• Agen

    May 18–20 in France ⋅ ☁️ 18 °C

    Heute war es soweit – wir mussten unseren wunderschönen, ruhigen Naturanleger wieder verlassen. Und tatsächlich sollte es heute auch endlich einmal nicht regnen.
    Bevor wir losfuhren, kontrollierten wir noch einmal alles am Boot. Anschließend drehten wir die Tinka sogar noch einmal per Hand, damit Timo auch die andere Seite sauber machen konnte. Mit dem Wasseranschluss direkt hier am Anleger mussten wir die Gelegenheit einfach nutzen, denn in den meisten Häfen ist Boot waschen ja eher ungern gesehen oder sogar verboten.
    Danach füllten wir noch einmal unseren Wassertank und legten schließlich ab.
    Den Hafen von Valence d'Agen passierten wir wirklich im Schneckentempo. Trotzdem meinte jemand auf einem Boot, wir wären noch zu schnell unterwegs – erlaubt sind dort wohl nur drei km/h. Naja… irgendjemand findet eben immer etwas zu meckern.
    Unterwegs kamen wir außerdem am Atomkraftwerk Golfech vorbei. Der erste Abschnitt der heutigen Strecke war landschaftlich wirklich schön, danach verlief der Canal allerdings größtenteils direkt neben den Bahngleisen. Deshalb beschlossen wir, heute einfach etwas mehr Strecke zu machen.
    Am Ende wurden es ungefähr 30 Kilometer und fünf Schleusen bis nach Agen.
    An der letzten Schleuse entdeckten wir auf der anderen Seite plötzlich einen Laden für Photovoltaikanlagen. Also sprang ich kurzerhand schnell vom Boot und fragte dort nach unserer defekten Sicherung. Leider hatten sie genau diese nicht da, empfahlen mir aber einen Elektrogroßhandel in Agen. Währenddessen wartete Timo schon hinter der Schleuse auf mich, und danach fuhren wir gemeinsam weiter.
    In Agen angekommen fanden wir einen schönen städtischen Anleger. Besonders praktisch: Der Stromanschluss funktionierte sogar ohne Münzen. Natürlich hatte ich mir vorher schon brav welche am Automaten gekauft. Aber vielleicht können wir sie ja auf der Rückfahrt noch gebrauchen.
    Abends liefen wir noch etwas durch die Stadt und fanden ein richtig tolles Restaurant.
    Am nächsten Morgen starteten wir gemütlich in den Tag und fuhren zuerst mit den Rädern zu dem empfohlenen Elektrogroßhandel. Leider wurden wir dort auch nicht fündig. Auf dem Rückweg hielten wir noch bei einem Autozubehörladen an. Dort hatten sie die Sicherung ebenfalls nicht, empfahlen uns aber noch ein weiteres Geschäft.
    Und dort – man glaubt es kaum – fanden wir tatsächlich eine passende Sicherung. Zwar nur mit 50 Ampere statt der eigentlich benötigten 60 Ampere und auch nur noch ein einziges Exemplar, aber immerhin. Ehrlich gesagt hatten wir schon fast nicht mehr daran geglaubt, überhaupt noch eine zu finden.
    Danach ging es noch schnell zu Lidl, wo wir unsere Vorräte wieder auffüllten. Zurück an Bord verstauten wir erst einmal alles und machten uns später noch einmal gemeinsam mit Fiete auf den Weg in die Stadt.
    Agen gefällt uns eigentlich wirklich gut. Nur der Weg vom Hafen bis zur Fußgängerzone führt durch ein Viertel, das nicht ganz so schön wirkt. Tagsüber war das überhaupt kein Problem, aber nachts würde ich dort wahrscheinlich nicht unbedingt alleine laufen wollen.
    Abends gingen wir dann noch einmal in die Stadt und landeten bei einem tollen Italiener namens Valentina. Dort gab es eine wirklich hervorragende Pizza.
    Den restlichen Abend verbrachten wir dann am Telefon mit Kurt. Gemeinsam versuchten wir, den Strom der Lichtmaschine so einzustellen, dass die neue Sicherung hoffentlich hält, bis wir aus Deutschland die wirklich passende mitbringen können. Da unser Datenvolumen inzwischen fast aufgebraucht ist, gestaltete sich das alles etwas schwierig – aber am Ende funktionierte zum Glück doch alles.
    Danach fielen wir ziemlich müde ins Bett.
    Morgen früh wollen wir weiterfahren.
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