• Tag 13 - Miyajima, Sonne, viele Menschen 😉

    March 1 in Japan ⋅ ☀️ 14 °C

    Nach einem richtig guten Frühstück ging’s los Richtung Insel Miyajima. Erstmal fast eine Stunde mit der Tram bis zur Fähre – und ganz ehrlich: Dieses Tram ist mehr als nur Transport.

    Die Strassenbahn in Hiroshima fährt nämlich seit 1912. Nach dem Atombombenabwurf 1945 war sie eines der ersten Verkehrsmittel, das wieder fuhr. Drei Tage nach der Zerstörung rollten bereits wieder Wagen durch die Trümmer. Heute fahren teilweise noch historische Fahrzeuge, manche sogar aus anderen Städten übernommen. Kurz gesagt: Diese Trams haben sehr viel Geschichte.

    Nach der gemütlichen Ruckel-Fahrt kam die kurze Fährüberfahrt – einmal durchs Glitzern der Bucht – und zack, standen wir auf Miyajima. Oder offiziell: Itsukushima. Und wir waren definitiv nicht die Einzigen mit dieser Idee. Sonne + Wochenende = halb Japan plus internationale Verstärkung.

    Erster Programmpunkt: das berühmte schwimmende Torii vor dem Itsukushima Shrine. Dieses riesige rote Tor steht bei Flut scheinbar im Wasser – tatsächlich ist es nur eingerammt und nicht fest verankert. Das heutige Tor stammt aus dem 19. Jahrhundert, der Schrein selbst geht aber auf das 6. Jahrhundert zurück und wurde im 12. Jahrhundert vom mächtigen Samurai-Anführer Taira no Kiyomori gross ausgebaut. Die ganze Anlage ist auf Stelzen gebaut, weil die Insel als heilig gilt und der Boden ursprünglich nicht „betreten“ werden sollte.

    Danach schlenderten wir durch den Schrein – lange Holzstege, rote Pfeiler, Meerblick inklusive – und machten uns anschliessend an die Treppen zum Tempel Daisho-in. Und ja, „anschliessend“ klingt eleganter als es war. Es waren viele Stufen. Sehr viele. Aber es lohnt sich: Hunderte kleine Statuen mit Wollmützchen, Gebetsmühlen zum Drehen und eine herrlich ruhige Atmosphäre abseits des Trubels unten. Der Tempel gehört zum Shingon-Buddhismus und ist einer der bedeutendsten auf der Insel.

    Dann war auch schon Mittag. Und was isst man in Japan? Genau. Ramen. Eine grosse, dampfende Schüssel.

    Die Rückfahrt mit Fähre und Tram dauerte wieder gefühlt sehr lange. Genug Zeit, um die Beine zu spüren.

    Nach einer kleinen Hotelpause entschieden wir uns heldenhaft für ein japanisches Teppanyaki Restaurant zum Abendessen. Es war wunderbar....sogar Roger lobte das Essen 😋.. man will ja schliesslich ausgewogen essen.

    Fazit des Tages: Sonne, Geschichte, heilige Tore im Meer, Tempel, Teppanyaki und eine Tram mit Comeback-Story.
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