Tag 34 - Religion, Tunnel und Rekord Autofahrt 🚗
March 22 in Vietnam ⋅ ⛅ 34 °C
Pünktlich um 8 Uhr standen Guide Thuc und unser Fahrer bereit. Und was soll ich sagen: Vietnam kann vieles, aber schnelle 97 km gehören definitiv nicht dazu. Knapp 3 Stunden später rollten wir schließlich in Tây Ninh ein – frisch durchgeschüttelt, aber bereit für Kultur.
Dort befindet sich die Hauptzentrale der Cao Đài – und diese Religion ist wirklich ein bunter Mix: ein bisschen Buddhismus, ein bisschen Taoismus, Konfuzianismus, Christentum… quasi ein spirituelles Buffet. Besonders schräg (und irgendwie genial): Hier werden sogar historische Persönlichkeiten wie Victor Hugo oder Sun Yat-sen verehrt. Die Zeremonie um 12 Uhr war farbenfroh, streng organisiert und hatte fast etwas Hypnotisches – als hätte jemand Religion und Theater miteinander verheiratet.
Kaum hatten wir das verdaut (im Kopf, nicht im Magen), ging’s weiter Richtung Củ Chi Tunnels. Wieder einmal: 50 km, wieder einmal: über 1,5 Stunden. Der Verkehr hier ist wirklich eine Geduldsprüfung auf olympischem Niveau.
Die Tunnel selbst stammen aus dem Vietnamkrieg und wurden von den Kämpfern des Viet Cong genutzt. Ein unterirdisches Netzwerk aus Gängen, Verstecken, Küchen und sogar Krankenstationen – alles im Miniaturformat und perfekt getarnt.
Und dann durfte ich selbst rein (Roger meinte das brauche er nicht...sei sowieso schon warm genug - 34°C). Sagen wir so: „kriechen“ trifft es ziemlich gut. Heiss, feucht, eng… und plötzlich wird einem sehr klar, wie unvorstellbar hart das Leben dort unten gewesen sein muss. Ich habe selten so schnell so viel Respekt entwickelt. Heute sind die Tunnel zwar etwas verbreitert (ich habe nicht rausgefunden wo die breiter sein sollen) und wie ein Museum aufbereitet, aber das Gefühl bleibt eindrücklich – und ein kleines bisschen klaustrophobisch. Ich habe aber immerhin 20m geschafft.. bin richtig stolz!
Bevor wir uns wieder ins Auto quetschten, gab es noch eine kleine kulinarische Zeitreise: Wir durften Maniok probieren – auf Vietnamesisch meist „khoai mì oder Cassava“ genannt. Diese unscheinbare Wurzel war damals ein Grundnahrungsmittel für die Viet Cong, weil sie günstig, nahrhaft und leicht anzubauen ist. Geschmacklich… sagen wir mal: irgendwo zwischen Kartoffel und leicht süßlichem Holz 😄. Oft wird sie einfach gekocht und mit Sesam oder Salz serviert. Klingt simpel, hat aber Geschichte – denn in den Tunneln war genau solche Energiequelle überlebenswichtig.
Die Rückfahrt? Natürlich wieder ein Highlight: 55 km in entspannten 2,5 Stunden. Insgesamt also etwa 7 Stunden im Auto – ich glaube, wir kennen jetzt jeden Motorroller persönlich.
Am Ende des Tages waren wir komplett platt – von den Eindrücken und vom Sitzen. Es reichte gerade noch für ein schnelles Abendessen, bevor wir ins Bett gefallen sind. Ohne Umwege. Ohne Tunnel. Einfach nur geradeaus ins Kissen 😄Read more























TravelerDas hätte ich mich wohl nicht getraut 🙈
Travelerhabe es ja auch nur fast geschafft... aber es war extrem. Meinte zuerst ich käme nicht runter weil ich obenrum zu breit bin 🤪... aber den Deckel zumachen habe ich mich nicht getraut, da hatte ich Angst
Kassiopeja
Mutig 🫣