• Wieder ein Nachtmarkt und Drachenbrücke

    24 de fevereiro de 2025, Vietnã ⋅ 🌧 23 °C

    Das Wetter verschlechtert sich, und ab mittags fängt es, mit Unterbrechungen, an zu regnen. Damit wird unser ursprünglicher Plan, zu Fuß (45 Minuten) zum Nachtmarkt zu gehen, vereitelt. Wir bestellen uns spontan ein Grab-Taxi. Dieses ist im asiatischen Raum ein bevorzugtes Transportmittel und funktioniert erstaunlich gut. Und ist zudem extrem günstig. 

    Der Nachtmarkt ist wie alle anderen Nachtmärkte und somit keine Überraschung. Möchte man aber etwas essen, fühlt man sich wie in der Smaland-Kinderecke von Ikea, denn es gibt nur Mini-Stühle und Mini-Tische. Wir haben uns auch nicht verlaufen, denn diese Merkwürdigkeit ist uns bereits in Straßencafes und anderen Lokalitäten aufgefallen. Gemütlich geht anders.

    Das Essen schmeckt, auch wenn es keine Gabeln, sondern nur Löffel und/oder Chop-Sticks gibt. Irgendwie wird der Teller trotzdem leer, ohne dass wir uns blamieren. Der neueste Schrei ist aber gerolltes Eis, welches auf einer vor Kälte dampfenden Platte mit 2 (Baumarkt-) Spachteln kleingehackt, ausgestrichen und dann zu Rollen zusammengeschoben wird. Geschmacklich verpasst man nix, es ist weit entfernt von qualitativ hochwertigem italienischen Gelati. Ich verschenke meine Portion an 2 Geschwisterkinder, die große Augen bekommen und sich vor Freude gar nicht wieder einkriegen. Auch deren Großmutter kann unsere "Großzügigkeit" nicht fassen und strahlt uns vor Dankbarkeit an. Jeden Tag ne gute Tat...

    Die Erlebnisse reichen uns und wir machen uns auf, die berühmte Drachenbrücke zu überqueren, die so etwas wie das Wahrzeichen von Da Nang ist und jedes Wochenende, wenn der Drachen Feuer speit, Hunderte von Touristen anzieht. Auch wir wollen uns dieses Spektakel nicht entgehen lassen, müssen aber noch ein wenig Zeit überbrücken, bis es losgeht, und begeben uns in das Stadtgetümmel. Da es hier nur sehr wenige Ampeln, aber mehrspurige Straßen gibt, ist das Überqueren eine durchaus spannende Sache (Zebrastreifen werden eh überbewertet). Eine ängstlich dreinschauende Dame ca. Ende 60 sieht ihre Chance gekommen, als sie bemerkt, dass auch wir auf die andere Seite möchten, krallt sich an Uwes Handgelenk fest und lässt sich mitziehen. Könnte man als "Überbrückungshilfe" interpretieren. 

    Wir gönnen uns ein paar "Pina Coladas" in einer hippen Bar und kehren danach zur Brücke, auf der sich bereits zahlreiche Schaulustige versammelt haben, zurück. Die vielen Lichter von den umliegenden Hotels entlang des Flusses und die bunt beleuchteten Motorschiffe (wie die Hafenfähren in Hamburg, wir entwickeln fast Heimatgefühle) schaffen eine angenehme, gespannte Atmosphäre. Ein klein wenig wie Silvester. Das Feuerspektakel beginnt pünktlich um 21:00 Uhr, Hunderte Handys werden in die Höhe gereckt zum Filmen und Fotografieren. Nach nicht einmal 10 Minuten ist alles vorbei, die Massen verlassen die Brücke. Jeder 2. versucht nun, ein Taxi zu bekommen, aber da genug auf zahlende Kundschaft warten, ist auch dies kein Problem. Ab "nach Hause" bzw. zum Hotel.
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