• Naturanleger vor der Schleuse 17 Océan

    May 3–4 in France ⋅ 🌬 20 °C

    Heute standen wir pünktlich um neun Uhr an der Schleuse. Da der Wind am Vormittag noch angenehm schwach war und erst ab etwa 14 Uhr deutlich zunehmen sollte, entschieden wir uns, lieber früh zu starten. Eine gute Entscheidung, wie sich schnell herausstellte.
    Alle Schleusen funktionierten heute hervorragend, und wir hatten sogar das Glück, jede einzelne ganz für uns allein zu haben. Sowohl die automatischen Einzelschleusen als auch die Doppel- und Dreifachschleuse meisterten wir ohne Wartezeit und völlig entspannt.
    Gegen 11 Uhr erreichten wir schließlich die letzte Schleuse, die uns noch bergauf brachte. Damit haben wir die Wasserscheide zwischen Mittelmeer und Atlantik erreicht – den höchsten Punkt des Canal du Midi. Ein besonderer Moment! Von hier an geht es tatsächlich bis nach Bordeaux nur noch bergab.
    Direkt vor der ersten Schleuse auf der Atlantikseite fanden wir einen wunderschönen Liegeplatz. Natürlich musste dieser besondere Meilenstein erst einmal gebührend gefeiert werden – mit einem ausgiebigen Frühstück und einer guten Tasse Kaffee.
    Anschließend erkundeten wir die Umgebung. Ganz in der Nähe stehen der beeindruckende Obelisk zu Ehren von Pierre-Paul Riquet, dem Erbauer des Canal du Midi, sowie die alten Versorgungsmühlen. Besonders spannend ist hier auch der Pas de Naurouze: Genau an diesem Punkt teilt sich das Wasser. Ein Teil fließt Richtung Mittelmeer, der andere Richtung Atlantik. Kaum zu glauben, dass dieser unscheinbare Ort einst der Schlüssel für eines der größten Wasserbauprojekte Europas war.
    Am Abend wurden wir dann tatsächlich sportlich. Wir zogen unsere Laufsachen an und absolvierten unsere erste gemeinsame Joggingrunde. Ganze 3,28 Kilometer sind es geworden. Zugegeben, wir waren nicht gerade rekordverdächtig schnell unterwegs, aber wir sind die komplette Strecke durchgelaufen – und darauf kommt es schließlich an.
    Danach hatten wir uns eine ausgiebige Dusche redlich verdient. Zum Abendessen gab es für mich Nudeln mit Pesto, während Timo sich Nudeln mit Gulasch gönnte.
    Fiete macht uns im Moment leider ein wenig Sorgen. Vermutlich plagen ihn Grasmilben, denn er leckt und kratzt sich auffallend viel. Wir duschen ihn bereits regelmäßig mit Teebaumshampoo. Außerdem lahmt er vorne links leicht. Sollte sich das bis Toulouse nicht bessern, werden wir vorsichtshalber einen Tierarzt aufsuchen.
    Am Abend frischte der Wind dann tatsächlich wieder spürbar auf. Trotzdem saßen wir noch lange zusammen und genossen diesen besonderen Tag. Wir sind froh, endlich wieder sportlich aktiv zu sein – auch wenn unsere Beine nach dem Joggen durchaus wissen, was sie heute geleistet haben.
    Read more