• Peñas Blancas

    14 февраля 2020 г., Коста Рика

    Bislang verliefen ja alle Grenzübergänge auf unserer Reise ziemlich schnell und ohne Probleme. Nicht dieser hier. Um von Nicaragua nach Costa Rica zu kommen, brauchten wir 6! Stunden...

    ... schon die Ausreise aus Nicaragua nahm mehr Zeit in Anspruch als wir das gewohnt sind. Daran sind aber vor allem Touristenbusse und somit lange Warteschlangen an den Schaltern schuld. Auf der costaricanischen Seite wieder das gleiche Bild: Mehrere Busse wollen ihre Passagiere über die Grenze bringen, weshalb wir bei der Personeneinreise in der Schlange warten müssen. Nach ca. 30 Minuten anstehen, haben wir aber unsere Stempel in den Pässen.

    Wäre ja alles halb so schlimm, wenn wir nicht - wie immer - auch noch Baloo einführen müssten. Bevor wir die temporäre Einfuhrerlaubnis von der "Aduana" erhalten, müssen wir bei einem separaten Häuschen das Auto inspizieren lassen und das OK einholen, was auch hier (wie in Zentralamerika üblich) mittels zig Formularen und Unterschriften abgewickelt wird. Der jungen Dame, die für die Inspektion verantwortlich ist, fällt leider auf, dass der Fahrzeugausweis nicht auf einen unserer Namen lautet, sondern das Fahrzeug auf eine Firma in der Schweiz eingelöst ist.

    Zugegeben: Das war nicht unser genialster Zug und wir hätten zu Hause in der Schweiz bei den Vorbereitungen zur Reise dieser Unstimmigkeit in den Dokumenten etwas mehr Beachtung schenken müssen. Immerhin haben wir aber ein offizielles Dokument des Berner Strassenverkehrsamts in 5 Sprachen (auch Spanisch) dabei, das uns autorisiert das Auto zu fahren und belegt, dass wir die rechtmässigen Eigentümer sind.

    Die Diva am Schalter liest unser Dokument aber nicht einmal durch, streckt uns den ganzen Stapel an Papieren wieder entgegen (man braucht immer von allen Ausweisen Kopien, die wir schon vorbereitet hatten) mit der Aufforderung, dass wir erst eine Beglaubigung von einem Anwalt ausstellen lassen müssten, ohne die wir sonst nicht einreisen werden können und fällt zurück in ihren Sessel, wo sie sich kaugummikauend wieder ihrem Handy widmet. Schl****!

    Ich versuche ihr die Situation zu erklären, mein Spanisch reicht aber natürlich nicht aus, um richtig mit ihr diskutieren zu können und sie macht auch keine Anstalten, ihre Meinung zu ändern. In allen anderen Ländern haben die Grenzbeamten jeweils unser Dokument durchgelesen und anschliessend ohne mit der Wimper zu zucken das TIP augestellt. Nicht in Costa Rica! Von wegen die Schweiz Zentralamerikas ... unser erster Eindruck ist nicht der Beste...

    ...obwohl wir uns danach schon mal an die Fälschung des Fahrzeugausweises machen, kommen wir nicht drum herum zum Anwalt zu gehen, der aber erst um 14.00 Uhr vor Ort ist (3 Stunden später). Dieser stellt uns dann das gewünschte Dokument mit Handkuss aus - wusste auch schon genau, um was es geht, als wir reinkamen - und wir einigen uns auf ein Salär von 40 USD (er hat aber laaaange überlegt, welchen Preis er anschlagen soll).

    Danach geht aber alles schnell und wir sind 20 Minuten später im Land. Nur das Original der 40-Dollar-Beglaubigung wird gleich wieder eingezogen. Da wird gut geschaut, dass alle was dazuverdienen können. Wir sind aber froh, dass es geklappt hat und dass wir es ohne Grenzhelfer geschafft haben, die uns die richtig grossen Nötli aus dem Portemonnaie gezogen hätten.
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