Tag 35 - Ho-Chi-Minh City
March 23 in Vietnam ⋅ ⛅ 34 °C
Heute durften wir ausschlafen – erst um 9 Uhr standen Guide Thuc und Fahrer Tho bereit. Ein kleines Wunder: keine endlose Autofahrt! Stattdessen ging’s direkt nach Cholon, also nach Chinatown von Ho-Chi-Minh-Stadt. Noch vor dem geplanten ersten Stopp liess Thuc anhalten, damit wir die schöne katholische Kirche St. Francis Xavier anschauen konnten.
Erster Stopp: der Binh Tay Market – und was soll ich sagen: Wenn man glaubt, man hat schon Märkte gesehen… nein. Das hier ist eine andere Liga. Kein hübscher Touri-Markt, sondern ein echter Großhandels-Hotspot, wo Händler kiloweise Gewürze, Stoffe, Plastikware und Dinge verkaufen. Das Gebäude selbst stammt aus den 1920er-Jahren und wurde von einem chinesischen Geschäftsmann finanziert – man spürt richtig diesen Mix aus vietnamesischer und chinesischer Kultur. Laut, bunt, leicht chaotisch… und irgendwie faszinierend.
Nach 1,5 Stunden Reizüberflutung ging’s weiter zum Thien Hau Tempel. Ein kompletter Kontrast: ruhig, mystisch, fast schon magisch. Der Tempel ist der Meeresgöttin Thien Hau gewidmet – Schutzpatronin der Seefahrer. Überall hängen riesige Räucherspiralen von der Decke, die langsam vor sich hin qualmen. Sie sollen Wünsche in den Himmel tragen – ich hab kurz überlegt, ob ich mir kühlere Temperaturen wünschen soll… hätte nicht geschadet.
Dann noch ein Stück Geschichte zum Anfassen: der Wiedervereinigungspalast. Von außen wirkt er erstmal… sagen wir mal „funktional“, aber innen wird’s spannend. Der Palast war früher der Regierungssitz von Südvietnam und genau hier endete am 30. April 1975 der Vietnamkrieg, als nordvietnamesische Panzer durch die Tore rollten – Bilder, die um die Welt gingen.
Drinnen fühlt man sich wie in die 60er- und 70er-Jahre zurückversetzt: Empfangssäle mit schweren Teppichen, Konferenzräume, in denen politische Entscheidungen getroffen wurden, und sogar private Wohnräume des Präsidenten. Besonders beeindruckend fanden wir den unterirdischen Bunker – mit engen Gängen, Kartenräumen und alten Kommunikationsgeräten. Da unten wurde damals der Krieg koordiniert… heute läuft man als Tourist durch und denkt sich: zum Glück ist das vorbei.
Auch architektonisch hat das Gebäude was: Es wurde in den 1960ern von einem vietnamesischen Architekten entworfen und kombiniert moderne Linien mit traditionellen Symbolen – vieles hat tatsächlich eine tiefere Bedeutung, auch wenn es auf den ersten Blick eher wie ein nüchternes Regierungsgebäude aussieht.
Die Notre-Dame-Kathedrale fiel leider wegen Renovation flach, und das Hauptpostamt blieb uns wegen fehlender Parkplätze resp. Halteplätze in sinnvoller Gehdistanz verwehrt. Aber ganz ehrlich: halb so wild! Dafür waren wir zwei Stunden früher zurück im Hotel – und das fühlte sich wie ein Lottogewinn an.
Ich habe mir direkt noch eine letzte vietnamesische Massage gegönnt (man muss Prioritäten setzen!), danach ging’s an den Pool. Mit einem kühlen Drink in der Hand ließ es sich plötzlich ganz gut aushalten – trotz der knackigen 35 Grad im Schatten und dieser tropischen Luftfeuchtigkeit, die einen schon beim Nichtstun ins Schwitzen bringt.
Fazit des Tages: weniger Strecke, mehr Eindrücke – und definitiv genug Hitze für drei Tage 😄.Read more


















