• Waterworld

    May 18 in Botswana ☀️ 25 °C

    Nichts darf man!
    Wie doof ist das denn? Die Menschen machen eine große Bootstour über vier Stunden und wir dürfen nicht raus, menno. Kerstin hat es verboten, denn es gibt Affen zuhauf und das könnte unseren Weg- und Untergang bedeuten. Na ja, vielleicht haben sie sich auch was dabei gedacht 🤔
    Es war eine Nacht ganz nach unserem Geschmack und außerdem luxuriös eine Stunde länger. Umhüllt von den Geräuschen einer Nacht am Fluss quakten die Frösche, was das Zeug hielt. Die Zikaden spielten die zweite Stimme und aus der Ferne brachte sich ein ziemlich großer Löwe ein. Jedenfalls, was den Bass betraf.
    Ein regelrechter Baumwipfelpfad führt auf Höhe der Palmenkronen über das Inselchen, wo wir unser Haupt betten. So hoch und so viel Wasser, erlaubt es uns 24/7 allein umherzuspazieren. Nur eben nicht, wenn man so klein und wegtransportierbar ist wie Pferd und ich….
    Ausgeruht durften wir zum Frühstück jenen Honig ( umwerfend speziell!) probieren, den die Bienenstöcke produzieren, welche Holger gleich bei Ankunft erspäht hatte. Es ging also für die Großen ganz allein auf einer Aluschute, wie sie wohl die Alliierten in der Normandie benutzt haben müssen, den Hauptkanal entlang, was der Okawango ist und dessen Swan- Namen ich nicht schreiben kann, erst klickt‘s und dann kommt so was wie Knocha oder so…

    Hier gibt’s keine Straßenschilder und man fragt sich, woher die Guides wissen, wo sie lang müssen. Und auch wieder heimfinden. Andererseits, wenn man seit acht Jahren nix andres macht, sollten sie es auch drauf haben. Das klare Wasser strömte in einer Geschwindigkeit und wirbelte in Strudeln, das man sich fragt, warum aus Botswana keine Wildwasserkanuten herkommen?
    Es eröffneten sich sumpfgrasige Flächen und der Geruch gab die Garantie, dass hier Getier unterwegs ist. Die Lechwe-Antilopen kommen mit ihren Schwimmhäuten an den Füßchen ganz gut zurecht. Dass die Vorderbeine kürzer sind als die Hinterläufe wussten wir aber noch nicht. Springt sich besser durch den Matsch!
    Noch immer strömt das Wasser, was sechs Monate aus Angola gebraucht hat, in die Ebenen ein und produziert eine Festtafel für alle Vögelchen, die Fisch und Insekten mögen. Gelbschnabelstörche wärmen ihr Gefieder in der langsam aufsteigenden Sonne, ein prächtiger Fischadler bricht zur Morgenpatrouille auf und erstmals lassen sich elegante Kraniche auf den Hügelchen nieder, die das steigende Wasser noch nicht vereinnahmt hat. Mini- , Midi- und Maxikrokodile ereifern sich mal mehr mal weniger über die Störung ihres Sonnenbades und gleiten teils protestierend in die flachen, doch stark strömenden Fluten. Es ist echt besser, nicht verträumt die Hand durchs kühle Nass gleiten zu lassen….
    Einmal mit Schwung um eine Schilfecke und wumms, fast nen großen Hippobullen gerammt. Nun ja, ganz so eng wars nicht, klingt aber nicht schlecht 😳 der hatte so gar keine Lust auf uns und ließ unser Leichtmetallboot links liegen, bevor er abtauchte.

    Was aussieht wie ein schwimmendes Erdbeerfeld sind Wasserkastanien, mit denen ein Sammler dieser Pflänzchen im deutschen Aquarienhandel ne Stange Geld machen könnte! Ein Otter gleitet neben dem Boot, ähnlich einem Wal, und lässt sein glänzendes Pelzchen aufblitzen, bevor er wieder abtaucht.
    Dahin, wo all die Welse und Hechte und Barsche und vor allem Tigerfische sein sollen, die Holger am Nachmittag fangen will. Bleibt spannend, Ihr fleißigen Bienchen daheim und Ihr Pensionäre und alle die es werden wollen!
    Ich meld mich, wenn der Petrijünger fertig hat!
    Jetzt genießen wir nämlich ein paar Stunden ganz alleine dieses Traumcamp. Keiner da, darf so bleiben. Wird‘s aber nicht.
    Derweil ölen die unterschiedlichsten Piepmätze ihre Stimmen und singen uns in den Mittagsschlaf.
    Machts mal gut und hasta na siesta, oder so…..
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