• Tag 32 - Mekong-Delta

    March 20 in Vietnam ⋅ ⛅ 31 °C

    Nach einem richtig guten Frühstück im Hotel wurden wir um 10 Uhr von unserer Guide Xuyen abgeholt. Es ging direkt weiter zum privaten Boot *Song Xanh Sampan* – ein kleines, charmantes Schiff mit Doppelzimmer und gemütlichem Wohnbereich. Fast ein bisschen wie ein schwimmendes Zuhause, ruhig schaukelnd auf dem Wasser.

    Wir fuhren durch die verzweigten Wasserwege des Mekong-Deltas. Immer wieder zogen kleine Dörfer an uns vorbei – einfache Häuser auf Stelzen, Kinder am Ufer, Fischer in ihren schmalen Booten. Die Menschen winkten uns freundlich zu, oft begleitet von einem Lächeln, das ganz ohne Worte auskommt. Es war schön, einfach nur zu schauen und das Leben am Fluss in seinem eigenen Rhythmus zu beobachten.

    Unsere Route führte von Cần Thơ nach Cái Bè, mit mehreren Stopps unterwegs. Überall sah man Menschen bei ihren täglichen Tätigkeiten: Wäsche waschen im Fluss, Obst verladen, Netze flicken. Eingebettet war das Ganze in eine unglaublich üppige, grüne Landschaft. Währenddessen wurden wir von der aufmerksamen Crew mit Tee und frischen, saisonalen Früchten verwöhnt – süß, saftig und genau richtig bei der tropischen Wärme.

    Ein besonderer Stopp war der Besuch bei einer Familie, die eine Art Tofuscheiben herstellt. Faszinierend zu sehen, wie aus kochender Sojamilch dieses feine Produkt entsteht – in dünnen Schichten, die sorgfältig abgeschöpft und getrocknet werden. Alles reine Handarbeit, ruhig, routiniert und mit viel Erfahrung. Solche Einblicke machen unsere Reise lebendig und geben ihr Tiefe.

    Wir überquerten den Hau-Fluss und glitten weiter vorbei an kleinen Ortschaften und dichtem Ufergrün. Der Fluss war voller Leben: unzählige Boote, geschäftiges Treiben – und trotzdem wirkte alles erstaunlich ruhig und harmonisch, fast meditativ.

    Wir besuchten auch einen Cao Dai-Tempel, der leider geschlossen war. Aber auch von außen war er beeindruckend: leuchtende Farben, verspielte Ornamente und die typischen, allsehenden Augen über dem Eingang, die in dieser Religion eine wichtige Rolle spielen. Der Cao Dai-Glaube ist eine Mischung aus verschiedenen Religionen – Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus und sogar Elemente des Christentums. Allein dieser Gedanke macht den Tempel schon besonders. Man hätte ihn gerne auch von innen gesehen, mit seinen farbenprächtigen Säulen und den betenden Gläubigen in ihren weißen Gewändern.

    Das Mittagessen wurde an Bord serviert, während wir durch einen schmalen, lebendigen Kanal in Richtung Vinh Long fuhren. Palmen neigten sich über das Wasser, kleine Boote kreuzten unseren Weg, und überall spiegelte sich das Licht auf der Oberfläche. Später besuchten wir noch eine Tontöpferfabrik. Besonders eindrücklich: Der Arbeiter, der die Grobform der Schalen herstellt, bekommt pro Stück gerade einmal etwa 6 Rappen. Und er fertigt in Handarbeit rund 100 Stück pro Tag – ein Tagesverdienst von etwa 6 Franken. Das relativiert so einiges.

    Anschließend überquerten wir den Co-Chien-Fluss und stiegen später noch in ein kleines Ruderboot um. Damit ging es in ganz enge Seitenarme des Mekongs hinein. Teilweise waren die Wasserwege fast vollständig von Wasserhyazinthen überwuchert – es fühlte sich an, als würde man durch einen grünen Tunnel gleiten. Still, fast unwirklich.

    Am Ende des Tages kam eines der schönsten Erlebnisse: der Sonnenuntergang. Während die *Song Xanh* langsam weiter in Richtung Tien-Fluss glitt, tauchte das warme Licht alles in goldene Farben. Das Wasser, die Bäume, die vorbeiziehenden Boote – alles wirkte plötzlich noch ruhiger, noch weicher.

    Ein Wort noch zum Essen: Was die Crew in dieser winzig kleinen Küche zauberte – man kann dort nicht einmal stehen, nur kauern – war schlicht beeindruckend. Sowohl das Mittag- als auch das Abendessen waren ausgezeichnet, frisch und mit viel Liebe zubereitet.

    Ein Tag, der zeigt, wie viel Leben, Wärme und Schönheit im Einfachen liegen kann.
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