• Tag 30 - My Son

    March 18 in Vietnam ⋅ ☀️ 29 °C

    Heute war ein Ausflug nach *My Son* geplant. Entfernung ca. 1 Std. mit dem Auto oder 38 km 😉.

    Pünktlich um 9 Uhr sind wir gestartet – für uns genau richtig, schließlich gehören wir ja zu der seltenen Spezies der freiwilligen Frühaufsteher. Während andere noch überlegen, ob sie überhaupt existieren wollen, sitzen wir schon geschniegelt im Auto mit Guide Tai und dem Fahrer. So hat jeder seine Talente.

    Die Fahrt war herrlich: grüne Reisfelder, kleine Dörfer, ein bisschen Postkarten-Vietnam. Und dann ging’s auch schon los mit der Geschichte – und die hat es in sich. Tai wusste – wie immer – erstaunlich viel zu erzählen. Egal ob zur Anlage selbst oder zum Volk der Champas: Der Mann ist ein wandelndes Geschichtsbuch. Man hatte manchmal das Gefühl, er hätte damals persönlich beim Bau zugeschaut.

    My Son ist eine alte Tempelanlage des Champas-Volkes, die hier zwischen dem 4. und 13. Jahrhundert gebaut wurde. Also zu einer Zeit, in der bei uns vermutlich noch jemand überlegt hat, wie man Feuer macht, haben die hier schon komplexe Tempel errichtet. Mitten im Dschungel. Ohne Maschinen. Ohne Baumarkt. Ohne YouTube-Tutorials.

    Das Champas Volk verehrte vor allem den Gott Shiva, und My Son war ein wichtiges religiöses Zentrum – quasi ihr spirituelles Hauptquartier. Und das merkt man auch: Die ganze Anlage hat etwas Ruhiges, fast Ehrfürchtiges.

    Die Tempel bestehen aus roten Ziegeln, und jetzt kommt das Rätsel: Niemand weiß genau, wie sie die so perfekt zusammengefügt haben. Kein sichtbarer Mörtel, alles wirkt wie aus einem Stück. Roger und ich waren uns einig: Wenn wir das hätten bauen müssen, wäre spätestens nach der dritten Reihe eine Krise ausgebrochen.

    Leider hat die Anlage im Laufe der Zeit stark gelitten, besonders während des Vietnamkriegs. Viele Tempel sind beschädigt oder nur noch teilweise erhalten. Das macht die Stimmung ein bisschen melancholisch – schön, aber auch mit einem Hauch von „früher war hier richtig was los“.

    Es gab auch eine traditionelle Tanzvorführung. Sehr elegant, sehr anmutig… und wir haben beschlossen, dass wir unsere jeweiligen Tanzkarrieren lieber weiterhin ruhen lassen. Man muss ja seine Grenzen kennen.

    Die Hitze war natürlich auch ein Thema (rund 30°C in diesem Tal). Aber es hat sich gelohnt. Zwischen diesen alten Mauern herumzulaufen und zu wissen, dass sie über tausend Jahre alt sind – das hat schon etwas Besonderes. Zur Abkühlung gab es eine kühle Kokosnuss zum Trinken, war richtig gut... sogar für mich.

    Nach der Rückkehr ins Hotel gab es dann noch eine weitere verdiente Abkühlung: Wir sind direkt in den Pool gesprungen und haben eine Runde geschwommen. Genau das Richtige nach so viel Kultur, Geschichte und tropischer Hitze – eine Mischung aus „Ich bin völlig erledigt“ und „Das war ein richtig guter Tag“.

    Fazit: Ein gelungener Ausflug für Roger und mich – kulturell interessant, ein bisschen schweißtreibend und am Ende perfekt abgerundet, definitiv kein verlorener Tag.

    Und morgen? Geht's weiter nach Ho Chi Minh und ins Mekong Delta
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