Toulouse Port Sud Ramonville
May 5–6 in France ⋅ 🌧 17 °C
Nach einer angenehm ruhigen Nacht sind wir heute kurz nach neun bei trockenem Wetter und Sonnenschein gestartet. Das nächste Gewitter war erst für den Nachmittag gegen 15 Uhr angekündigt – also genug Zeit, um ein gutes Stück voranzukommen.
Zunächst lagen etwa drei Kilometer Fahrt bis zur nächsten Schleuse vor uns. Die Strecke führte entlang wunderschöner Platanenalleen, und obwohl die Autobahn stellenweise ganz in der Nähe verläuft, haben wir davon erstaunlich wenig mitbekommen.
Kurz vor der ersten typischen Toulouser Ziegelbrücke, der Pont d’en Serny, wurde es dann kurz kurios: Eine Moschusente schien plötzlich lebensmüde zu sein und schwamm direkt frontal auf uns zu, ohne auszuweichen. Natürlich haben wir rechtzeitig reagiert und sind ausgewichen – trotzdem ein etwas ungewöhnlicher Moment.
Die erste Schleuse des Tages war eine automatisierte Doppelschleuse. Der erste Teil lief reibungslos, doch in der zweiten Kammer wollten sich die Tore plötzlich nicht mehr schließen. Nach einem kurzen Anruf bei VNF war schnell Hilfe da, und der Mitarbeiter konnte die Schleuse wieder in Gang bringen. Danach ging es problemlos weiter.
Was uns heute außerdem aufgefallen ist: In den Schleusen wimmelte es nur so von Flusskrebsen. Man konnte sie an den Wänden und am Boden deutlich erkennen – wirklich spannend zu beobachten. Generell wirkt das Wasser seit dem Passieren der Wasserscheide deutlich klarer als zuvor.
Auch die nächste Schleuse funktionierte wieder einwandfrei. Kurz darauf kamen wir an einem Intermarché und sogar einem Aldi vorbei – eigentlich perfekt zum Einkaufen. Leider fanden wir keinen geeigneten Liegeplatz, sodass wir uns entschieden, weiterzufahren. In Toulouse wird sich schon noch eine Gelegenheit ergeben, unsere Vorräte aufzufüllen.
In Montgiscard mussten wir dann erneut den VNF rufen. Ein großer Ast hatte sich zwischen Tor und Mauer verkeilt, sodass sich das Schleusentor nicht richtig öffnen ließ. Aber auch hier kam schnell Hilfe, und lange warten mussten wir nicht.
Somit konnten wir die Schleuse vor der Mittagspause noch passieren. Danach lagen etwa sieben Kilometer bis zur nächsten Schleuse vor uns, die wir gegen halb eins erreichten. Die Pause nutzten wir sinnvoll: Ich ging eine Runde mit Fiete, während Timo sich um die Rechnungen für die Ferienwohnung kümmerte. Pünktlich nach der Mittagspause ging es dann weiter.
Die restlichen Schleusen verliefen glücklicherweise wieder völlig problemlos. Da sich das angekündigte Gewitter immer weiter näherte, entschieden wir uns, die Nacht im Port Sud zu verbringen. Gleichzeitig wollten wir die Gelegenheit nutzen, direkt vor Ort nachzufragen, ob wir für den Juli einen Liegeplatz für unsere Tinka bekommen können.
Im Hafen wurden wir sehr freundlich vom Hafenmeister und der Hafenmeisterin empfangen. Für die Nacht durften wir am Meldesteg vor der Capitainerie liegen und bekamen sogar Strom und Wasser. Ob wir im Juli hierbleiben können, wird noch geprüft – wir sollen dazu per E-Mail Bescheid bekommen.
Ganz nebenbei haben wir wohl auch endlich unsere Ameisenplage in den Griff bekommen. Heute sind es schon deutlich weniger. Dafür fiel uns auf, dass unsere Lichtmaschine die Solarbatterie nicht mehr lädt. Timo ist der Sache gemeinsam mit Kurt auf den Grund gegangen und fand schnell die Ursache: eine durchgebrannte Sicherung. Die sollten wir in Toulouse problemlos ersetzen können.
Lange ließ das angekündigte Gewitter dann auch nicht mehr auf sich warten. Wir machten es uns an Bord gemütlich, kochten in Ruhe und ließen den Tag entspannt ausklingen, während draußen der Regen einsetzte.Read more

























