseren Köpfen. Na ja, ohne Regen kein Delta. Schließlich kommt ein Drittel doch auch von hier und der größere Rest aus Angola. Am Airstrip angekommen sattelten wir um, jeder in ein Mokoro. Die modernen Einbäume werden nicht mehr aus Ebenholz geschlagen, hat die Regierung verboten. Holzen den ganzen Wald ab, die Leute, das geht ja wohl nicht. Jetzt sitzen wir in einem Bottich aus Fieberglas, wie unsere Anka in Schwaan, und ein Gondoliere balanciert das von hinten aus und stakst uns, auf Wasserlevel, durch die schmalen Wasserwege. Ziel Nummer eins war natürlich, einen der klickenden Frösche zu finden. Wer hats geschafft? Holger.
    Man sitzt ganz brav still, denn es schwankt auch so schon genügend….
    Beide Pooler , so heißen die Jungs, die zwar nicht an der Stange tanzen, sie aber zum Abstoßen nutzen, brachten uns wieder sicher zurück.
    Ein Spaziergang durch ihr Dorf war obligatorisch. Die Frauen hatten ihre Waren ausgelegt und warteten darauf, ob wir uns für eine der Flechtarbeiten entscheiden würden. Erst dann kamen sie zum Verhandeln heran. Keiner drängte sich auf, aber vermarkten konnten sie sich gut. War auch wichtig, denn es war Markttag nebenan und so konnten sie wieder einkaufen gehen. Ökonomischer Kreislauf und wir hatten ein Andenken im Sack 👍🏻
    Zur Verhinderung eines zweiten Fastenintervalls gab es eine Lunchbox und auf die Minute landeten der Flugbus und wir wieder am Airstrip.
    20 min in der Luft und Peng, an einer anderen Ecke des Deltas, diesmal soll es etwas trockener werden unter den Füßchen. Wir lassen uns überraschen!

    Der Flug mit dem Miniflugzeug hat grad mal gereicht, um den Vormittag schriftlich festzuhalten…. Alter Falter… das Flugzeug hat uns nach 20 Minuten ausgespuckt, ohne die Propeller anzuhalten. Kurzer Prozess sozusagen…
    Der Guide kam angebraust und kurz bevor der nachmittägliche Gamedrive startete, hatten wir alle Instruktionen konsumiert. Für uns ist es einfach, Pferd merkt sich die eine Hälfte, ich die andere. Was die hier so bieten, ist mal ziemlich umwerfend und auch bissl unwirklich. Logo, wenn die erst vor einem Jahr eröffnet haben. Da gibt es reichlich Ladestationen für Stecker aller Art, die Dusche ist wie im Fünfsternehotel und überhaupt haben die sich hier echt ins Zaumzeug gelegt. Zusammen mit zwei Reisenden aus Donaldland sind wir nun die kommenden drei Tage auf dem Auto. Unser Guide, ein wenig ungestüm und kein „kabunia kabunia „ Typ ( langsam, langsam) sondern eher Springinsfeld, führte uns zu einer Löwenfamilie und machte uns mit einer neuen Antilopenart, den Tsessebe, bekannt. Grad die Weinkelche für den Sundowner ausgepackt, meinte er einem Ruf folgen zu müssen und wir hopsten alle zurück ins Fahrzeug. Für, na ja , eigentlich nichts. Aber wir sind ja entspannt. Auf der Rückfahrt nach Einbruch der Dunkelheit gab es noch Elefanten, er wollte aber nicht halten. Auch gut, wir werden bald noch viele sehen dürfen.
    Jetzt sitzen wir vier auf unserer Terrasse nach köstlichem Fisch und lauschen den ohrenbetäubenden Fröschlein bei ihrem Nachtkonzert. Das Hippo im Sumpf vor unserem Camp brummelt vor sich hin und ENDLICH meldet sich mal eine Hyäne aus der Ferne. Das wird ein lustiges Einschlafen. Es herrscht wieder Zucht und Ordnung und 5:30 bimmelt der Wecker. Also machts mal gut da im Norden, wir ruckeln uns schon wieder zurecht hier im Delta.
    Gute Nacht wünscht Euch Eure Charlotte mit dem Rest der Bande
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  • Der 1 Million $ Jackpot

    May 20 in Botswana ⛅ 25 °C

    Ein Skorpion!
    Wahrlich groß!
    Der Guide zeigt ihn uns am scheidenden Nachthimmel.
    Kanana überrascht uns halb sechs Uhr morgens mit einem Frühstück an der Feuerstelle. Im ersten Grau des Tages wärmen sich die gesprächsfreien Wesen im Kreis, löffeln sich Porridge in die Schüsseln aus einem Topf vom Feuer und versuchen, wach zu werden.
    Wir auch.
    Ohne Porridge.
    Gleich sollte der glutrote Feuerball hinter dem Horizont emporsteigen, da wurden wir ein weiteres mal überrascht. Es gab Wärmflaschen im Landrover !
    So gerüstet auf dem „ bumpy seat“ ( wir wollten freiwillig ganz hinten sitzen, wo es am meisten ruckelt, weil man dort den besten Ausblick hat ) ging es auf die Pirsch.
    Die nassen Wiesen waren von Spinnenfäden überzogen und ließen das Grün im Morgenlicht glitzern wie Gold.
    Und ihr hattet auf Arbeit noch nicht die Mailbox geöffnet, da wurden wir Zeugen eines Schauspiels, für das manche nichts tun müssen und andere zwanzig Jahre drauf warten.
    Die Ibisse schlugen Alarm und sogar ein Habicht war sich nicht zu schade, warnende Signale von sich zugeben.
    Zwei Leopardenjunge, Bruder und Schwester, tobten gut sichtbar am Wegrand auf einem Termitenhügel herum. Ein Elefantenbulle ließ sich durch deren Gegenwart nicht beirren und so gab es keinen Zank oder Streit. Nur Kinderalbereien, bis, ja bis Mama Leo zur Ordnung rief. Es folgten weitere Akte des Schauspiels, welche man nur in einer privaten Konzession erleben kann. In einem Nationalpark geht man in den Knast, wenn man vom Weg runterfährt. Hier ging es über Stock und Stein, durch Matsch und Modder, ohne Eile wohlbemerkt, auf den gefleckten Spuren des Trios. Der Guide selbst hat das erst zum zweiten Mal in elf Jahren erlebt, ich und Kerstin mussten schon ein paar mal Koffer packen für so ein Erlebnis und Pferd und Holger haben das fast frei Haus bekommen. Und da war es grad erst acht Uhr 😳
    Dass in der Nähe sich Löwen bemerkbar machten mit ihrem durchdringenden Gebrüll, war zur Nebensache geworden.
    Was wir wohl noch alles sehen wollten bis elf? Uns egal, mehr geht eh nicht.
    Man kann nicht genug bekommen von diesen Eindrücken, doch irgendwann ist es auch da Zeit, weiterzufahren. Wie auf Droge im Rausch taumelten wir weiter, begegneten einem wohlgenährten einsamen Gnu und waren mutig genug, nah einem Elefanten im Testosteronrausch eine Kaffeepause einzulegen.
    Ein fußlahmes Sandhuhn hatte Mühe, seinen verletzten Körper vom Weg zu bringen, bevor wir mit unserem Gefährt genau da unsere Spuren hinterließen.
    Die Überquerung einer freien Fläche sollte für eine der Lechwe Antilopen verheerende Folgen haben. Sie hatte definitiv keinen Jackpot. Durch hastiges Aufspringen und Flüchten vor dem Vehikel krachten zwei Böcke derart zusammen, dass wir das Knacken der Knochen von einem der beiden deutlich hören konnten. Die Löwen lecken sich schon die Tatzen…
    Berauscht von den Eindrücken kehrten wir zurück zum Camp und erfrischten uns bei einem köstlichen Lunch. Jetzt, wo ich mit Kerstin auf der Terrasse sitze und diktiere, folgt dem Rascheln in unserem Rücken eine kleine Polonaise junger Elefanten, weniger als zehn Meter querab. Nur ein einziger Wunsch wäre offen - dass das hier nicht so schnell vorüber gehen mag.
    Heute Abend, wir haben es verraten, wird in der Wildnis übernachtet. Manch einer von Euch hat vielleicht mehr Manschetten als ich, aber seit der Campmanager vorhin auch noch nicht so recht wusste, wie er das anstellen will mit dem Essen und so, kommen mir ein paar Fragezeichen. Also, da im Norden, wo auch langsam der Sommer kommt, bleibt geduldig, bis wir morgen Abend wieder ein Lebenszeichen absetzen können.
    Alles bleibt aufregend,
    Eure Chefcroupeuse Charlotte
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  • Sterne über Africa

    May 20 in Botswana ⛅ 18 °C

    Hallo Ihr Freunde des Sterneguckens,
    Hier ist Eure Charlotte,
    Ich war mir nicht sicher, wie wir diese Nacht beschreiben sollten.
    Unsere Menschen mögen es, wenn sie daheim in Schwaan der Natur lauschen. Sie mögen auch, wenn es mal nicht so leicht ist, einer afrikanischen Live - Kamera und ihren Tonaufnahmen zu folgen. Heute gab es alles von allem.
    Doch von vorn:
    Die anderen Campbewohner staunten nicht schlecht, als wir uns auf den Weg machten, nach Einbruch der Dunkelheit das Camp zu verlassen.
    Unser Guide, inzwischen ausgerüstet mit einem ordentlichen Schießgewehr, brachte uns zu unserem Nachtquartier. Alles, was wir erwartet hatten, war fernab dem, was uns geboten wurde.
    Wir konnten den Geruch von Feuer wahrnehmen, bevor uns die Lichter der Petroleumlampen ins Auge fielen. Es war alles und noch viel mehr, was uns erwartete. Ein Koch hatte über offenem Holzfeuer verschieden Gussgefäße drapiert, die leckersten Inhalt verbargen. Die Kühlboxen hosteten Flaschen, Fläschchen und Ingredienzien, die man gern am Abend zu sich nimmt.
    Kurze Irritation, als man uns mit einem Walky Talky ausstattete, klar „safety first“. Unser Guide nächtigt gleich nebenan.
    Wir schöpften uns das Essen selbst am offenen Feuer aus den Schalen, genossen kühlen Wein und beschlossen dann, uns dem Sternenhimmel hinzugeben. Geschenk waren zwei kräftige Sternschnuppen und was man dann macht, weiß jeder selber.
    Ob man die ganze Nacht ob der Aufregung wach bleibt oder eher durch die wundervollen Geräusche einschläft…. Die Löwen und Hippos machen es nicht leicht, denn es sind gar kräftige Kampflaute, die durch die Nacht wabern.
    Schlussendlich und in Anbetracht des Weckers haben wir beschlossen, die Augen zu schließen, kurz vor Mitternacht. wir wollen die Gelegenheit nutzen und mit dem Guide vor dem Frühstück im Camp einen Kaffee zu genießen und darum machen wir jetzt die Äuglein zu.
    Charlotte over and out.

    Es ist fünf Uhr. Der Wind hat aufgefrischt und pustet über unsere zerknitterten Gesichter. Nicht mal den GT ausgetrunken, die Banausen. Der Guide leuchtet mit der Lampe als Check und kommt rüber mit einem Wasserkessel. Wir füllen die Stempelkanne mit köstlich duftendem Kaffeepulver und Ruck zuck werden die Lebensgeister geweckt. Für Pferd und mich gab’s heiße Schokolade.
    Wir hatten uns eine Petroleumlampe von der Nacht angelassen, die uns jetzt noch in der Dunkelheit Licht abgab.
    Wir spielen die Aufnahmen der Nacht ab und lernen, dass es ein Hippobrunftschrei war. Woher soll ein kleines Hippomädchen so was auch wissen??
    Die Uhr zeigte sechs, wir holperten im morgendlichen Dämmerlicht Richtung Camp und reihten uns in die Routine mit Eiern und ohne Porridge ein.
    Und schon ging’s wieder los, was der heutige Tag wohl bringen mag?
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  • Kanana. Onother day in Paradise

    May 21 in Botswana ⛅ 25 °C

    Mein lieber Scholli,
    Das muss ein Pferd ( und seine Menschen) erst mal verkraften….
    Gestern das Leopardentheater, und dabei hab ich ganz vergessen, dass wir am Nachmittag noch mal einen gesehen haben. Posend. Und dann noch einen bei der abendlichen Rückkehr. Das ist aber auch ein Fleckenteppich gewesen! Und dann hab ich doch glatt vergessen, dass wir noch einen Mokorotrip in den Sonnenuntergang gemacht haben. Kann schon mal viel werden für meinen kleinen Plüschkopf. Aber wir wussten ja, wie es geht und so wurde aus der kippligen Veranstaltung eine Tour mit Scherenschnittmotiven und einer Lektion, wie man in Afrika mit dem Sternenhimmel lebt. Stoff für drei Kapitel, alter Hengst 🙈
    Passend zum Erlebnis kamen gestern die digitalen Passierscheine für nach dem Trip, denn gleich nach unserer Rückkehr geht’s nach Bad Elster zu unserem Reisebüro. Darf nicht jeder rein! Wir schon. Wahrscheinlich müssen Pferd und ich wieder durch die Küchentür reinschleichen, weil nur die Menschen zum Jubiläum und Party machen geladen sind. Wer will schon Pferde und Hippos im Hotel? Wir. Ha. Werdet schon sehen da im Vogtland 😎 aktuell haben wir nur einen Gegner. Die Deutsche Bahn. Die reißen grad wieder irgendwo Schienen raus. Darum kümmern wir uns, wenn wir daheim sind.
    Heute erst mal Bergfest! Juhuu, erst die Hälfte vorbei 🛺🐘🐘🐘
    Und dann? Kommen zwei aus Konstanz daher und weil wir mit unseren Erdmännchenkofferanhängern ( ich korrigiere: wir haben jetzt auch andere….) Werbung fürs Reisebüro machen, erfahren wir, dass sie auch bei der Frau Svenja gebucht haben. Schöne Grüße übrigens!

    Wir also nach Katzenwäsche (unter der Luxusdusche im Sleep out wären wir erfroren) wieder aufn Bock.
    Die Natur klatscht nicht unbedingt in die Hände, wenn sie querfeldein berädert wird, doch die frisch zermalmten Wilden Basilikum Pflanzen strömten einen angenehmen Kräuterduft aus. Grad so viel, dass sie gegen die frische Elefantenkacke ankommen konnten.
    Das Dutzend Marabus wärmte erst noch seine frischgewaschenen Flügelfedern auf und glotzte, als wir über die Modderbrücke aus Holz und Aluminium rumpelten. Der Morgen hatte sich frisch gemacht für unser verschlafenes Septett, Pferd und ich rumpelten im Rucksack noch mit den SWISS Schlafanzügen und Zahnbürsten mit. Es gibt Schlimmeres…aber auch Schöneres.
    Und Zack. Löwen. Neun an der Zahl. Auch diese Mädels wollten von den ersten Sonnenstrahlen etwas abbekommen. Vier erwachsene Frauen mit vier mageren Rotzlöffeln hingen sichtlich hungrig an einem Termitenhügel rum. Da muss aber mal einer den Tisch decken! Dann stellt er uns GoGo vor. Nein, keine Tänzerin. Das sagen die hier auf Swan zu gaaaanz alten Leuten und das war eine Löwin, der man vierzehn Jahre anzählt. Glauben wir zwar nicht, aber will sich schon streiten?
    Wir zählen noch die Mietzen durch, da entdeckt der Guide, ist ja auch sein Job, einen Leoparden. Einen neuen.
    In ungewöhnlicher Sichtweite zu den Leos thront Mama Masala, eine sechsjährige Leopardin, auf ihrem Hügel und argwöhnt zu uns herüber. Wer weiß, dass diese Katzen Fressfeinde sind und sich gern auch tödlich an die Gurgel gehen, wundert sich um so mehr über dieses Schauspiel. Die kleinere der Katzen machte sich alsbald auf und stiefelte durchs hohe Gras davon.
    Was den Guide nicht davon abhielt, sie noch etwas zu verfolgen. Er hatte eh keine Idee mehr, was er uns noch zeigen könnte. Das geknautschte Gras duftete bis in den Rucksack hinein und uns wurde ganz duselig,
    . Darum haben wir die ganzen Ricola Dropse aufgelutscht und deshalb haben Pferd und ich jetzt Bauchweh. Ihr wisst ja, was Pferde vor der Apotheke machen 😳🤔
    Vorbei an einem anderen Pflanzenwunder. Da war mal ein Leberwurstbaum und dann kam eine schmarotzende Kletterfeige und hat ihn umgarnt und umschlungen und schließlich verputzt. Schaut selbst!
    Und dann und dann und dann, alle waren aufgeregt, einmal um die Kurve und Zack, Wildhunde.
    Da hat aber mal Mutter Natur das Füllhorn ausgeschüttet. Es waren die einzigen, von denen man hier zu berichten weiß, ein Ratpack. Also drei. Faul im Schatten dösend, doch wenn die losflitzen kommt eh kein Auto hinterher. Also die auch noch verfilmt und dann, ohne Mecker,, dass wir zu spät zum Mittach kamen, wieder retour. Zu spät? Warum? Na weil wir doch noch mal gucken mussten, ob die Löwinnen da waren. Klaro, wie Panther zum Sprung bereit, als sie ein Impala sahen. Aber weil die Konstanze (rin) Panik bekam und bestimmt mit dem Rotkreuzkasten losgelaufen wäre, hätten sie das Kitz flachgelegt, haben sich die Löwinnen das alles noch mal durch die Mähne rieseln und davon abgelassen.
    Soooo, jetzt muss ich etwas Nachtschlaf nachholen, damit ich um viere nicht von der Bank kippe.
    Habt Spaß und ich sag mal Ricolaaaaahhhhhh
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  • Teil II vom Day in Paradise

    May 21 in Botswana ⛅ 18 °C

    Und nun geht’s weiter liebe Leute, wir kommen schon ganz durcheinander. Sieben Tage in Folge zwei Game Drives, da kommt Hippo schon mal durcheinander. Nicht durcheinander kamen wir mit der zweiten Tageshälfte.
    Nach einem Schläfchen ging’s erst mal zum High Tea. Bei uns heißt das Kaffeekanne. Kerstin hat sehr schnell gesehen, dass die Leutschings an einem der Tische die Chefos waren. Neu, in Dienstkleidung und weiß. Ist politisch nicht korrekt aber beschreibt die Sache schneller. Da hat sie denen gleich mal Bescheid gegeben. Nämlich wie cool das hier ist. Extrameile nennen das die Hoteliers. Wärmflasche im Auto, ne schicke Stola für den Abend zum Ausleihen, tolle Funkdisziplin und alles andere, was genau und besser ist, als bei den anderen. Volle Punktzahl hat Kerstin den Bossen bestätigt. Watt mutt, dat mutt.

    Dann ging es wieder raus in die Landschaft. Vier alte Büffelmänner stellten sich uns in den Weg. Für den Einen sind es Büffel, für uns der finale Haken an der Big-Five-Checklist, Check ! Also doch banale Touristen, wir. Na ja, ganz ohne geht’s nich.
    Kerstins Lieblingsvögel aus der Ferne, die truthahngrossen Big Ground Hornvögel stolzierten um ein Wasserloch und suchten sich Schlangen und Eidechsen zum Verputzen. Ein schwer arbeitender Impalabock sammelte seine 41 Frauen um sich ( wir haben die Beine gezählt und durch vier geteilt) und die Tsessebe Antilopen kletterten auf den Termitenhügeln herum.
    Dann suchten wir die am Vormittag georteten Wildhunde. Sie hatten sich nicht wegbewegt und geduldig warteten wir deren Erwachen ab. Dumm nur, dass sie nicht in die gewünschte Richtung abtrabten sondern Richtung Grenze der Concession. Wenn du da bist, ist zick. Darfst nicht rüber. Und bis dahin verfolgen wir die jagenden Drei, am Grenzweg steht der „Feind“, die Autos der Nachbarn und „ übernehmen“ unsere Wildhundsichtung ohne Dank. Kacke aber auch, sie waren drauf und dran, sich was zum Knabbern zu holen und dann Ende Gelände. War aber auch schon ganz schön spät, so dass es Zeit war, die Gläser für den Sundowner zu füllen. Der Guide suchte eine Salzpfanne auf, übersichtliches Gelände ist ja wichtig, wenn man aus dem Auto klettern soll. Wir plauderten dem Sonnenuntergang entgegen, knabberten Cashews und Biltong. Wir erfuhren, wie man zum Safariguide wird und warum, da kam ein anderes Safariauto angefahren. Warum es kurz vor uns stoppte, konnten wir uns nicht erklären. Der Funkspruch sollte aufklären. Die Löwenbande hatte sich an unsere illustre Runde herangeschlichen und beobachtete unser Tun aus kurzer Distanz. Geschmeidig und ohne Hast kletterten wir auf das Auto, denn Touris sind hohes Gut hier… und sicherten mit unseren Taschenlampen den verhinderten Tatort ab, bis Gläser und Flaschen und Snacks wieder verstaut waren. Heiliger Bimbam, wie schnell sich eine Sache drehen kann. Hoffentlich liest die Oma das hier nicht, da gibt’s bestimmt Mecker aus der Heimat….
    Wenn irgendjemand ( wie vier alle) müde gewesen sein könnte, wir waren alle hellwach. Zwar war das Selfie wieder im Kasten, aber der Adrenalinspiegel gut über Durchschnitt. Alter Falter. Auch das Mini - Stachelschwein konnte die Spannung auf dem Heimweg nicht lösen, kann man nicht einfach wegschmunzeln, so einen waswärewenn-Gedanken.
    Die Belegschaft fabulierte am Lagerfeuer einheimische Rhythmen, gefolgt von lokalem Essen, dem wir diesmal nicht entrinnen konnten. (Das ist ja aller sehr sehr köstlich, aber Maisbrei alle Tage ist eben kein Hippofutter)
    Wir erfahren, dass es am frühen Morgen schon in den Norden geht mit dem nächsten Buschflugzeug und so verabschieden wir uns von den Mitreisenden und dem Guide, denn Pennen bis 7 Uhr lassen wir uns keinesfalls entgehen.
    So liebe Leserschaft, der mehr aktive Teil unseres Trips neigt sich dem Ende, wir freuen uns aufs Hausboot und melden uns morgen aus Namibia. Falls das Netz mitspielt. Bleibt mal tapfer für den letzten Arbeitstag vorm Pfingstwochenende und bis dahin,
    Eure Charlotte
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  • Nasse Angelegenheiten

    May 22 in Botswana ☀️ 25 °C

    Guhuten Mohorgähn allesamt,
    Hier ist Charlotte am Freitag.
    War mal schön, bis sieben zu pennen. Die Nacht wurde eingeläutet von Donnergrollen. Na ein Glück, dass unser Aussentermin schon ein Tag vorher stattfand. Es regnete mächtig in dieser Nacht, alles tropfnass, als wir unter unserer Decke hervorlugten. Ein Drongo beglückte uns mit seinem morgendlichen Gepiepse und die Lechwe Schritten den Appell an unserer Terrasse ab. Sie schienen nicht zu schnuppern, dass sich Hyänen des nächtens hier rumgetrieben haben. Igitt wie ungemütlich. Die anderen sind noch mal los, wir bevorzugen entspannteres Reisen. Man muss ihnen lassen, dass man auf seiner ersten Safari jede Minute nutzt. Wär auch schön blöd, aus LA um die halbe Welt zu fliegen zum Auspennen. Den Nightdrive und den Morgenspaziergang haben die Konstanzler nicht nur wegen des Regens abgesagt, die Cocktailstunde von gestern hallte noch nach.
    Wir nesteln uns so durch, stopfen Altes und Gebrauchtes, Neues und Frisches in die Taschen, wohlwissend, dass keiner mehr wiegen tut. Jetzt wär’s doof für uns….
    Wir verabschieden uns, lassen reichlich Trinkgeld für die Meute da, die einen sehr vorzeigbaren Job gemeinsam abliefern und machen uns auf die Flossen. Was nicht da war, war das Flugzeug. Wir bibberten eine Weile, nicht vor Angst sondern Kälte. Haben ja keinen Anschlussflug. Dann schimmerten die weißen Tragflächen durch den wolkenverhangenen Himmel und eine kleine hübsche Pilotin mit Zahnspange sammelte uns auf. Wenn Holger ne Stempelkarte hätte, wäre er jetzt schon Vielflieger. Ähnlich wie mit dem Bus hopsten wir von Airstrip zu Airstrip und luden Leute aus und ein. Guides, Arbeiter, Touristen. Bei den einen waren die Koffer samt Auto im Modder steckengeblieben. Also hieß es wieder warten. Kerstin gabelte einen Mann auf im Abercrombie& Kent Outfit. Der alte weise Mann strahlte Ruhe und Wissen aus. Ein erfahrener Guide, wie wir das von unseren Kenianischen Betreuern kennen.
    Wir sollten das ganze Delta einmal schräg überfliegen und die Ausmaße der Flut erkennen können. Es ist überwältigend, was man wahrnimmt. Am Anfang ist eine Termite. Die fangen an, einen Hügel zu bauen. Nach zwei Jahren ist der so groß wie ein Fußball. Na immerhin. Wenn sie nach langer Zeit immer größeren Halt bieten, kommen die Elefanten vorbei. Ihr Dung ist bekanntlich nicht nur gut für Kerstins Lieblingsschreibpapier sondern enthält die Sämereien aller vertilgten Pflanzen. Dann fängts an, zu wachsen. Dann kommen andere Tiere und nach und nach entstehen Erhebungen, die irgendwann mal nicht mehr von der Regenzeit-Flut überspült werden. Es entstehen Inselchen und später Inseln , dazwischen Sumpf und Wasserwege. Gut zu sehen aus dem Flieger, wie die Hippos, also meine ganze große Familie, die Kanäle kreuz und quer ziehen und freihalten. Ja ja, jeder ist nicht nur zum Beglotzen hier sondern hat eine wichtige Aufgabe im Ökosystem. Am Ende kommen die Geier und putzen alles weg.
    Das Wasser ist länger hoch als sonst, es wird länger grün sein, die Tiere freut‘s!
    Jahrelang trockengefallene Flussbetten führen wieder Wasser und der Regen macht heute, dass es an der Landebahn nicht staubt. Hat auch was.
    Wir beobachten Lechweherden, wie sie durch das flache Wasser panschen, sehen aufblitzende Stoßzähne von wandernden Dickhäutern, lachen über das vollgeschmadderte Flugzeug. Schlammcatchen. Glänzende Hipporücken ragen aus dem Wasser und mit den Adlern fliegen wir auf Augenhöhe. Grad noch ein Schlangenadler zum Abschied gegrüßt, ziehen Schwärme weißer Kuhreiher zum Arbeiten. Zu tun gibt’s immer was, wo Büffel leben. Kein Wunder, dass man das hier ein Weltwunder nennt.
    Die Gnus stehen hier gut im Futter und endlich gibt’s ein Warzenschwein zu sehen, dass sich durch Fluglärm nicht aus der Ruhe bringen lässt. Ein Airstrip unter Wasser und was sich wie eine Libelle fürs Auge ausmacht, entpuppt sich als Helikopter, weit unter unseren Gummirädern. Kann man Rundflüge machen für 1000$. Pro Nase versteht sich. Im nächsten Leben kauf ich mir einen Hubschrauber ! Die Wasserwege schlängeln sich endlos dahi……rch rch rch.
    Augen auf und alles sieht anders aus. Riesige Waldflächen breiten sich unter uns aus. Fahrwege, wie mit dem Lineal gezogen. Eine Straße entlang des Flussufers, das sich viel weiter ausbreitet, als die Warnow. Mit Inseln versehen und schlängelnd wie ein dicker Drachenschwanz. Chobe River.
    Wir fliegen nach Kasane. Dort kommen ein paar Dinge zusammen und wir vier noch hinzu. Der Chobe fließt in den Sambesi, Botswana und Namibia, Sambia und Simbabwe treffen hier aufeinander. Ich sag’s Euch, passt auf, durch welches Tor Ihr hier geht!!
    Dann geht die Klappe vom Flugzeug auf. Wärme durchzieht mein Pelzchen und trockene Luft streift durch die Mützen. Auf geht’s ins nächste Abenteuer.

    Auweia.
    Die Tante an der Einreisestelle hat gemeckert, weil das Visum schon unterschrieben war. Doch sie ließ Gnade walten und uns an Bord.
    Chobe Princess III wird unser Zuhause für vier Tage. Dann sammeln sie die Passagiere zusammen. Die UNO würde sich freuen!! Eine Kanadierin, die in Sydney lebt und mit den Fernglas Kreuzfahrtschiffe ausspäht. Ein junges Pärchen aus Nebraska, die sich für ihren Regierungsschef im Vorhinein entschuldigen und dann noch, außer uns, ein Paar aus Johannesburg. Mehr Welt geht nicht. Zusammengerauft und gut eingegroovt. Bombe! Wir schippern über den Fluss und hatten nach dem kalten Morgen nun Hitzestau. Jetzt die Bomben: vier aus Sieben sind Vogelkundler und drei sind Angler.
    Das kann ja lustig werden. Ein spätes verschnattertes weiniges Lunch und zur Strafe müssen wir gleich ins Boot hüpfen. Nicht, dass das hier so weitergeht mit dem Gehetze 😂😂😂uns gefällt es mordsmässig und es ist sonnig angenehm.

    Von der Kabinentür ins Boot sind es ungefähr…..fünf Meter… Ha. Elefanten zugeschaut, wie sie den Fluss queren, Vögeleien unzählig und Handtaschenmaterial für ein großes Geschäft, also Krokodile. Das scheint ganz lustig zu werden und wir freuen uns auf die Relaxtage. Das Netz ist wieder mal gar nicht nach unserem Geschmack, aber was soll’s…. Habt ein feines Wochenende, wir lesen uns!
    Eure Charlotte
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  • Urlaub

    May 23 in Namibia ⛅ 26 °C

    Oh wie war der Nachmittag schön. Eine große Herde Elefanten planschte am Fluss. Die kaltblütigen Krokodile wärmten sich in der Sonne und sperrten ihre Riesenmäuler auf. Dann haben wir noch die Oma angerufen, denn Telefon geht besser als Internetz. Aufs Boot gehüpft und ab in den Sonnenuntergang. Ich ja sicherheitshalber mit Schwimmring, versteht sich. Löffler pickten im Schilf und sogar ein Klaffschnabel war zu sehen. Ein schwarzer Storch, der durch die Zähne pfeifen kann, hi hi, ohne den Mund aufzumachen. Wir beobachteten einen Waran, den nennen die hier Lizzard. Premiere für Pferd und Holger. Als die Autos am Ufer wie die besenkten in eine Richtung rasten, witterten wir Löwenduft. Es war ein anderer Geruch, …nzig Hippos im Wasser versperrten uns echt mal den Weg. Nicht mal ich konnte sie bewegen, rüberzuschwimmen. Da machten wir aus der Not ne Tugend und Kerstin mixte den anderen und sich natürlich auch ein paar Gin Tonics. Der Stand der Sonne erlaubte das natürlich!
    Mit einem weiteren fantastischen Sonnenuntergang verabschiedete sich Mutter Natur vom Tag und wir unter die Dusche. Wird schon langsam wieder zivilisiert. Gleich gibt es lecker Essen und tolle Gespräche.
    So, wenn ich richtig gezählt habe, ist meine Fehlermeldung eine Woche her und heute ist Pokalfinale. Wir hoffen, ihr habt Spaß und versteht, dass uns das heute nicht so interessiert. Ob nun der Sohn oder sein Onkel gewinnt, wir drücken die Daumen! Schönen Abend alle zusammen,
    Eure Charlotte
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  • Elefantastischer Sonntag

    May 24 in Botswana ⛅ 27 °C

    Hallo Ihr Pfingstrosen und alle, die Blumen lieben,
    Hier schreibt Eure Charlotte!
    Was soll ich Euch sagen….Nach einem köstlichen Abendessen, das Edgar der Koch gezaubert hatte, verdauten wir bei einem Gin Tonic und dem Fußball-Livechat. Kerstin lenkte eine Trumpdiskussion mit der Frage nach dem Weihnachtsbaum in entspanntere Gefilde und nun kennen wir das amerikanische Gesundheitssystem, wissen, wie der australische Ministerpräsident performt und der junge Trudot nicht, warum Johannesburg nicht die beste Stadt zum Leben ist und wie cool Kreuzfahrt ist. Eben alles, was man so wissen muss.
    Unser Fenster mit der Fliegengaze endet einen Meter über der Wasserlinie, deshalb dürfen wir da nicht ran, Pferd und ich. Müssen aus sicherer Distanz alles beobachten, was da draußen rumschwirrt und planscht und grunzt und plätschert.
    Ist vielleicht auch gut so. Stellt Euch vor, man lehnt sich raus und schnapp sind die Krokos da und haben einen am Wickel….
    Wir lassen den Fröstelausflug um sechs fahren und drehen uns noch mal um. Dann gibt es wieder fürstliches Sonntagsfrühstück mit Eiern und so. Pfingsten kennen die andren nicht und weil wir keine Kirchensteuer zahlen, fühlen wir uns zu Erklärungen auch nicht berufen.
    Komisch dass, nachdem unsere Menschen den Besuch im Dorf mit den Souvenirständen abgewählt hatten, auch die anderen keine Lust mehr hatten. Wir haben ja nun echt genug Volksgesängen und -tänzen beigewohnt, mehr Andenken als aus dem Moskau - Urlaub erstanden und fühlen uns nicht unwohl bei dieser Entscheidung. Keiner wollte unhöflich sein, aber dann gab’s einen kollektiv beschlossenen Bootsausflug entlang des Chobe - Ufers. Und das war gut so! Neben neuen Vogelarten, wie dem Glanzibis und einem schicken Habicht zählten wir alte Bekannte. Löffler und Reiher putzten ihre weißen und grauen Gefieder, der Nimmersattstorch verschwand bis zum Halsansatz im Modder, um Delikatessen zu finden. Kudus grasten am Hang und eine Hundertschaft Enten liess sich nicht zum Abflug bewegen. Die kleinen Stelzenvögel lärmten und wurden nur von den Adlerrufen übertönt. Deren Absender flogen so hoch, dass das Auge sie fast nicht mehr erfassen konnte.
    Ein Elefant betrank sich im seichten Wasser und was anfangs wie leises Rascheln begann, endete in einer wahrlichen Orgie einer Elefantenherde. Wie bei den Menschen auch, alberten hier die Kinder am meisten. Pusteten und prusteten mit ihren Minirüsseln und schubsten sich gegenseitig im Wasser. Dann kam die Chefin und führte ihre Truppe nah unseres Bootes durch den Fluss. Ein elefantöser Anblick sag ich Euch. Meinen Familienmitgliedern ging der Bootsführer lieber aus dem Weg, weil sie bissl aggro sein sollen. Ich konnte zwar keinen Beweis dafür finden, aber seis drum. Hm, es gab Quiche zum Mittagessen und Hackfleischauflauf, dazu schmeckt Holger ein Whisky - er wollte seine Sichtungen würdigen. Grad von der Tischkante weg, setzte sich unser Zuhause in Bewegung, um gleich darauf wieder gezielt in die Böschung zu fahren. Der Kapitän wollte uns am Anblick von 25 Giraffen auf einen Streich teilhaben lassen. Die andern acht Langhälse hatte Holger mit seinem Bluetooth- Lautsprecher vertrieben, aus dem Hippolaute drangen. Die Hippos, allesamt auf einen Sonnenbrand aus auf ihrem Erdhügel, hoben nicht mal den Kopf….
    Von so was kann man gar nicht genug bekommen, sag ich Euch….
    Jetzt segeln wir mal zwei Stunden so rum und dann werden noch mal die Angelrouten ausgepackt bis zum Sonnenuntergang.
    Petri Heil sag ich mal und bis später!
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  • Stempelspiele

    May 25 in Namibia ☀️ 21 °C

    Guten Morgen von Euren Flussschipperern!
    Wir haben gepackt und gefrühstückt und der Kapitän versüßt uns das Rührei mit einer Extrarunde. Durch Papyrusspaliere und an grasenden Hippos vorbei gleiten wir sonnenbeschienen dem Ende dieses Ausfluges entgegen.
    Heute gehen wir durch Tor 1: Ausreisestempel Namibia. Dann Tor 2: Einreisestempel Botswana. Dann werden wir abgeholt und durch Tor 3 geschleust: Einreise Simbabwe.
    Korrektur: durch Tor 3 erst mal wieder aus Botswana ausreisen! Dann Tor 4, rüber nach Simbabwe.
    Dann haben wir’s geschafft für unser finales Kapitel bei den rauchenden Wassern. Dann reichern wir unser Tagebuch noch mit ein paar Bildern der letzten Tage an und freuen uns auf das fliegende Auge morgen. Bleibt neugierig….

    Das ging ja ruckizucki. Abgesehen von dem schnatternden deutschen Volk aus den zwei Reisebussen. Stirnrunzelnd beobachteten wir den Auflauf an den Kontrollpunkten und froh, dass wir da nicht dabei sein müssen. Nicht auszudenken, dieses Geplapper den ganzen Tag hören zu müssen. Was sind wir froh, dass wir unsere Outbacker in Bad Elster haben, die wissen, dass wir durchdrehen würden. Vor allem Pferd mit seinen empfindlichen Ohren.
    Ha, eins noch nachzutragen: warum auch immer, an der Grenze haben die bei den Menschen Fieber gemessen. Ist wohl noch ein Überbleibsel aus alten Coronazeiten? Nun, die Menschen haben zwar bissl geschwitzt, hatten aber kein Fieber. Na ein Glück, weiter im Programm.
    Eine Stunde geht’s nach Victoria Falls über eine Straße, da könnte ich in den Schlaglöchern baden, wär Wasser drin… Schwupp, drin im Pioneers Camp. Aus dem Busch in alte Kolonialzeiten versetzt. Wundervoller Abschluss! Ein Lunch in einem Land, denen nicht viel heilig ist, was das Essen betrifft. Holger entscheidet sich für das Impalasteak und hofft, dass Krokodil morgen immer noch auf der Karte steht. Kerstin wählt Fisch aus dem Sambesi und dann geht es auf Erkundungstrip durch die Anlage.
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  • Happy Africa Day

    May 25 in Zimbabwe ☀️ 27 °C

    Daaaaaa bin ich wieder! Ohne Schwimmring und mit Sonnenschutz,
    Eure Charlotte aus Africa! Alle haben sich heute schick angezogen, weil Africa Day ist. Gefällt uns, alle Mädels in bunten Kleidern und mit schwingenden Hüften zu schmeichelnden Klängen zu beobachten. Hier wird es schon mehr „zivilisiert“, so wie es sein sollte, beim Auftauchen aus afrikanischem Busch hinwärts zum europäischen Wahnsinn. Holger hat Kerstin gestern beim Nachrichtenlesen erwischt und gleich alles weggeschaltet. Erholungsbefehl!

    Heute werde ich wohl mein neues Strandoutfit für den Pool ausprobieren, die Zeichen stehen gut! Oh wie schön ist Panama…ach nee, das darf ich ja nicht schreiben. Aber ich mag es nun mal.

    Wir erforschten die Anlage und amüsierten uns über die Entlein, die sich mit Yoga und Ballett versuchten. Ein Impalasteak sollte als Mittagssnack dienen, aber die hätten das Tier lieber in der Savanne lassen sollen….
    Kerstin testete die Wohlfühlmassage und so schlenderten und schleuderten alle entspannt zwischen Pool, Garten und Horizontale hin und her.
    Endlich mal Nudeln freute sich Holger am Abend und mit feiner Hintergrundmusik wurde der Abend beschlossen. Und kein Wecker morgen !!!
    Schlaft recht schön, und jetzt hab ich glatt vergessen, was Gute Nacht auf simbabwisch heißt 🤔
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  • Mosi oa tunya

    May 26 in Zimbabwe ☀️ 18 °C

    Hadaa Hadaa Hadaa.
    Die Vuvuzela des Ibis‘ trötet durch die Anlage. Die Enten am Pool rollen die Yogamatte zurecht. Erstmals Kindergeschrei, nun ja, den Pool können wir aus dem Fenster sehen. Über allem seit Sonnenaufgang das Brummen der Helikopter über den Wasserfällen. Darüber meckert keiner, denn alle wollen hin. Wollen es sehen. Wollen dabei sein, wenn 1088 Kubikmeter Wasser in der Sekunde über die Kante gehen. 65 Millionen Liter in der Minute. Da wär mein Planschbecken aber schnell vollgelaufen.
    Da machen wir uns mal auf die Socken und berichten, wenn wir von den „Rauchenden Wassern“ zurück sind.

    Das Frühstück war köstlich. Wir müssen mal die Oma hierher bringen, denn der Koch macht gekochte Eier auf‘n Punkt. Da bekommt sie nen Eierkochkurs, denn wir geben nie auf 🫶🏻💕

    Also die können sich hier was abgucken, die Jungs von der Bahn. Auf die Minute fuhr Brian vor und sackte uns ein.
    Auf dem kurzen Weg zum Flugplatz gab es etwas Interessantes zu sehen: auf einem Gelände direkt an der Straße lag die Polizeistation, das Hohe Gericht und der Knast. Alles fußläufig verbunden für den kurzen Prozess sozusagen. Wenn Du was ausfrißt und nicht innerhalb 24 Stunden verknackt wirst, kannste wieder gehen. Lasst die das daheim bloß nicht hören !

    Weil Kerstin wieder mal einen Vogel und das bessere Paket gebucht hatte, bekamen wir einen Platz in der Lounge. Mit allem Pipapo. Ständig rannte einer mit ner Kamera um uns rum und als die Menschen die Katze aus dem Sack, also uns aus dem Rucksack ließen, hatten die Jungs vom Helipad ihren Spaß.
    Dann kam der Horrormoment des Urlaubs: WIEGEN 🙈
    War aber gar nicht so schlimm.
    Kein andrer hatte den 3 in 1 Trip gebucht und so wurden die Damen, also Kerstin und ich, auf dem hinteren Rang positioniert und Pferd mit Holger neben dem Piloten. Ich glaub, wir müssen mal wieder die Frauenquote einführen !! Erst ging es über die Flächen der Zuflüsse über Sambia, dann grasten wir den Nationalpark aus der Luft ab, Flugsafari sozusagen. Ob die Wackelbilder aus der Kamera die Elefantenherden aufgenommen haben? Keine Ahnung. Ich hab sie gesehen und die Hippos auch. Doch wieder ein Beweis, dass man an einer Ballonausfahrt sparen kann, wenn man wirklich Tiere sehen will….
    Dann ging’s ab wie bei Apokalypse now. Mal sehen, ob wir unser Video auch mit dem Walkürenritt unterlegen. Aber ich hab gesehen, wie sich Kerstin heimlich am Sitz festgekrallt hat. Psssst! Alter Falter, unser fliegendes Auge kreiste in einer Acht über den gewaltigen und zu den weltgrößten Fällen gehörenden herabstürzenden Fluten. Auf die Liste der größten Naturwunder haben sie es leider nicht geschafft, aber für uns war es das GRÖSSTE! Auf 1700 Meter stürzen sich fast in einem Vorhang die Wassermassen 108 Meter in die Tiefe. Sicher schon viel länger als der Herr Livingstone aus Schottland sie 1855 kartiert und nach seiner Königin benannt hat.
    Vom Timing her doch ganz gut, stellt euch vor, ein deutscher Afrikaforscher wär als Erster hier gewesen… „ Adenauer-Schauer“ würde ja noch gehen, oder ein Sachse hätte es „August-Falls“ genannt !? 🤔 Nicht auszudenken, es wäre danach erst entdeckt worden, das überlasse ich mal unser aller Phantasie…

    Also nach einer halben Stunde wieder mit 12 Beinen auf festem Boden, gab’s Champus für die Großen und ne Spucktüte für mich. Aber nicht weitersagen!
    Etwas runterkommen und den Film über unseren AusFlug auf dem Fernseher angeschaut, musste das Video natürlich gekauft werden. Adrenalintrick nennen wir das. Aber einmal im Leben darf man das alles mal machen….
    Zurück zu den Entlein am Pool, eine Massage für Holger und ein zauberhafter letzter Tag, bevor es morgen langsam zurück geht. Erst mal nach Südafrika. Den Biltongshop hat Kerstin schon ausgemacht!
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  • Close up

    May 27 in Zimbabwe ☀️ 27 °C

    Hallo liebe Weltwunderbewunderer und solche, die es werden wollen!
    Hier schreibt zum letzten Mal Eure Charlotte!

    Wir beenden nun bald den beeindruckendsten Urlaub, den wir bisher erleben durften. Ja, Ihr konntet ein wenig sehen, was wir gesehen haben. Ihr konntet ein wenig lesen, was wir erlebt haben. Den Duft und die Geräusche und was es mit einem Hippo, einem Pferd und zwei Menschen macht - das konnte ich Euch nicht vermitteln.
    Was haben wir gelernt? 🤔
    Es gibt Weltwunder, die nicht auf der offiziellen UNESCO Liste stehen. Es gibt Menschen, die sind glücklich, mit dem, was sie haben und wo sie leben. Man ist jeden Tag abhängig davon, was Mutter Natur auf den Tisch bringt. Das Afrika der Tierwelt und Naturwunder kann nur überleben, wenn wir da hin fahren und es betrachten. Ansonsten ist alles verloren.
    Livingstone, der große Forscher, hat unter anderem konstatiert:

    „Niemand kann sich die Schönheit dieses Anblicks vorstellen, von dem aus man in England nichts gesehen hat. So etwas hatte kein europäisches Auge je zuvor erblickt; aber solch liebliche Szenen müssen schon von Engeln auf ihrem Flug erblickt worden sein.“

    Dem haben wir nichts hinzuzufügen.
    Wir machen uns nun bald auf die Rollen und Tragflächen Richtung Heimat. Holger catcht noch ein paar Momente mit der Kamera, Kerstin durchstöbert - wen wundert es - noch mal den Souvenirshop. Die werden sich schon wundern in Bad Elster! Da fahren wir gleich am Freitag hin zum Feiern. Weil die das so cool machen da. Und dann, ja dann wartet die Arbeit auf uns. Brauchen ja ein paar Knöpfe für die nächsten Reisen! Wenn wir am Donnerstag Mittag in die Waschmaschine springen, Pferd und ich, melde ich uns im System ab. Danke, dass Ihr uns begleitet habt und wir unsere Freude mit Euch teilen durften.
    Machts mal gut und genießt den Sommer,
    Eure Charlotte !

    PS: ich geb Euch noch einen von Livingstone mit:

    „Wenn Sie Männer haben, die nur dann kommen, wenn sie wissen, dass es einen guten Weg gibt, will ich sie nicht. Ich will Männer, die kommen, selbst wenn es überhaupt keinen Weg gibt.“

    Over and Out
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  • Zusammenfassung

    May 28 in Germany ☀️ 18 °C

    Auf Wunsch eines Mitreisenden:

    Flugzeugbewegungen: 12 Starts und Landungen
    Helikopter: 1
    Gereiste km: 22.467 km

    Verluste: Doppelbild im Docter Fernglas durch Transportschaden😳
    Kerstins Apfelholz-Ring aus Materialmüdigkeit😔
    ein Hemdknopf an Holgers Safarihemd 😂
    gebrochener BH Bügel 🙈🙈🙈

    Erstsichtungen: Stachelschwein, Karakal, Sitatunga Antilope, drei Leoparden auf einen Streich, 25 Giraffen auf einmal, Wildhunde, Papyrus für eine Million ägyptische Schriftrollen, Tigerfisch, Knackis am Straßenrand,
    baletttanzende Gelbbrustpfeiffenten

    Verletzungen: keine
    Siechtum: nur eine Durchfalltablette gebraucht
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    Trip end
    May 28, 2026