Portiragnes
Apr 4–6 in France ⋅ ☀️ 23 °C
Heute Morgen sind Jule und ich noch schnell über den Markt in Frontignan gegangen. Wir haben frische Orangen für den Aperol gekauft und herrlich duftende Tomaten – genau so, wie man es sich hier wünscht. In einer Bäckerei haben wir uns noch verschiedene Baguettes geholt und ganz frische, noch warme Pain au Chocolat. Zurück an Bord haben wir in Ruhe gefrühstückt, nochmal 100 Liter Wasser getankt und sind dann ganz entspannt losgefahren – Richtung Canal du Midi.
Zuerst ging es noch ein Stück über den Canal du Rhône à Sète. Dabei ist uns aufgefallen, wie viele alte, teilweise verlassene Boote am Rand liegen – irgendwie faszinierend und gleichzeitig ein bisschen traurig.
Dann kam der große Étang de Thau mit seinen Austernbänken. Die Navigation war hier gar nicht so einfach, da die Bojen nur sehr spärlich gesetzt sind. Aber wir haben die Fahrrinne gut gefunden und sind sicher durchgekommen. Entlang der Austernbänke zu fahren war schon etwas Besonderes. Trotzdem hatte ich wieder ein leicht mulmiges Gefühl – ich merke einfach, dass ich größere, offene und etwas welligere Gewässer nicht so gerne mag.
Und dann kam dieser Moment… die Einfahrt in den Canal du Midi. So lange haben Timo und ich davon geträumt – und jetzt sind wir tatsächlich hier, mit unserem eigenen Boot. Die kleine Tinka hat uns wirklich den ganzen Weg von Holland bis hierher gebracht. Ein richtig emotionaler Moment.
Am Anfang des Kanals stehen sogar noch ein paar Platanen – ein schöner erster Eindruck. In Agde haben wir die berühmte Rundschleuse ganz alleine passiert, konnten dort aber leider keinen passenden Liegeplatz finden. Also sind wir weitergefahren bis vor die Schleuse in Portiragnes.
Dort haben wir festgemacht – und es ist ein perfekter Ort für den nächsten Tag: Der Flughafen Flughafen Béziers Cap d’Agde ist nur etwa 4 km entfernt. Ideal für Jule und Kurt, die uns morgen leider schon wieder verlassen.
Zum Glück haben wir auch direkt einen Flughafenshuttle aus dem Ort gefunden – er holt die beiden morgen um 12 Uhr direkt am Boot ab und bringt sie zum Flughafen. Besser hätte es kaum laufen können.
Abends sind wir noch durch den Ort gelaufen und haben ein Restaurant entdeckt, in dem es richtig gute Pizza gab – ein schöner Abschluss für diesen besonderen Tag 🍕🚤✨
Am nächsten Morgen in Portiragnes hieß es leider Abschied nehmen – und das ausgerechnet an Ostersonntag. Der Flughafenshuttle hat Jule und Kurt pünktlich um zwölf Uhr direkt am Boot abgeholt. Ein komisches Gefühl – eben noch gemeinsam unterwegs, und plötzlich ist es wieder deutlich ruhiger an Bord.
Die beiden hatten uns sogar noch eine richtig liebe Kleinigkeit dagelassen: Aus ihrem 3D-Drucker haben sie einen kleinen Osterhasen gemacht, in dem eine Rocher-Kugel steckte – wirklich eine unfassbar schöne und persönliche Überraschung. Und auch beim Bäcker gab es passend zu Ostern etwas Besonderes: Baguettes mit kleinen Hasenohren – einfach herrlich.
Nach dem Abschied haben wir uns erstmal ein bisschen sortiert. Das Boot wurde aufgeräumt, alles wieder an seinen Platz gebracht, einmal durchgesaugt – so ein kleiner Reset tut immer gut. Anschließend haben wir es ruhig angehen lassen, eine große Runde mit Fiete gedreht und nebenbei schon die weitere Route geplant.
Allerdings gab es auch einen kleinen Dämpfer: Wir haben festgestellt, dass unsere Fäkalienpumpe, die den Tank abpumpt, leider defekt ist. Das bedeutet im Moment, dass wir unsere Dusche nicht mehr richtig nutzen können, da das Abwasser nicht abgepumpt wird und der Tank vermutlich schon ziemlich voll ist.
Also wieder ein kleines Technik-Thema auf der Liste – gehört irgendwie dazu auf so einer Reise. Zum Glück haben wir ja inzwischen gelernt, die Dinge Schritt für Schritt anzugehen 🚤🔧✨Read more



















